Mariette
Marine
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Mariette (Pierre Jean), geb. zu Paris 1697, st. 1771, war von seinemVater Jean M. (st. 1712) in der Kupferstecherkunst unterrichtet worden, und hattesich auf seinen Reisen durch Deutschland und Italien zu einem der größten Kunst-kenner gebildet. Er verkaufte 1750 seinen Bücherverlag, kaufte sich die Stelleeines kömgl. Secrerairs und Kanzleicontroleurs und beschäftigte sich einzig mikVer»vollkommnung seiner Kupferstichsammlung. Wir besitzen von ihm: 1: „IHOllu oulnnet clu r»i" (Paris 1750), 2 Folivbde. voll gelehrter Untersuchungen; 2)„I-cttre, ä U. cle Oaviu'"; 3) ,,I,e>tro; 5»r I., jonlaiiio clo i.i nie <Ie Oreiielle";1) die Beschreibungen der Crozat'schen Sammlungen von Gemälden, Kupfersti-chen, Statuen, Vasen und geschnittenen Steinen, in mehren Werken; 5)8oriz,t>on «In rcouoil <l'«i>t.nnp>e!> >lo äl. l>»v«-i >!',1^»illo.<>" (PariS 17 >5, Fol.);6) „ iroliiteclure sl!,n> (Paris 1727), und mehre andre stLerke. M?s Ta-lente und liebenswürdiger Charakter horten ihn in Geschäftsverbindung und nach-her in Freundschaft mit CayluS, BarthAemy und Laborde gebracht, von denen erden Auftrag bekam, bei der Herausgabe des „lieoueil cke-i peiniurcs snti>z»o!,"nach den Zeichnungen deü Pietro Sanio Dartoli die Aufsicht zu führeii.
Marine. Seewesen, Seemacht überhaupt, und obgleich man zuweilenvon einer Handels- und einer Kriegsmarine spricht, so bezeichnet das Wort Marinedoch vorzugsweise die Gesammtheit der Schiffe mit ihrer Bemannung, die vonirgend einer Macht zum Kriege und zum Schutze des Seehandels gehalten werden.Dahin gehören jedoch auch die vomEtaal unterhaltenen Postschiffe (Packelböte).Die hohe Bedeutung deSSecwesenS hat erst mit der Entdeckung von Amerika undder Auffindung des Seewegs nach Ostindien ihren Anfang genommen. Warengleich schon vorher Kriege zur See geführt, so hatte man doch noch keine ausschließ-lich zu diesem Endzwecke bestimmte Flotten unterhalten, man bediente sich gewöhn-licher Handelsschiffe, die man für den Augenblick bewaffnete. So bestanden dieersten Flotten der Spanier und Portugiesen, mit denen sie die entfernten Meerebefuhren, aus Handelsschiffen, die Zugleich zum Kriege gerüstet waren. Englandund Holland errichtete» zuerst eigne Kriegsmarinen in Europa , dann die übrigenseefahrenden Staaten. Die engl. Marine, voni Anfang an eine königliche, ent-stand unter Heinrich VUl., ward aber erst unter Elisabeth von Wichtigkeit, wäh-rend die holländische sich in dem Kampfe mit Spanien bildete und seit der directenFahrt nach Ostindien einen nicht unwichtigen Zuwachs durch die Flotten der ostind.und übrigen großen Compagnien erhielt. In der Folge erhielt die Seemacht, jemehr sich das Mercantilsvstem (s. d.) über Europa verbreitere, eine immersteigende Wichtigkeit. Durch Colbert trat auch Frankreich als eine neue furchtbareSeemacht auf, die auf dem Wege, ein entschiedenes Übergewicht zu erlangen, nurdurch den Scesieg der Briten bei La Hogue (1692) gebrochen ward und in derFolge nie wieder auf eine gleiche Stufe der Macht sich erhob. Im Anfange des 18.Jahrk. ward auch Rußland, nachdem bisher Schweden und Dänemark bei demVerfalle der Hanse eine beinahe unbestrittene Herrschaft zur See geübt hatten, alsSeemacht wichtig. Doch blieben England und Holland fortdauernd die ersten See-mächte in Europa , bis seit der Mitte des 18. Jahrh. England ein immer entschie-deneres Übergewicht errang. Um eine beträchtliche Kriegsmarine halte» zu können,muß ein Staat eine ausgedehnte Handelsschiffsahrt besitzen, sich die zur Erbauungund 'Ausrüstung von Schiffen erfoderlichen Materialien leicht verschaffen könnenund besonders eine günstige geographische Lage haben. In allen diesen Rücksichtenbesitzt England unläuqbar große Vorzüge vor den übrigen europäischen Staate».Eine Seemacht gewährt eigentlich, sowie der Gewinn von Seeschlachten, mehreinen negativen als positiven Vortheil, sie dient zum Schutze des Handels und derColonien, ungleich weniger aber zu Eroberungen; gewonnene Seeschlachten mögendrohende Gefahren abwenden, werden aber nicht leicht zu wichtigen positiven Ergeb-