300 Mergel Merlan (Familie)
Linien von Pfaffenhofen und zwang die Franzosen , sich unter die Kanonen vonSrrasburg zurückzuziehen; 1706 deckte er durch geschickte Manoeuvres Landau ,welche? er mir neue» Mundvorräthen und Truppen versah. 1707 am 24. Sept.schlug er den franz. General DivanS bei Offenbiag; als er aber 1700 zu tief insElsar, eingedrungen war, ward er von dem bei Rumersheim verschanzen franz. Ge-neral du Bourg gänzlich geschlagen (26. ?lug.). Zum Feldmarschall ernannt, er-hielt er 1716 das Commando eines Theils der Armee gegen die Türken. Hier hatteer Antheil an den Siegen von Peterwardein undBelg>ad. Ebenso ruhmvoll führteer 1710 das Obercommando in Sicilien gegen die Spanier. Wahrend des Friedensmachte er sich um die Cultur des BanatS verdient. 1734 ging er als Oberfeldherrnach Italien und besetzte das Herzogthum Parma , ward aber am 20. Juni, alser den Angnff bei Croisetta in Person leiten und eben den Befehl zur Schlacht gebenwollte, erschossen. Seine Leiche wurde in Rezgio beerdigt. Da M. keine Kinderhatte und das mit dem Grafenkikel belegte Lehen Mercv in Lothringen seiner Fami-lie erhalten wollte, so vererbte er s, Namen an einen Verwandten, den GrafenAntoine v. Argenteau, der gleichfalls in östr. Dienste trat und sich in denFcldzügen in Ungarn, Baiern und im Elsaß , sowie 1746 — 48 in den Niederlan-den auszeichnete und 1767 als Generalgouverneur in Efseck starb.
M erian, der Na me e. Künstlerfamilie. Der berühmte Matthäus M.der Ältere, geb. zu Basel 1503, lernte bei Dietrich Mener in Zürich und beiTheodorteBryOppenheim, ließ sich in Frankfurt a. M. nieder, trieb einen star-ken Kunsthandel und starb m Schwalbach 1 "51. Er arbeitete sehr sauber und flei-ßig mit der Nadirnadel. Seine vornehmsten Werke bestehen in Vorstellungen derwichtigsten -Lttädte in Europa, besonders in Deutschland , die er »nt ihren Beschrei-bungen in vielen Foliobänden herausgab. Die von ihm nach der Natur gezeichnetenAnsichten von Städten, insonderheit die perspectivilchen, sind meisterhaft. Er hatauch Geschichten, Landschaften, Schlachten, Jagden und a. Vorstellungen geätzt;aber hier erhob er sich nicht über die prosaische Aufsaisung. <Lein jüngerer SohnKaspar übte die Ätzkunst, wiewol nicht nur der Geschicklichkeir des Vaters; derältere, Matthäus M. der Jüngere, geb. zu Basel 1621, war ein guter Ma-ler in wohlgetroffenen, stark und lieblich gefärbten Bildnissen, Er hatte bei JosephPlepp, Joachim v. Sandrart und Anton van Dvk gelernt, um 1644 tu Rom stu-dirt, und nachher England, die Niederlande, Frankreich », s. w. bereist. Sein >sohn,(soh. Matthäus, ein geschickter Bildnißmaler, starb tu Frankfurt 171". Desältern Matthäus M. Tochter war die berühmte Künstlerin Maria Sibvlla Me-rian, verehelichte Graf, geb. zu Frankfurt a. M. 1647. Sie lernte bei ihremStiefvater Jakob MorefelS und bei Abraham Mignon , und erlangte einen großenRuhm durch den guten Geschmack, die Geschicklichkeit und Genauigkeit, mir welchersie Blumen, «ch metterlinge, Raupen^ Mücken, kriechende und fliegende Insektenaller Art in Wasserfarben malte. Aus Liebe tu diesem Fache machte sie eine Reisenach Eurinam, um die Verwandlungen der dortigen Insekten tu beobachten. >Lieverweilte hier 2 Jahre und zeichnete eine Menge von Gewürmen, Pflanzen undFrüchten aufPergamcnt, die nichts tu wünschen übrig lassen. Wir haben von ihreinige ssupferwerke: „Über die Entstehung, Nahrung und die Verwandlungen derRaupen" (Nürnb., 2Bde., 4.); e. „Geschichte der Insekten Europas " unde.„Ab-handl. über die Erzeugung und die Verwandlungen der Insekten von Surinam ",Mit 60 prächtigen Kupf. Sie starb ;u Amsterdam 1717. — Ioh. Bernh. Me-rian, Philosoph, geb. zu Liechstall im C. Basel d. 28. Sept. 1723, stutirke inBasel, bildete sich auf Reisen und wurde, auf MaupertuiS'S Empfehlung, Mitgl.der Akad. der Wissensch. zu Berlin 1748, und 1771 Director der Classe der scho-nen Wissensch., auch nach Formey's Tode beständiger Secrctair. Erstarb zu Der-