Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Mineralien (Kennzeichen, Krystallsysieme)

stellt. Hauy muß auch als Erfinder von Dem, was Gattung oder Species (Art)heißt, gelten. Von ihm wurde die Unterscheidung der Gattungen zu ihrem wahr-haften Gesichtspunkte zurückgeführt, begründet auf das Gesetz, daß alles ihnenfest und unwandelbar Zustehende einzig in den Verhältnissen der Gestalt und deschemischen Bestandes zu suchen sei. Ihm gebührt auch das Verdienst scharferBestimmung der geometrischen DildungSnormen regelmäßiger Gestalten. — DieZurückfuhrung der Primaüformen aus wenig geschlossene haben zuerst Bernhard!(Medicmalrath und Pros. zu Erfurt , geb. das. 1114) und Weiß (Pros. der Mi-neralogie zu Berlin, geb. zu Leipzig 1180) versucht; die Feststellung gewisser Kri-stallsysteme, sowie die Entwickelung der Krystallgestalken aus der Lage hat Letz-terer wenigstens zuerst öffentlich bekanntgemacht. Mohs (s. d.) endlich ist alsder Begründer einer ganz neuen Methode in der Mineralogie anzusehen, gestütztvorzüglich auf den mathematischen Theil der Wissenschaft, und ihm verdanken wirzugleich das vollkommenste naturhistorische Mineralsystei». (S. Mohs's natur-historische Methode.l — Die chemische Methode endlich war früher dievorherrschende, ist später, sowie die vorigen ausgebildet wurden, zurückgedrängt,in ganz neuern Zeiten aber wieder die herrschende geworden, sodaß sie und dienaturhistorische diejenigen sind, welche jetzt allein berücksichtigt und bearbeitetwerden dürfen, ist zunächst auf die Beobachtung der chemischen Eigenschaf-ten der Mineralien gerichtet und bearbeitet einen selbständigen Zweig der gestimm-te» Naturkenntniß der Mineralien. Das vorzüglichste chemische Mineralsystem,das von Berzelius (s. d.), ist begründet auf die bestimmten Verhältnisse in Mi-neralgemischen , sowie auf die elektrochemische Theorie. Zn neuester Zeit endlichist auch Beudant ftProf. der Naturwissenschaften zu Paris ) mit einem chemischenMincralsystem aufgetreten, welches vor vielen andern Versuchen dieser Art er-wähnt zu werden verdient.

Die Erkennung, Bestimmung und Untersuchung der Mineralien geschiehtmittelst der ihnen zustehenden Kennzeichen oder Eigenschaften und Ver-hältnisse. Die eine Hälfte dieser Kennzeichen läßt sich unmittelbar wahrneh-men; bei der andern Hälfte sind gewisse Versuche nothwendig, ehe man über dieEigenschaften der Mineralien urtheilen kann. Es zerfallen die sämmtlichen Kenn-zeichen: 1) in die äußern, 2) in die physikalischen und 3) in die chemi-schen. Unter den äußern Kennzeichen sind die, welche uns die regelmäßi-gen Gestalten oder die Krystalle darbieten, die wichtigsten. Es sind diesPolyeder, welche durch glatte, ebene und regelmäßige Flächen, die eine gegensei-tige symmetrische Lage haben, und deren Neigungen zu einander unabänderlichenGesetzen unterworfen sind, begrenzt werden. Diese eigentlichen Gestalten derunorganischen Natur strebt die Materie stets anzunehmen, und nimmt sie wirklichimmer dann an, wenn die auf selbige wirkenden Gesetze durch keine fremdartigeUrsache gestört worden sind. Obwol diese Gestalten sebr zahlreich sind, so lassensie sich doch auf eine geringe Anzahl von Krystallsystemen, welches die auseiner Grundgestalt, ohne Rücksicht auf ihre Abmessungen, abgeleiteten einfachenGestalten, oder der Inbegriff von Gestaltungen sind, denen eine gemeinschaftlicheEinheit zum Grunde liegt, zurückführen. Diese Krystallsysteme sind folgende:I. Das tessularische oder sphäroedrische hat, wenn man als die Grund-lage eines jeden Krvstalls der ei sten 3 dieser Systeme 3 Linien oder Dimensio-nen annimmt, dieselben gleich und rechtwinklig unter sich. Die Hauptkörper die-ses Systems sind: das regulaire Oktaeder, der Würfel, das Rhomben-oder Granat-Dodekaeder und der Leuzitkörper oder das Leuzitoeder;alle übrige Körper sind aus diesen abgeleitet. Das Oktaeder besteht aus 8Flächen, welche gleichseitige Dreiecke sind, 12 Kanten und 6 Ecken. DerWürfel hat K Flüchen, welche Quadrate sind, 12 Kanten und 8 Ecken; das