Mercuriale Mercy (Franz dc — Florimond Claude de) 299
in dem Stande, in der Gebärdung und Miene den Besonnenen, Schlauen, Freund-lichen, dem es leicht wird, Alles zu unterbandeln, Jeden zu gewinnen, ?(lles mitBekendigkeit tu vollführen. In dem Ideal des Mercur ist da? (Gleichgewicht kör-perlicher Schönheit und geistiger (Gewandtheit wundersam vereinigt. Er ist entwe-der gant nackt oder nur mit der Cblamrs dargestellt. Scl'en hat er diele ordentlichumgenommen, sondern bloß über die Schulter geworfen oder um den Arm gewickelt.Den Kopf trägt er bald bloß, bald hat er daran ein Paar über den Schlafen befe-stigte Flügel, bald ist ihm der Hut aufgesetzt, an welchem zuweilen die Flügel ange-bracht sind (,«-t >>-,»>.). Der Hut, welcher hauptsächlich den Wanderer bezeichnet,hat in den Bildwerken einen stachen Kopf und eine schmale Krämpe; auf Dasen-zeichnungcn kommt er aber auch mit breiter hängender Krämpe und spitzem Kopsevor. Sind die Flügel nicht an einer Schnur um den Kopf oder Hut befestigt, sosiebt man sie entweder an den Knöcheln oder an den Noblen angebracht, oder auchbloß am Caduceus. Als Symbole gab ihm die bildende Kunsi den Hahn, umWach-samkeit oder Streitlust (wegen der (Gymnastik); die Schildkröte, um seine Erfin-dung der Lvra; de» Beutel, um den Gott des Handels; Widder und Patera, umden Anordner der religiösen Gebräuche und Opfer; den Stumpf des PalmbaumS,an den sich seine Statuen lehnen, um den Erfinder der Schreib- und Rechnenkunst(auf Palmblättern); die Harpe oder das sichelförmige Messer, um den ArgoStöd-ter; den Hund (bloß auf alepandrinifchen Münzen), um Scharfsinn und Wach-samkeit anzudeuten. — Über den Planeten dieses Namens s. Planeten.
M ercuriale. Am ersten Mittwoch nach den großen Ferien der sranzös.Parlamente hielten sie eine volle Ratssitzung, um die Mangel in der Rechtspflegeunk besonders im Geschäftsgänge des Gerichts selbst zu besprechen und über dieVerbesserung ;u beschließen. Den Vertrag hatte, von Sitzung ;u Sitzung wech-selnd , der erste Präsident und der Generalkronanwalt. Vom Tage hießen die Re-den Mercurialien, davon Rügen , Verweise.
M e r cu r i a l m i t t e l, Merc u r i a lsa lz e, Mercuria, (.Queck-silber und O.uecksilbcrmittel,
Mercy (-Franz de), einer der größten Generale im dreißigjähr. Kriege, geb.zu Longwy in Lothringen. Im Dienste des Kurfürsten von Baiern schwang ersich von Grad zu Grad empor. 1643 schlug er den General Ranzau bei Tuktlin-gc», worauf er als kurbairischer Generallieut. und kaiserl. Feldmarschall ein ver-einigtes Heer befehligte, Rotweil und Überliugen wegnahm, das Jahr darauf daswichtige Freiburg eroberte und in dessen Nähe ein festes Lager bezog; hier ward ervon dem berühmten Cond.'- angegriffen und nach einem 3tägigenKampfezumRück-zuge gezwungen, auf welchem ihn der Marschall Turenne beunruhigte, dennochaber keine Vortheile über ihn erhalten konnte. Den 5. Mai (25.Apr.) 1645 schluger Turenne bei Mergenrheim, fand aber am 3. Aug. (24. Juli) dess. I. in demTreffen bci Allersheim unweit Nördlingen seinen Tod. Er wurde auf dem Schlacht-felde beerdigt, und der Stein, welcher sein Grab deckte, erhielt die Inschrift: „d>iavüiiw. b.'iae», e-il,->-i!" ('Weile, Wanderer, du stehst auf dem Grab einesHelden.) I. I. Rousseau bemerkt in s. „Emil", daß die einfache Nennung einesseiner Siege das Denkmal des Feldherrn besser geziert haben würde als diese pomp-hafte, dem Alterthum abgeborgte Inschrift. — Mercy (Florünond Claude de),ei» Enkel desVorhergehenten, geb. in Lothringen 1666, trat 1632 in die Dienste desKaisers Leopold I. und zeichnete sich als Freiwilliger bei der Vertheidigung von Wien gegen die Türken aus. Neine Tapferkeit, namentlich in der Schlacht von Zenta(1667), erwarb ihm die Stelle eines Majors. Mit gleicher Auszeichnung dienteer in Italien , u. a. schlug er 1701 bei Borgosorte mit 80» Reitern 6 Escadronsfeindl. Cavalerie in die Flucht. Auch am Rhein machte er sich als kühner Anführerder Reiterei berühmt, u. a. in der Schlacht von Friedlingen. 1705 stürmte er die