891
Mineralwasser
strengen innern Zusammenhang in sich und durch bestimmte Ausgeschicdenhenvon allem Übrigen sich als selbständig ansspricht. Je strenger der Begriff geschie-den ist, um so mehr springt das Eigenthümliche einer Species ins Auge. NichtAlles aber, was in der Mineralogie vorkommt, besteht in strengen Gattungen,sondern es sinden Abstusungen stakt und gatlirke und ungattirke Massen. Das,was einer Species den großen Ausannnenkaiig in sich und die große Ausgeschieden:heit gegen das Übrige gibt, ist Übereinstimmung ihres chemischen Gehalis oderGleichartigkeit der Krystallgestalten. Ungleiche KrysiallisationSsysteme verlangendie Annahme verschiedener L7pecieS, selbst wenn die chemische Differenz noch nichterwiesen ist. Nicht alle Species kommen gleich häufig in der Natur vor. Beijenen, die vorzüglich verbreitet sind und die unter den verschiedenartigsten Der:h.iltnissen und Beziehungen auftreten, findet sich in der Regel eine größere Viel-zahl von Abweichungen und Modifikationen. Dies macht die Abtheilung solcherGattungen in Arten, Abänderungen >c. nothwendig. — Unter den Mi-neralsystemen verdienen das chemische de« Pros. v. Berzekius und dasnatnrh istorische des Pros. M ohs (s. beide Art.) erwähnt zu werden. Erste-rer stellt die Mineralien nach ihren elektro negativen Bestandtheilen zusammenund unterscheidet zuvörderst zwei Classen: ->) Mineralien, die nach dem Principfür die Zusammensetzung der unorganischen Natur zusammengesetzt sind, undI>) Mineralien, zusammengesetzt »ach dem Princip für die Zusammensetzung derorganischen Natur. Die erste Classe umfaßt 18 Familien, welche von der »lektro-positivsten zu der elektro-negativsten aufeinanderfolgen, nämlich: die des Eisens,Kupfers, Wirmuihs, Silbers, Quecksilbers, Palladiums, Platins, Osmium»,Goldes, Tellurs, Antimons, Arseniks, Kohlenstoffes, Stickstoffes, Selens,Schwefels, Sauerstoffes und Chlors. Don diesen enthalten die 8 ersten nur eineoder einige Species, deren Anzabl sich bei den folgende» vermehrt, und Sauerstoffalle oxydieren Mineralien in sich begreift. Die zweite Classe enthält die Harze,Bitumen, Kohlen, Torf und Honigstein. — Mohs unterscheidet zuvörderst3 Classen. Die 1. Classe enthält 4 Ordnungen: Gase, Wasser, Säuren, Salze;die 2. Classe 13: Haloide, Baryte, Kerate, Malachite, Glimmer, Spaihe,Gemmen, Erze, Metalle, Kiese, Glänze, Blenden, Schwefel; die 3. Classe2 Ordnungen: Harze und Kohlen. Die Ordnungen zerfallen wiederum in Ge-schlechter, und jedes Geschlecht enthält eine oder (dies ist am häufigsten der Fall)mehre Species. Mehr hierüber in d. bes. Art. Vgl. Hoffmann'S „Handbuch derMineralogie", fortges. von Breithaupt (Freiberg 1811 18, 4 Bde.); Hauy 'a
„'»»iie <Ie iniixu.ilo^ie" (2. Allst., Paris 1822, 5 Bde.); Mohs's „Grundrißder Mineralogie" (Dresden 1822—24, 2 Bde.; ins Engl. übers. von Haidinger,Edinburg 1825); Zameson's „8,-len, est Illixei-ilo^e" (4. Aust., Edinburg 1828, 3 Bde.); v. Leonhard's „Handbuch der Oryktognosie" (2. Aust., Heldelb.1826); Brewster's „Iie.itiie «I, blixernInAz" (Edinb. 1821); Hausmann'»„Handb. der Mineralogie" (Gött., 1.TK., 2. A„ 1828); Walchner's „Handb. dergestimmten Mineralogie in technischer Beziehung" (KarlSr. 1829); Hartmann's„Wörterb. der Mineralogie u. Geognosie" (Lpz. 1828), und Karsten'» „Archiv fürMineralogie, Geognosie, Bergbau u. Hüttenkunde" (Berl. 1829,1.B., I.H.). II.
Mineralwässer, Quellen, in deren WasserGasarten oder minerali-sche Theile aufgelöst sind. Unter den Gasarten, welche solche Mineralwässer ent-halten, sind die vorzüglichsten: das Kohlenstoffgas oder die sogen. Luftsäure, fixeLuft, und das geschwefelte Wosserstoffgas oder Hydrothionstäure (s. Gasarte n).Unter den Mineralien, die man in diesen Wässern aufgelöst findet, sind die vor-züglichsten: Kalkerde, Bittersalzerde (Magnesie), Thonerde, schwefelsaurer Kalk(Gyps), salzsaurer Kalk, kohlensaurer Kalk (gewöhnlicher Kalksteins schwefel-saure Magnesie (Bittersalz), salzsaures Mineralalkali (Kochsalz), schwefelsaures