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Marionetten
fähr 290 I. nachher leistete sie dem Papste Piusll. Beistand, der sie dafür ansehn-lich beschenkte. 1139 stand sie in Gefahr, auf Veranlassung bürgerlicher Zwistig-keiten und Parteien, durch Albcroiü ihre Freiheit zu verlieren. Aber Clemens Xlt.(1140), Benediet XN. (1148) und Pius VII . (1811) bestätigten ihre Freiheit.Somit hat diese Republik fast 14 Iahrb. hindurch ihre alte Verfassung erhalten.Bonaparre ließ ihr 1191 den Gruß der Freundschaft der große» Republik überbrin-gen, und versprach ihr einige Kanonen, Getreide und eine Vergrößerung ihres Ge-biets. Der Rath antwortete: tie Kanonen werde er dankbar annehmen, das Getreidebezahlen, die Vergrößerung müsse er aber ablehnen; die Republik sei glücklich in ih-rem alten Besitzthum; sie bitte um Erleichterung des Handels. — Nach diesemschien Alles vergessen, die Kanonen sind nicht gekommen; aber unvergessen bleibtdes Rathes Antwort! — Die Regierung besteht aus einem großen Rathe von 300,zur Hälfte adeligen, zur Hälfte bürge, l. Personen und einem kleinen Rathe von 12Personen. An der Spitze des Staats stehen 2 auf 3 Monate gewählte Gonfalineri.Die vollziehende Gewalt haben 60 Älteste (X,unter welchen 2 Capitani oderConsul» — alle 6 Monate neu gewählt — den Vorsitz führen. Bei wichtigen An-gelegenkeiten versammelt sich der große Rath, wozu jede Familie eine Person gibt.Der erste Staatsbeamte ist der Commissarius oder Civil- und Criminali ichrer, derallemal ein auswärtiger RkchtSgelehrter ist und auf 3 Jahre angenommen wird.Alle waffenfähige Mannschaft steht unter einem Kriegstribun, den das Volk wählt.Das Mtlüair besteht aus 40 —50 M. Die iLtadr S.-Marino, die ungefähr6000 Einw. enthält, hat außer einigen guten Gemälden keine Meisterwerke derKunst auszuweisen. Aber ihre Lage und ihre ganz eigne politische Beschaffenheit reiztimmer die Neugier der Reisenden. Niemand wird hier nach einem Passe befragt.Seit undenklichen Zeiten ist zu -rr.-Marino Niemand mit dem Tode bestraft wor-den. Das Wappen ist ein Berg, auf dem 3 Kastelle stehen. -L.Delsico's „äl».'i»v-Ilo ckellii rep. üo 8.-Xls> >»>>" (Mail. 1804, 4.), und „Isssiii liistoi iguL !>ur larop. clo 8.-äl.->rinr>" von Aubert St. Hlppolyte.
Marionetten, künstliche Puppen, welche an verborgenen SchnürenoderDrähtcn gezogen und gelenkt werden, und mit denen man aufkleinen dazu erbau-ten Theatern (Marionettentheatern) Schauspiele aufführt, indem die hinterden Coulissen befindlichen Personen die Worte dazu sprechen. Gewöhnlich sprichtder Marionettenspieler, der die Bewegung der Figuren leitet, auch mit veränderterStimme den Dialog. Sie waren schon bei den Griechen und Römern bekannt;Tenophon. Aristoteles, GelliuS, Horaz u. A. erwähnen solcher hölzerner Figuren,die durch Fäden in Bewegung gesetzt werden w. Man brauchte öfters dergleichen,um den Kindern Schrecken einzujagen, den Pöbel auSeinanderzutreiben tc. (S.Bcckmann's „Geschichte der Erfindungen".) In neuern Zeiten haben die Mario-nettenspicle, namentlich in Frankreich , großen Beifall gefunden; ja man wolltesogar die Erfindung derselben einem Franzosen, Briochö, einen» Zahnausreißer zuParis , in der Mitte des 11. Jahrh, zuschreiben, der sie aber nur vervollkommnethatte. Eine Marionettenoper gab es 1614 zu Paris , welche vielen Beifall fand.Zn mehren großen Städten Italiens befinden sich noch gegenwärtig Marionetten-theater (z. B. in Mailand das 1'eoiio Oi,ol->mo), welche von den ersten Ständenbesucht werden. Die Figuren sind so künstlich eingerichtet, daß die Unternehmermit ihnen große Stücke und Opern ausführen können. Auch in Deutschland gibtes herumziehende Marionettentheater, die zum Theil durch ihre mechanische Fertig-keit, zum Theil durch ihre derben, aber oft echtkomischen, aus dem Leben gegriffe-nen Späße selbst ein gebildetes Publicum zu ergötzen vermögen. Doch ist hierdas Marionettensviel zu einer der niedrigsten Volksbelustigungen herabgesunken;es wird oft von Landstreichern, die mit Zweideutigkeiten den Beifall des großenHaufens zu erhäschen suchen, zu schädlichen Zwecken gemißbraucht. Daher sind