Band 
Siebenter Band. M bis N.
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255
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Meinung Meißner 255

Mein.-Hildbnrgh. ein zusammenhängendes CKbict von ll^ss^M., 131,000 Einw.(tailinter 128,000 Lutheraner) und 150,000 C'uld. Eink. Die -Ltaarsschuld:2(Diill. <Kuld., das Bundescontingenk: 1150 M. Am 1. April 1820 erbicltMein.-Hildburgh. eine neue LandeSorganisation, welche die Zustiz von der Polizeitrennt, und am 25. Apr. 1820, nach Vernehmung der Landstände, ein ncucsss'rulid-gesetz für die vereinigte landschaftl. Veifassung des Herzogtb., nach welchem Wahl,Rechte und Obliegenheiten der 24 Landstände wie früher bestimmt sind. Zeder Standernennt 8 Abgeordnete; der der Dauern durch Wahlmänner, welche aus 6 Zahregewählt werde». Der Staat ist untheilbar; die Staatsbeamten sind verantwortlich.

Meinung, öffentliche, s. Öffentliche Meinung.

Meiste n, die älteste Stadt desKonigreicbsSachsen, die Wiege desMark-graffhumS Meißen, ward von K. Heinrich I. als Schutzwehr seiner deutschen An-siedelungen gegen die umwohnenden Slawen 028 erbaut. Sein Sohn Otto I. voll-endete die Anlage durch die Erbauung desDomeS und die Stiftung einesDisthums,dessen Sitz die Stadt von 068 bis zur Reformation war. Von den alten, durchHeinrich I. erbauten Befestigungen sind nur noch wenige Überreste tu sehen. DieMarkgrafen von Meisten, die Landesherren, nahmen ihren Sitz schon im 18. Zahi h.zu Dresden . Sie erlangten 1486 da? Durggrasihum Meisten und 1581 auch dieBesitzungen des BiSthunis Meisten. Die Stadt liegt auf und zwiftbcn Hügeln amlinken User der Elbe, über welche die älteste Elbbrücke des Landes fuhrt, die wahr-scheinlich schon ini II.Zahrh. erbaut, aberZMal, 1541, 1151 u. 1813(13.März)aus Rücksichten kriegerischer Vertheidigung verbrannt wurde. Zu den Merkwürdig-keiten der Stadt gehört die Domkirche, ein Meisterstück altdeutscher Balikunst, niiteinem wabrschemlich aus der nicht ganz genau :u bestimmenden Zeit der ersten Er-bauung bersiammenden Thurme, der in einer 60 Fuß hohe» Spitzsäule von durch-brochener Arbeit sich endigt. An die Kirche stieß die um 1425 von dem ersten Kurfür-sten von Sachsen aus dem meißnischen Hause, Friedrich dem Streitbaren, zum Erb-begräbnis seines Stammes erbaute Fürstencapelle mit dem ehernen (Wal-male desStifters. Das an die Domkirche grenzende Schloß, die Albrechisburg, vor Zeitender gemeinschaftliche Wohnsitz des Markgrafen, des Burggrafen und des Bischofs,wurde 1411 fast ganz neu erbaut. Seit 1110 ist hier eine Poi zclkanfabrik, dieälteste in Europa . Die vorn Kurfürsten Moritz 1543 gestiftete Furstcnschule ist inden (Wbäiiten des chemal. Afraklosters, auf einem Berge, den eine nn 18.Zahrh.erbaute kühne Brücke mit dem Sckloßberge verbindet. Die Stadt, die der Sitzeines KreisamlcS ist und in 600 H. 6500 Einw. hat, nährt sich von der Porzellan-fabrik und von dem Weinbau, zu dessen Beförderung seit 1109 hier eineWeinbau-gesellschasr besteht. Zn dem anmulhigen, wegen des Vorkommens von Pccbsteingeognostjsch merkwürdigen Trübischtkale liegt das Buschbad, eine gegen Ende desvongen Jahrh, gefaßte Heilquelle. S. P. Reinhard: „Die Stadt Meißen , ihresskesch., Meickwürdigk. und Umgegend" (Meißen 1820, mit Kps.).

M eißner (August Gottlieb), geb. den 4. Nov. 1153 zu Bautzen in derOberlausitz, studirte von 1115 —16 zu Leipzig und Wittenberg die Rechte undschonen Wissenschaften. Die Bekanntschaft mit Engel entschied seine Vorliebe fürsTheater; er schrieb für die Seiler'sche Schauspielergcsellschaft mehre Operettennach dem Französischen. M. wurde Kanzellist beim <Keh. Concilium, später (Wh.Archivsregistrator zu Dresden und gewann die Csiinst des Ministers von Wurmb.Eine Reise durch einen Theil der östr. und deutschen Staaten verschaffte ihni einenRuf nach Prag , wo er seit 1185 als Pros. der Ästhetik und classischen Literaturlebte. 1805 ward er nassauisch-oranischer Consistorialrath und Ducctor der hohenLehranstalten zu Fulda , wo er den 20. Febr. 1801 starb. Die Wel ke dieses frucht-baren Schriftstellers gehörten eine Zeit lang zu den gelesenste» in Deutschland .Blühende Einbildungskraft, leichte «prache, Anmuth und Witz und eine glän-