Meinhard 253
Flor der Georgia Augusta ; er bearbeitete eine Geschichte betreiben, deren Nicht-vollendung nu bedauern ist. Seine Lieblingsbeschäftigung war da- Studium der(beschichte der menschlichen Cultur und insbesondere der Religion, wozu er schon inseinen frühesten Schriften, besonder-in seiner „Ili.-Icnin ckneiriinn: <>, ,l, >> von"den Grund gelegt hatte. Indeß entbehrt gerade sein letzte- Werk über diesen (Ge-genstand: „Allgemeine kritische Geschichte der Religion" (Hanover 1806, 2Bde.),mehr als seine übrigen der Kritik und lichtvollen Anordnung. Einige frühere Ab-handlungen dagegen tragen da- unverkennbare Gepräge eine- ruhigen und beson-nenen Selbstdenker-. Au- seinen Schriften über da- Mittclalter und besondersaus den fleißig gearbeitete» Biographien der großen Restauraroren der Wissenschaf-ten im 15. und 16. Jahrh, wird ein neuer Barste einst trefflichen Stoff ;ur Bestä-tigung und Widerlegung hernebmen können. Sein Verdienst wurde auch im Aus-lande anerkannt. Eine franz. Übersetzung der „Geschichte des Ursprung-, Fort-gang- und Verfall- der Wissenschaften in (Griechenland und Rom" (Lemgo 1781,2 Bde.), sein beste- Werk, verschaffte ihm die Mitgliedschaft dc- Nationalinsti-ttitS; auf seine Entscheidung beriefen sich ital. Akademien; Deutschland aber wirdihn stet- unter seine fleißigsten Literatoren zählen. Die Kunst zu e.rcerpiren undseilte Excerpte in Bücher umzustempeln, besaß er in hohem (Grade. Sein letzte-,sehr anstehende- Werk war: „Untersuchungen über die Verschiedenheit der Men-schennatur in Asien und den Südländern" (Tüb. 1813, 2 Thle.). Er starb den I.Mai 1810 in seinem 64. Lebensjahre. Dgl. Ucvnii inc»>e»ia ojus evnnnen-tlat-i" (Göttingen 1810, 4.).
Meinhard (Johann Nicolaus), eigentlich Gemeinhard, welchen Na-men er aber in Italien in Meinhard veränderte, war den 11. Sept. 1727 zu Er-langen geb. DerTheologie bestimmt, ging er 1746 nach Helmstädt, entsagte ihraber au- natürlicher Abneigung gegen Zwang und aus Begierde die Welt zu sehen.Mosheim verschaffte ihm 1748 eine Hauslehrerstelle in Liesland, wo er nicht nurseinen Zöglingen sehr nützlich war, sondern auch die alten und neuen Classiker mitdem größten Eifer studirte. Aus Liebe zur Veränderung beschloß er 1751, überKopenhagen nach Holland zu reisen. Seine Sprachstudien fortzusetzen, ging er1752 nach (Göttingen und 1755 abermals nach Liefland , dessen Klima seiner (Ge-sundheit am besten zusagte. Er wurde Hauslehrer bei dem Baron von Budberg und reiste im folgenden Jahre mit seinem Zöglinge turcy Deutschland, Frankreich ,Spanten und Italien . Nach seiner Rückkehr 1759 promovirte er zu Helmstädt undwollte Vorlesungen über die schöne» Wissenschaften halten. Aber sein unstärer Geisttrieb ihn bald von dort weg nach Hamburg , um Zachariä kennen zu lernen. Siewurden Freunde, und M. kehrte mit ihm nach Braunschweig zurück, wo er seine„Versuche über die ital . Dichter" drucken ließ, die noch jetzt als ein Hauptwerk überdiesen (Gegenstand in unserer Sprache zu betrachten sind. Täglich im Umgänge mitZachariä, Eberr, (Gärtner, Schmidt u.A., vergaß er eine Zeit lang seine Hvpochon-drie; aber nach einem Jahre kehrte das Übel verstärkt zurück. Die- bewog ihn,nach Leipzig zu gehen, wo er (Gellert'S und Weiße'- Umgang genoß. Auf den Rathseiner Freunde begleitete er 1763 einen Grafen Moltke als Hofmeister aufs. Rei-sen durch Frankreich, Italien und England, wurde 1765 in Berlin mir Ramler,Lessing, Nicolai, Mendelssohn u.A. bekannt, kehrte, nachdem er s. Grasen dem Va-ter zu Kopenhagen glücklich übergeben hatte, nach Braunschweig zurück und gingsodann nach Erfurt , als dem, wie er glaubte, für seine Gesundheit zuträglichstenOrte, wo er beinahe 2 Jahre fast ohne alle Bekanntschaft in einem Gasthaufc lebte.Ganze Wochen brachte er in der Einsamkeit zu im Genusse seiner auserlesenen Bü-chersammlung. 1767 ging er wieder nach Berlin , wo er ani 15. Ium starb. M.besaß bei einer großen Bescheidenheit, die gegen Fremde bis zur Blödigkeit ging,eine uirgemeine Belesenheit, besonders im Fache der schönen Wissenschaften. Er