Band 
Siebenter Band. M bis N.
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238
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238 Medicin, Studium

schließt sich 29) die Pharmacie, welche die einfachen Mittel aufzubewahrenund die zusammengesetzten, die immer in der Ofsicin vorräthig (ofsicinell) sein sol-len, zuzubereiten lehrt; und 39) das Formulare an, als die Anweisung,in welcher Form die Arzneimittel am zweckmäßigsten verordnet werden; 31) dieKlinik oder medieinische Praxis benutzt die Ergebnisse aller dieser Doctrinenund macht Anwendung, verliert aber dabei die wissenschaftliche Form und stelltvielmehr Kunstregel» auf. Endlich aber wird die Medicin auf sich selbst bezo-gen und die Art und Weise ihrer Ausbildung erforscht 32) in der Geschichteund Literarurgeschichte derselben; oder sie wird auf den Staat und das Wohl derBürger im Ganzen bezogen, und wird dann 33) Staat Sarzneikunde ge-nannt, die in die Medicin,schc Polizei und gerichtliche Medici» zerfallt; oder 34)man sucht auch Laien dieses und jenes aus der Medicin mitzutheilen und stelltdann eine populaire Medicin auf, von der wol die Hebammenlehre den wich-tigsten Theil ausmacht. Schon die historische Kenntniß dieser so zahlreichen Doc-trinen setzt mancherlei Talente und Vorkenntnisse voraus; aber die praktische An-wendung der hier erhaltenen Lehre» oder die Ausübung der medicimsche» Kunstersodert noch mehr. Was die Vorkenntnisse angeht, so bestehen sie vorzüg-lich in der Kenntniß der beiden alten gelehrten und einiger andern Sprachen, inder Bekanntschaft mit der Geschichte, Ökonomie, Mathematik und Philosophie.Estragon diese Wissenschaften theils dazu bei, den Geist des Menschen auszubil-den, ihn aus die Stufe der Bildung zu erheben, die schon dem angehenden ArzteNoth thut, theils ist auch ihr Inhalt selbst für den Arzt von Wichtigkeit, undbald Mittel zur ärztlichen Bildung selbst, bald selbst ein Stutzpunkt derselben.Auf Akademien wird gewöhnlich der nieticinische Unterricht ertheilt; zeboch wirdNiemand sich hier dem mündlichen Unterrichte allein anvertrauen, sondern es mußzu diesem fleißiges und gewähltes Lesen, sowie eigne Übung, Beobachtung w. hin-zukommen. Die Zeit des akademischen CursuS ist auf 4 — 5 Jahre zu bestim-men, und auch um ihn in dieser Zeit zu vollenden, muß man die einzelnen Wis-senschaften recht ängstlich eintheilen. Folgender Ltudienplan scheint derzweckmäßigste: Im ersten Halbjahre, welches am besten zu Ostern ansangt undvorzugsweise vorbereitend sein soll, ist fortzusetzen: .->) das Sprachstudium undein kritisches Eollegium über einen lat. und gnech. Classiker zu höre»; 1>) das Stu-dium der schonen Künste und Ästhetik; c) Studium der Philosophie, nach dergewöhnlichen Einrichtung über Logik und Metaphysik zu hören; an diese abermuß sich das Studium der philosophischen Systeme, vorzüglich der neuesten Zeitanschließen; >l) die Mathematik; o) Botanik, die keine große» Vorkenntnissevoraussetzt; l ) Osteologie und ^yndesniologie; ß;) medicinische Encyklopädie undMethodologie, von Einigen auch Propadeutik genannt. Das zweite Halbjahrsei vorzugsweise der Betrachtung der leblosen Natur gewidmet: .-.) die Anatomieund das Lttutium des menschlichen Körpers i» seinem todte» Zustande ist hierdie Hauptwissenschaft, daneben muß aber auch l>) Physik, c) Chemie, ,1) allge-meine Naturgeschichte und o) allgemeine philosophische Nakurwissenschast (alsVorbereitung zur Physiologie) studirt werden. Überdies kann über die Logik undMetaphysik noch eui Mal oder über eine andre philosophische Doctrin (Miwestphi-losovhie, Ästhetik) oder über Geschichte »och ein Eollegium gehört werden. DieBeschäftigung des dritten Halbjahres sind: a) Physiologie als Hauptwissenschaft,I>) Psychologie, o) Anthropologie, ck) Naturgeschichte des Menschen unt seinerSpecies, «.-) Hygienie, s) Mineralogie, yI Wiederholung der Anatomie in einemExaminator»»», >,) Wiederholung oder Fortsetzung der Botanik. Im viertenHalbjahre, welches der Kenntniß des Lebens im kranken Zustande und der Mittelgegen diesen Zustand bestimmt ist, machen H die Pathologie und l>) die Heilmü-tellehre die Hauprwissenschaften auü. Dabei aber muß sich der Schüler c) ,m