Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
249
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Meerschaum 249

(Haag 1863—15, 4 Bde., 4.). SeineWitwe, selbst eine geschätzte Dichteiin,hat sein Letzen tzeschi'ietzen. M.'S auserlesene Bibliothek, deren Katalog eine lite-rarische Merkwürdigkeit ist, wurde 1824 im Haag veraucsionirt, und 171,000holländ. Glkn. daran? gelöst, darunter 32,000 für die Handschriften. Das Ver-zeichnis der Preise ist im Druck erschienen.

Meerschaum, eine Gattung von Talkerde, welche man erst in neuernZeiten näher kennen gelernt hat. Dieses weikgeltzliche oder blaß - isatzellfartzene,fettige, seifenartig anzufühlende und zähe Mineral, das einen feinerdigen, mattenBruch hat, sehr weich und leicht ist und sich zerschneiden läßt, ist aus gleichenTheilen Kieselerde und Bittersalzerde zusammengesetzt. Den Namen hat es vonseiner schwammigen Beschaffenheit, wodurch man ehemals verleitet wurde, es füreinen verhärteten Schaum des Meerwaffers zu halten. Es wird in Griechenland in der Gegend von Thiva oder StiveS (sonst Thetzen) gegratzen; nach Nietzuhrauch in Kleinasien , nicht weit von Cognie oder Eoni (Ikonium), und bricht taseltzstin einer grauschieferigen, 6 Schuh mächtigen Kalkkluft in nicht starken Adern.Auch in Spanien tzei Madrid, dann in Frankreich am Montmartre u. a. a. L).wird Meerschaum gefunden. Die frisch gegrabene Erde ist weiß, zähe, fast wieWachs, verhärtet sich aber in der Luft bald zu solcher Masse, die zum Verfertigender Tabackspfeifenköpfe tauglich ist. Man bohrt und schneidet dann die Masse.Es werden jedoch aus der noch frischen Erde Pfeifenköpfe gebildet, indem man kiesein Formen (in welche mancherlei Figuren geschnitten sind) preßt, die Löcher hinein-bohrt und die Masse dann trocknen läßt. Nach einigen Tagen, wenn ihrcDber-stäche mit einer verhärteten gelblichen Haut umzogen ist, bringt man sie in einenausgewärmten Backofen, wo sie bis zum völligen Erkalten liegen bleiben. Dannwerden sie eine Stunde lang in Milch gekocht, hernach mit Schachtelhalm oderKannenkraur und zuletzt noch mit weicher Erde abgerieben und polirt. Hieraufverkauft man sie nach Konstantinopel , wo sie zum Theil noch verschiedentlich ge-färbt werden. Zn Ansehung der Farbe und specifischen Schwere sind die echtenPfeifenköpfe verschieden; die weichen sind die besten. Da man die Meerschaum-pfeifenkopfe in der Türkei nicht sonderlich schätzt und ihnen die kleinen rothen thö-nernen Pfeifenköpfe vorzieht, so werden sie durch griech. Kaufleute nach der Mol-dau und Walachei, nach Siebenbürgen, Ungarn , Brotv und Ternopol, und nachDeutschland versandt. Die Hauptnicderlage der zur See eingeführten türkischenPfeifenköpfe ist zu Triest, wo sie unmittelbar aus der Türkei in grobgestochtenenKörben anlangen. Auch in Wien befinden sich Niederlagen von Meerschaum-köpfen, welche zu Lande über Semlin eingeführt werten. Zur leipziger Messekommen sie in mit Baumwolle ausgefütterten Kisten zu ungefähr 1000 Stück vonallerlei Größe zum Verkauf. Der größte Theil dieser Köpfe kann nicht geschnitten,sondern nur gereinigt, ausgebessert, polirt und gesotten werten. Nur die großenund unvollkommenen Stücke und der ungeformte Meerschaum ersotern den Schnitt.Die Fabriken, welche sich in Deutschland mit dem Schneiden abgeben, sind zuNürnberg, Fürrh, Lemgo, Schmalkalden, Leipzig, Hamburg und Lübeck . DieWaare wird auf der Drehbank an der Hohldocke durch ein verkröpfteS Dreheisenabgedreht. Die geschnittenen Köpfe sind von viel gleicherer, mehr gelber Masseals die, welche man gewöhnlich über Brodv und aus der Moltau und Walachei erhalt. Man bringt auch rothen Meerschaum über Triest und Semlin zum Hantel,aus welchem in deutschen Fabriken ebenfalls Köpfe geformt werden. Die Meer-schaumkopfe werten sehr täuschend nachgemacht. Christoph Dreiß zu Suhl fingvor mehren Jahren an, den Abgang des Meerschaums zu Pseifenköpfen zu be-nutzen, welche aber den echten an Dauerhaftigkeit nicht gleichkommen. Andre, z.B.Wagner in Suhl , ahmten dies nach ; Einige verfertigten sogar Pfeifenköpfe vonlau er Gops. Ei» echter Mecrschaumkopf nimmt, wenn man ihn mit einer S-rl-