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Mineralogie (Geschichte)
nicht; und es ist eigentlich in der Atmosphärologie von ihnen die Rede. — DieKörper, welche die Mineralogie untersucht, können aus 2 verschiedenen Gesichts-,punkten betrachtet werde», welche die Mineralogie im eigentlichen Sin-ne und die Geognosie bilden. Erstere lehrt jede Species sür sich, >» ihremvollkommenen Zustande, in ihren Veränderungen und Umwandlungen kennen,ihre charakteristischen Kennzeichen, welche zu ihrer Wiedcrerkenmmg dienen, be-stimmen und sie aus eine möglichst cousorme Art mit der aus der Kenntniß ihrerEigenschaften hervorgehenden Analogie classisiciren. Allein um die Geschichte je-der MineralspeeieS zu vollenden, ist es auch ersoderlich, die Art ihres Vorhanden-,seins in der Erdrinde und ihr Zusammenvorkommen kennen zu lernen; endlich istes auch von Wichtigkeit, den Nutzen der Mineralien zu kennen. Mit dem andernTheile der Mineralogie, im wettern Sinne, oder mir der Geognosie (s. d.) stehtdie geographische und topographische Mineralogie in genauem Zusam-menhange, welche die jedesmalige Heimakh der verschiedenen Mineralien ken-nen lehrt, und auf welche Weise sie daselbst gefunden werden. — Die ökonomi-sche oder technische Mineralogie endlich beschäftigt sich mit der Anwen-dung der Mineralien in den Künsten und Gewerben.
Schon in frühester Zeit machten die Mineralkörper die menschliche Aufmerk-samkeit rege. Heilige und profane Urkunden bezeugen, daß die Ägypter die Kunstverstanden, Steine zu schleifen, Metalle zu schmelzen. Allein die Kenntnisse,welche man damals von den Mineralien besaß, sind nicht der Rede werth, undfür die ältere Geschichte der Mineralogie gebricht es überhaupt an zureichendenThatsachen. Aristoteles versuchte zuerst eine Abtheilung der Mineralien in 2große Classen. Was Theophrast, Plmius, D/oskor/des und Galen von Mine-ralien anführen, ist dem Arzte und dem Alcerthumsforscher wichtiger als dem Na-turkundigen. Avicenna schied am frühesten die Erzeugnisse des unorganischenReiches in Steine, Metalle, schwefelige Substanzen und Salze. — Das erstewissenschaftliche Lehrgebäude schuf Georg Agrlcola (s. d.), (geb. 1490, starb1555). Er erforschte die äußerlichen Merkmale, wendete sie zur Unterscheidungder Mineralien an, und das von ihm entworfene System verdiente allerdings Be-obachtung. Seit Magnus von Bromel's Zeit, dem Anfange des 18. Jahrh.,wurden die Mineralien als Naturerzeugnisse mehr gekannt. Ziemlich gleichzeitigtraten Liuno (s. d.) und Wallerius (starb als Pros. der Chemie zu Upsala 1785)auf, und Letzterer erwarb sich um das Erkennen der Mineralien durch Beschrei-bung, wie um die Kunstsprache, großes Verdienst. Später unterwarf er dieGrundsätze, nach welchen man bis dahin im Ordnen der Mineralien vorgeschrit-ten, strengerer Prüfung, und das letzte von ihm aufgestellte System, die chemischeBeschaffenheit und das Äußerliche berücksichtigend, unterscheidet sich sehr vortheil-hafr von allen frühern durch Vollständigkeit und Bestimmtheit. Eine neue Pe-riode des Wissens begann mit Cronstedt (schwedischer Bergraih, geb. 1722, gest.17K5), dessen chemisches System durch mehr berücksichtigte Einheit des Classifica-tionsgrundes sich bedeutend machte. Ihm sind die meisten Mineralogen in derAbtheilung der Mineralien in Erdarten, Salze, Harze und Metalle gefolgt. —Als gänzlicher Umbildncr und als Begründer einer eigenthümlichen Methode tratWerner auf. Seine Oryktognosie (Fossilienkunde) lehrt uns die Mineraliendurch die äußern Kennzeichen erkennen. Zu diesen Kennzeichen gehören auch un-ter den physikalischen diejenigen, welche unmittelbar mit den Sinnen ohne höhereBedingungen und Apparate gefaßt werden können. (Über sein Verdienst vgl. d.A. Werner.) — Als Begründer der krystallo-mineralogischen Methode istHauy (s. d.) zu betrachten. Indem er die Krystallographie, nächst der Chemiedie wichtigste Hülfswissenschaft der Mineralogie, auf den Calcul gründete, wm'deder philosophische Werth der Mineralogie gegen jeden Meinungswechsel sicherge-