Band 
Siebenter Band. M bis N.
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236 Medicin, Doctrinen

phvsik der Natur, Naturphilosophie genannt wurde, die Idee des Lebens selbstaufzufassen. Gott und die Natur, Thätigkeit und Lrein, Zeit und Raum,Kraft und Materie Wülsten hier ihre Betrachtung Niidein In dieser Betrachtungwerden die einzelnen Erscheinungen, die sich eben als Äußerungen des Lebens zei-gen, begründet; diese selbst lassen sich auf mechaiüscke, chemische und dunamischezurückbringen. Die beiden ersten Classen bestehen sich vorzugsweise auf den Raum(und zwar die mechanischen auf den äußern, die chemischen auf den innern Raum),die letztere auf die Zeit. Und es ist 2) die Phvsik, die die Betrachtung der me-chanischen (Größe, Form, Gestalt, Dichtigkeit, Ausdehnung, Theilbarkeit, Un-durchdringlichkeit) und der dunamische,i (Bewegung, Cohäston, Adhäsion,Schwere, Magnetismus, Elektricität, Galvanismus, Schall, Wärme, Licht)bestimmt; dahingegen 3) die Chemie die Mischung, oder die sogenannten che-mischen Erscheinungen betrachtet. Beide aber können nur durch Beobachtungund das Mittel derselbe», durch Versuche, die Erscheinung selbst kennen lernen,beide sind daher als bloß empirische Doctrinen der philosophischen Naturwissen-schaft gewissermaßen entgegengesetzt, oder sie erscheinen vielmehr als die empiri-schen Theile derselben, die in ihr ihre Begründung und Erklärung finden müssen.Es äußert sich aber das Urleben in verschiedenen größer» oder kleinern Kreisen,die zur Begründung verschiedener Doctrinen führen. Insofern seine Äußerungenim großen Weltganzen betrachtet werde», so erhalten wir 4) die Kosmologie(gewöhnlich Astronomie genannt) und Kosmogenie; von denen uns jene freilichnur zur Kenntniß der Gestirne, ihres Standes gegen einander und ihrer Be-wegung führt; diese aber besteht in bloßen Hypothesen und Ahnungen. Man-nigfalrigere Kenntnisse gewährt uns dagegen 6) die Geologie und Geogenie,weil der Kreis kleiner ist und unserer Individualität näher liegt. Als Theile dererster» sind die Atmosphävologie, Hngrologie und Mineralogie ausgestellt worden;denn unter der dreifachen Form des Luftigen, Tropfbarflüsfigen und Wtarren er-scheinen uns die Theile der Erde. Aber auf derselben und zwar aus der äußernRinde derselben (Humus genannt, den man als ein in sich geschlossenes Ganzesgar wol betrachten kann und muß) erblicken wir eine unzählige Menge Individuen,welchen ein eigenthümliches Leben zukommt. Sie find in zwei große Classen, indie der Psianzen und Thiere getrennt; und 6) die P h y t o l o g i e (Botanik) be-trachtet das individuelle Leben der Pflanzen und dessen Erscheinungen, die sichsämmtlich auf die Materie, auf die Hervorbringung und Erhaltung derselben be-ziehen. Höher steigert sich das Leben in den Thieren, in denen außer den vegeta-tiven Lebe,isäußerungen (Functionen) die eigentlich thierischen, irritable nämlichund sensible, beobachtet werden. Die Docrrin, die von ihnen handelt, st) dieZoologie, faßt dieund und die Naturge-

schichte oder äußere Beschreibung der Thiere als Theile in sich. Alle diese Wis-senschaften find zwar für den Arzt nöthig und nützlich, haben auf die eigentlichMedicin. Doctrinen einen großen Einfluß, gehöre» jedoch, streng genommen, nichtzu der Medicin; sie uiußten aber hier erwähnt werden, um alle Zweige kennen zulernen, welche die Uridee der Medici », die Idee des Lebens, .treibt. Ist nun aberder Mensch das Individuum, an welchen, die Medicin die Äußerungen der Ideedes Lebens erkennen will, ist er es, den sie, als Kunst, im vollkommensten Zu-stande erhalten will, so werden natürlich alle die Wissensebafien, die den Men-schen betrachten, in einer nähern Beziehung zu ihr stehen. So namentlich 3) An-thropologie, die am beste» wol so bestimmt wird, daß sie die Eigenthüm-lichkeiten des Menschen und seine Verschiedenheit von den Thieren betrachte:9) die Naturgeschichte des Menschen und seiner Species, die über dasVorkommen und über die Verbreitung des Mensche» auf der Erde und die daberrührende Verschiedenheit der Racen'Handel!; 1«) die Psychologie, die die