Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Meister Meistersänger

zende Manier mit einem feinen Anstriche von Galanterie empfahlen seine Schrif-ten , obgleich man ihnen auf der andern Seite auch gezierten Ausdruck, spielendenWitz unk leere Declamation, ja sogar Verstöße wider die Grammatik vorwarf.Die bekanntesten sind „Skizzen" (1-1 Sainml., Leipzig 1118—3k), sie enthaltenprosaische Aufsätze verschiedenen Inhalts, Anekdoten, Erzählungen, Fabeln u. s.w.z „AlcibiadeS" (Leipzig 1181.— 88, 4 Thle.); „Bianca Capello " (1185,2Thle.); „Epaminondas'S Biographie" (Prag 1138); „Leben des Julius Cä-sar " (1133 und 1801, 2Thle., fortgesetzt und vollendet von Haken, 1812, eben-falls 2 Thle.). ?llle, das letzte ausgenommen, gehören zu den historischen Roma-nen. Ferner „Bruchstücke zur Biographie I. G. Naumann's" (Prag 1808—8,2 Thle.). Unter seinen Arbeiten für die Buhne ist sein „Johann von Schwaben"(Leipzig 1180) die vorzüglichste. Er war mit Kanzler 1183—85 Herausgeberder Quartalschrift „Für ältere Literatur und neuere Lecture", und gab 1133 w.die Monatsschrift „Apollo" (1133—35) heraus.

M eister (Leonhard), geb. 1141 zu Ncftenbach bei Zürich , kam nach demTode seines Vaters, welcher dort Pfarrer war, nach Zürich . Breitinger, Stein-bruche!, Ulrich, Hirzel und Bodmer wurden seine Lehrer. Nebst der classischenLiteratur zogen Geschichte und schöne Wissenschaften ihn an. Er arbeitete mitnngemeiner Leichtigkeit; aber diese Leichtigkeit, verbunden nnl dem Beifall, den seineSchriften eine Reihe von Jahren hindurch bei der Lesewelt fanden, wurde Ursache,die Gründlichkeit zu vernachlässigen. Doch sind auch in der süchtigsten seinerArbeiten eignes Urtheil, freies Denken und ein reicher Schatz von Kenntnissen sicht-bar. Die Echrift über die Mode und die romantischen Briefe eröffnen , und die„Meisteriana" beschließen den Kreis, in welchem seine Arbeiten über die Geschichteder teutschen Sprache und Literatur und seine Beiträge zur helvetischen Geschichtedie bedeutendsten sind. Die 1113 angetretene Professur der Geschichte an derZüricher Kunstschule vertauschte er 1131 mir der Pfarrei St.-Iakob bei Zürich .11 >3 verschlugen ihn die politischen stürme von der Kanzel >n die Archive des hel-vetischen Vollziehungsdirectoriunis. Bald sehnte er sich nach den stillern Musenzurück, und schon 1800 war er wieder Pfarrer zu Lagnau am Fuße des Aldis;einige I. später legte er die stelle nieder, um ausschließlich den Wissenschaften unddem Privatunterrichte von Zünglingen, die man ihm anvertrauen würde, zu leben;neues Bedürfniß führte ihn nochmals zum Pastoralbcrufe zurück. Er starb denlü.Oct. 1811 als Pfarrer zu Kappel im Camon Zürich .

M eistersa » ge r. Der deutsche Adel, der im 13. Jahrh, in sorgsamerAusbildung und eifriger Förderung teutscher Dichtkunst gcwetteiserr hatte, hörtemit Anfange des Is.fast ganz auf, an dieser edeln friedlichen Beschäftigung Ge-schmack zu finden, und ergab sich von Neuem den: kriegerischen Leben in den man-nigfachen Fehden, die damals allenthalben in den deutschen Landen entbrannten.Nur hinter den Mauern der Stätte konnten damals friedliche Künste und Ge-werbe blühen, die bis auf die neueste» Zeiten ihr Eigenthum geblieben sind. I»jenen Zeiten allgemeiner Regellosigkeit und Ungebiindenheic hatten die Freunde derOrdnung sich eine desto festere und strengere Regel erwählt. So hatten sich über-all die Leute Eines Gewerbes in eine Zunft vereinigt, gewisse unverbrüchliche undmit ängstlicher Pünktlichkeit ausgedachre Gesetze gegeben, bannt selbst der Scheinder überall herrschenden und von ihnen so gehaßten Gesetzlosigkeit unter ihnen nichtaufkommen konnte. Einem solchen Zwange mußte» sich nicht nur die eigentlichenHandwerke, sondern auch die freien, schöne» Künste in den Sndten fugen. Soerging es auch der Dichtkunst. Die ehrsamen, stillen Bürger und Handwerker,besonders der Reichsstädte, fanden Vergnügen daran, in langen Winterabendendie Lieder und poetischen Erzahlmigen der Minnesänger zu leien; bald sielen die-jenigen unter ihnen, die in sich einiges Talent fühlten, darauf, sie nachzuahmen