Band 
Siebenter Band. M bis N.
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261
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Metunchth^n 26 -t

Mekanchthvn (Philipp), Luther'sMikarbeiteran der Reforniation, geb.den Iß.Fedr. 1497 zu Brette» in der Pfalz am Rhema. Van seinem Baker,(George Schwarzerb, der ein Rüstmeister des »Psalzgraftn war und 1507 starb,lind von seiner Mukker, Barbara, einer nahen Verwandkin des großen Huma-nisten Reuchlin, ging der speist einer strengen l^ewissenbaftigkeit und Redlichkeitauf ihn über. Seliene Oeistessäbigkeiten zeichneten ihn ftuhzeikra aus, und dieschnellen Fortschritte in den alten Sprachen, lurch die er steh als Knabe aus derSchule zu Pforzheim hervorthat, gewannen ibm Reucl lin's besondne stleigung.Aus dessen Anrarhen verwandelte er, nach der Sitte ter l^elebrten jener Zeit, sei-nen Namen Schwarzerd in den griechischen Melanchthon und ging schon ,510aus die Universität >ii Heidelberg. Hier eilte er in den philologischen und philoso-phischen Lkudien allen Andern so voran, daß erschon das^sahr daraus Baccalau-re«is der Philosophie und Instruckor einiger jungen trafen werden konnte. Dochda ihm diese Universität wegen seiner Zugent die Magisterwürde versagte, gingen1512 nach Tiibingen, wo ersieh», neben seinen bisherigen Studien, besondersterTbeologie ergab und 1514, nach erlangter Magisterwürde, Vorlesungen übergl lech. und lat. Schriftsteller hielt. Die (^rundlichken seiner Kennt»,sie bewieseine griechische (Naminatik, die er uui diese Zeit herausgab. Sein geistvollerVernag als akademischer Lehrer erwarb ihm aber bald allgemeine Achtung, undder große ErasmuS selbst gab ihm 1518 das Lob einer «»gemeinen Belesenheir,genauen Kenntniß des classischen Alterthums und beredten geschmaclvollen Schreib-art. Tübingen betrauerte daher den Verlust seiner vorzüglichsten Zierde, als M.,auf Reuchlin'S Empfehlung, nach Wiktenberg berufen, auf dieser Universität inseinem 22. ss-chre die Professur der griech. Sprache und Literatur 1518 antrat.Wiktenberg wurde durch ihn nickt weniger als durch Lulher'S Ruhm die Schuleder Nation. Sein aufgeklarter Geist entschied sich bald für die Sache der wie-deierweckken evangelischen Wahrheit, und sein durch classische Bildung gereiftesUrtheil, sein Scharfsinn als Philosoph und Exeget, die ungemeine Bestimmtheitund Ordnung in seinen Begriffen, die über Alles, was er behandelte, Licht undAnmuth zu verbreiten wußte, die Behutsamkeit, mit der sei» durchdringenderBeistand vorn Zweifel zur Wahrheit fortschritt, und der standhafte Eifer, mitdem er die gefundene Wabrheir festhielt und vertheidigte: dieser zu allen Zeiten sel-tene Verein großer Eigenschaften und Verdienste hak unstreitig ebenso viel zumFortgang und (Gingen der Reformation gewirkt, als Luthers Thatkraft, Feuerund Unternehmungsgeist im Anregen, Treiben und Verfechten dieses Werkesleisteten. M.'s Überlegenheit als Gezählter, sein sanfter, freundlicher Charakter,die Mäßigung und Gerechtigkeit, mit der er euch die Gegenpartet behandelte,machten ihn vorzüglich zum Vermittler geschickt; Niemand wußte besser als erLmhei's Harren zu mildern unk die neue Lehre mit der unbefangensten Wahr-heitsliebe und verständlichsten Klarheit auch der Überzeugung Derer zu empfehlen,die dagegen eingenommen waren. Dieses Verdienst erwarb er sich besonders durchseine 1521 zuerst erschienene» ,ck.<wo.>i tbenlo^ievL", ein Werk, das zu einer zu-gleich wissenschaftlichen und festlichen Darstellung der christlichen Glaubenslehredie Bahn brach irnd das Vorbild aller protestantischen Bearbeiter der Dogmarikwurde. Unmittelbar griffen in die Kirebenverfassung Sachsens feine 1527 aufBeseht des Kurfürsten abgefaßten Visitationrartikel ein, m denen er den Visiraro-ren der sachs. Kuchen eine Hnstiuetion über die Lehre, d«e dem Volke vorgetragen,und über die Veränderung der kirchlichen Gebräuche und Einrichtungen , die nunangeordnet warten sollte», an die Hand gab. So sanft er übrigens in dieserSchrift manchen streitigen Punkt berührte, so entschlossen drang er doch 1529 aufdie Prokostasion gegen den Schluß des Reichstags :u Lpeier, der seiner Parte,der Namen gab, und- bewundeirstivurtig ist die Sicherhedr der religiöse» Über-