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Siebenter Band. M bis N.
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Medicin ische Geographie

Pole leben und gesund sein kann, da er bald auf dem Meere Iahrelmg, bald ausden Gebirgen oder i» riefen Thälern und Schachten, oder in sümpfen ausdauernkaun, so baden doch die verschiedenen Umstände und äußer» Verhältnisse, unterdenen er lebt, auf sein ganzes Sein einen grollen Einfluß. Auch bemerken wir inder That die größten Verschiedenheiten des (körperlichen und geistigen) Menschen,welch? von. den .unsern Umgebungen abhängen. Man vergleiche den kräftigen, lei-denschaftliche» Sohn der arabischen Steppen mir dem kalten, blassen, schlecht ge-nährten .Voroländer, den lebhaften, cholerischen Italiener mit dem bedächtigenHolländer ic. Wo aber die Beschaffenheit des Menschen »n gesunden Zustandeschon verschieden ist, da wird sich dies in Krankheiten noch auf eine viel ausgezeich-netere We.se äußern. Manche Krankheiten bilden sich bloß in gewissen Gegendenaus und erhalten sich hier' (wie z. B. der Weichselzopf in Polen n. a.), oder ver-breiten sich vorzüglich durch Ansteckung kann nach und nach weiter. Die Übel,welche nur durch Ansteckung entstehen, wie die Blattern, Masern, Lustseuche

и. a., haben sich höchstwahrscheinlich zu einer ziemlich entfernten Zeit an gewissenOrten und unter Umständen, die von den mehrsten sehr ungewiß, von vielen ganzunbekannt sind, einmal gebildet und steh dann durch Übertragung von Einem aufden 'Andern erhalten. Jene berührten äußern Umstände müssen ferner auf denVerlauf der gewöhnlichen Krankheiten, vorzüglich der fieberhaften, einen großenEinfluß haben, daher auch für die Arzneimittel in den verschiedenen Ländern beieiner und derselben Krankheit eine sehr verschiedene Empfänglichkeit vorhanden ist.Im Allgemeinen muß man hierbei 1) da? Verhältnis; der Erde zur Sonne unddem Monde, wahrscheinlich auch zu andern Himmelskörpern berücksichtigen.(Vgl. Tag-und Räch kleben.) Die regelmäßige Abwechselung von schlafund Wachen, die Regelmäßigkeit in den Ausleerungen und in der Aufnahme neuenStoffes, und in der Wiederkehr mancher Krankheitszustände m gewissen stun-den (z.B. der Parorpsmen in den Wechselsiebern, der Abendverschlimmerunge» inandern Krankheiten) gehört hierher. Den Einfluß des Mondes auf den Verlaufder Krankheiten erkennt man in den Äquatorialgegenden am deutlichsten, aberauch anderwärts, z.B. durch die an dem 7., 1-t. und 21. Tage so oft erschei-nende Krisis, die alle Monate wiederkehrende Reinigung der Weiber oder die ingleichen Perioden erscheinende Hämorrhoidalblutung, die größere Heftigkeit, mitwelcher die Anfalle mancher Krankheiten, z. B. der Epilepsie, in manchen Monds-phasen erscheinen. Ferner weiß man, welch einen großen Einfluß Wärme undLicht auf alle organische Wesen haben. Die heiße Zone, ein porenzirter Sommer,der nur durch Feuchtigkeit gemäßigt wird, erzeugt gallige, nervöse und fauligeKrankheiten, in ihr besinde» sich höchst wahrscheinlich die Omellen der contagichenKrankheiten und der scheußlichsten Hau'übel. Die kalte Zone, ein wenig unter-broebcner Winter, erzeugt eine kümmerliche, dürftige, kleine und schwache Orga-nisation, die Krankheiten sind mehr lumphatisch und kachektisch. In den gemäßig-ten Zonen entwickelt sich der Mensch zu der höchsten Blüthe des Daseins in körper-licher und geistiger Hinsicht, die Krankheiten der heißen und kalten Zone wechselnmir den Jahreszeiten, und durch den Wechsel selbst wird eine Gelegenheit zu vie-len andern (z. B. zu Kara:nchen, Rheumatismen, Entzündungen rc.) gegeben.2) Muß man die Atmosphäre, ihre Warme oder Kälte, Feuchtigkeit und Trocken-heit, ihre Bewegung und elektrischen Verhältnisse berücksichtigen. Bald athmetman eine reine Luft, bald ist sie mit Ausdünstungsstoffen angefüllt, die Aus-dünstung wird bald vermindert, bald vermehrt, das Blut mehr oder weniger orr-genisirt; alles Dieses, sowie die Schwere der Luft in den Thälern, die größereLeichtigkeit und dünnere Beschaffenheit auf hohen Gebirgen, müsse» die Eonstitu-

к, on merkbar verändern. Beispiele dieses Einflusses sind die K retinen (ft d.);die lebhaften, schnellfüßigen Bergbewohner; der trockene und biliöse Beduine in