Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mariotte

Marius

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in mehren Staaten, namentlich im Preußischen und im Dänischen, strenge be-setze gegen die Zulassung der unbefugten Kunst- und Marionettenspieler ergangen.

Mariotte (Edme), Prior von Lt. -.Martin sousBeaune, 1886 in diefranz. Akademie aufgenommen und gest. 1684, hat die Physik und Mechanik mitvielen Entdeckungen bereichert. Er besaß ein besonderes Talent im Experiment» en,und bewies dies namentlich durch Wiederholung und Abänderung der von Pascal an-gestellten Versuche über das Höhen messen (s. d.) durch den Barometer. Z»der Hydraulik machte er eine Menge von Entdeckungen über das Maß und den Ab-laufder Gewässer nach der verschiedenen Hohe dcrBehälter. Er stellte sodann Unter-suchungen über die Leitung des Wassers an, und über die Stärke, welche die Rohrenhaben müssen, um dem Drucke zu widerstehen. Auch bestimmte er die Gesetze desGleichgewichts flüssiger Körper. Von ihm heißt der in der Lehre von der Lust allge-mein angenommene Grundsatz, daß die Dichtigkeit derselben sich wie das Gewicht,das sie trägt, oder wie die zusammendrückende Kraft verhalte, das MarioilischeGesetz. Die von Chr.Wre» zuerst bearbeitete Lehre vom Stoße bearbeitete er ge-nauer und vollständiger.Ocn-rci ile- >l->,ioiw'' (Levden 1117, u. Haag 1710,in 2 Bdn., 1.). Auch schreibt man ihm das glückliche Distichon über die Schnel-ligkeit der Eroberungen Ludwigs XIV. zu:

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Uns üoinst ltatavos luns, guicl snnus «ritt

Mar i .u s (Eajus), ein Römer aus Arpinum im Gebiete der Dolsker, stammtevon geringen Ältern, die ihn zu harten Landarbeiten anhielten. Bei einem kref vollenKörper besaß er viel natürlichen Verstand, Entschlossenheit und Unternehmungsgeist;sei» Charakter war rauh und wild, unbiegsain und ehrgeizig. M. wählte die kriege-rische Laufbahn und legte die ersten Proben s. Muthes unter Scipio dem Afrikanervor Nuinaniia ab. Sein Verdienst hob ihn von Stufe zu Stufe, und schon Scipioahnte den großen Feldherrn in ihm. Unter dem Consulat des Cäcilius MetelluS undL. Aurelius Cotta erhielt er das Tribunal auf des MetelluS Verwendung. Jetztschlug er, um die Mißbrauche beim Votiren der Comitien zu verhindern, vor, denWeg zu dem Stimmungsplatze zu verengern und dadurch die hinaufgehenden Bür-ger vor dem Andringen der Candidaten und ihrer Freunde zu sichern (luv >1.-» ia).Die Patrizier, über ein Gesetz erbittert, das ihnen Eintrag that, foderten von M. Re-chenschaft. Beide Consuln erklärten sich gegen ihn; er aber drohte ihnen mit der Ge-walt seines Amtes und gab, ohne Rücksicht, daß er dem MetelluS dieses Amt ver-dankte, dem Lickor Befehl, den Conseil ins Gefängniß zu führen. «Leine Standhaf-tigkeit siegle und gewann ihm die Liebe des Volks. Darauf milderte er gegen denVortheil des Volks, aber zum Besten der Staatscasse, den Vorschlag des GracchuSwegen der Austheilung des Getreides an die armen Bürger. Um dieAdilwürde be-warb er sich vergebens. Dagegen erhielt er die Prätur. Von der Beschuldigung, daßer sich der Bestechung dabei bedient habe, ward er freigesprochen. Er verwaltete s.Amr fast zu allgemeiner Zufriedenheit, den Mangel an gelehrten Kenntnissen durchnatürlichen Verstand ersetzend. Z» der Proprärur von Spanien , die ihm auf dasfolg. Jahr ertheilt wurde, erwarb er sich ebenfalls großen Beifall. Er säuberte dasLand von Straßenräubcrn und suchte die noch wilden Einwohner zu einem gesittetenLebe» zu fübren. Nach s. Rückkehr widmete er sich wieder den Angelegenheiten desStaats und verband sich, indem er Julia, eine Tante IuliusCäsar's, heirachete, mitden» angesehensten Geschlechte der Zulier. Endlich öffnete sich ihm eine größere Lauf-bahn. Der Coiisul Q. Cücilius MetelluS nahm ihn als Legaten in den ftigurlhini-schen Krieg mit. Seine Tapferkeit, s.Standhaftigkeit in Erwägung aller Beschwer-ten, worin ersieh dem gemeinsten Loldaten gleichstellte, erwarben ihm ebenso sehr dieAchtung des MetelluS als die Liebe des Heeres. Allein M. war undankbar genug, denMann, der ihn aus der Dunkelheit auf die Bahn des Ruhms geführt hatte, zu ver--