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Siebenter Band. M bis N.
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Marine

Marino

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nisten führen. Schon hieraus ergibt sich, baß Seemächte nie bie Unabhängigkeitund Selbständigkeit des Festlandes von Europa so gefährden können, wie dies voneiner vorherrschenden Landmacht zu fürchten ist.

Marini oder Marino (Giambaitista), ein Dichter, welcher durch seingroßes Talent sich eine eigne Partei bildete (s. Italienische Poesie), war1569 zu Neapel geb. Dem Willen seines Vaters zuwider, der ihn zum Juristenbilden wollte, folgte er seiner Neigung zur Dichtkunst, und mehre Arbeiten erweck-ten ihm bald Bewunderer seiner Talente, die seine Liebe zu den Musen nährten.Der Herzog Bovino nahm ihn in seinen Palast auf, und der Prinz von Conca,Großadmiral des Reichs, in seine Dienste. Hier lernte er Torguato Tasso kennen,dessen Umgang für seine Bildung vortheilhaft ward. später fand er in Rom andem Cardinal Pietro Aldobrandini einen Beschützer. Im Gefolge desselben kamer »ach Turin , wo ihm ein schmeichelhaftes Gedicht auf den Herzog von Savonen,Karl Emanuel, u. d. T.: „II lilruiio", eine günstige Aufnahme, viele Beweisevon Wohlwollen, den Orden des heil. Mauritius und Lazarus und den Titeleines herzogl. Secretairs verschaffte. Der Neid seiner Feinte, seine Eitelkeit undsatyrische Laune verwickelten ihn aber auch hier in allerlei Streitigkeiten. Mar-garetka, die geschiedene Gemahlin Heinrichs IV., halte ihn nach Paris eingeladen;nach ihren, Tode fand er eine Beschützerin an Maria von Medici , der zweiten Ge-mahlin dieses KönigS. Er bezeigte ihr seine Dankbarkeit durch ein Gedicht: „IIte,»>>>»", wofür er neue Belohnungen erhielt. Die Sehnsucht nach seinem Va-terlande zog ihn aber gegen das Ende 1622 nach Italien zurück. Er hielt sich einigeZeit zu Rom auf, weihn die Akademie <le^!i nn»„>5>i zu ihrem Vorsteher ernannte,und begab sich dann nach seinem Geburtsorte. Hier wäkltc er den schönen Hügelvon Posilippo zu seinem Ausenrbalt, und hoffte seine erworbenen Guter in Ruhezu genießen, als der Tod ihn 1625 wegraffte. M.'S berühmteste Arbeit, sei» heroi-sches Gedicht „ V-Ione", ist zuerst Paris 1623 erschienen und ebenso sehr bewun-dert als in der Anlage und Ausführung getadelt und wegen mancher wollüstigenGemälde zu den verbotenen Büchern gerechnet worden. Ferner hat man seinerDarstellung Schwulst, erkünstelte und übertriebene Metapkern und überfeinePointen und Wortspiele (sogenannte Concetti), letzteres zum Theil aus Einseitigkeitund Pedantismus vorgeworfen. Dem sei wie ihm wolle, schäl.-bar sind immer seinScharfsinn, seine geistreichen Wihspiele und seine kühnen Verknüpfungen undDergleichungen, wodurch er auch dem Alltäglichen neue Reize zu leihen weiß.Werthes hat die schönsten Stellen des „-äclone" im Auszuge zusammengestellt.Die übrigen Werke M.'s bestehen in einem erzählenden Gedichte: „I.u 8lr»o,cckegli innoc-rntl", und einer großen Anzahl vermischter Gedichte, die theils u. d.T.„I.u lila", theil? unter der Überschrift „I.u 7.anii>»g>>!i", verschiedentlich gedrucktsind, ferner aus Iwitene gruve. oi^ute. läcclc und andern Sachen in Prosa undVersen. Einige seiner Sonette gehören zu den vorzüglichsten, welche die italienischeSpräche besitzt.

Marino (Sam), die kleinste Republik in Europa , welche alle Stürme derZeit überlebt hat, liegt im Herzogkh. Ilrbino im Kirchenstaate. Ihr Gebietbestehtaus einem steilen Berge und einige» Anhöhen. Auf 1^ ^M. enthält sie eine Stadtund 2Dörf,r mit 1000 E. Sie soll auf folgende Art entstanden sein. Ein Mau-rermeister, Marino, der im 3. Jahrh, mit dein Kaiser Diokletian nach Italien ge-kommen sein soll, lebte auf diesem Berge als Einsiedler so streng, daß man ihn alseinen Heiligen ansah, und daß die Besitzerin des Berges ihm denselben schenkte. Inder Folge bauten sich mehre Leute an, die nach und nach einen eignen Staat bilde-ten und denselben nach jenem Einsiedler nannten. 1100 kaufte die Republik dasSchloß Pennarosta in der Nachbarschaft und 1110 ein andres, Casolo. «Lie wurdeim 12. Jahrh, von 2 oder 3 Consuln, nachher von einem Capitano regiert. Unze-