Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
390
JPEG-Download
 

3V0 Mineralien (chemische, geschichtl. Kennzeichen, Classification)

ralien sind bald ein - bald mehrfarbig, und im letzten Falle nicht selten auf verschie-dene Weise gezeichnet, gestreift, punktirt, bau,» -, oder rumenförmig u. s. w. Ein-wirkung von Luft, Licht, Wärme u. s. w. bringt häufig Änderungen in der Ober»flächenfärbung der Mineralien hervor; sie verbleichen, lausen an ic. Den Strichuntersucht man mit scharfen Werkzeugen, am besten mit einer englischen Feile; dirmehr oder minder große Änderung auf der Obersiache der Mineralien, was Farbeoder Glanz betrifft, sowie die Farbe des Pulvers, welches man beim Ritzen erhält,sind nicht selten werthvolle Kennzeichen. — Elektricität ist in manchen Mi-neralien erregbar durch Wärme (Turmalin, Topas ), in vielen durch Reibung mitder Hand oder mit einem Stücke Tuch. Einige Mineralien werden durch Reibungpositiv elektrisch, andre negativ. — Magnetismus ist das Verhalte» der Mi-neralien gegen die Magnetnadel oder gegen den Magnetstab. Manche Mineraliensind bloß deni Magnete folgsam; andre ziehen mit gewissen Punkten (Polen ) daseine Ende der Magnetnadel an und stoßen das andre ab; einige ziehen das Eisen. —Der Geschmack ist nur für salzige Substanzen charakteristisch. Ein Anhän-gen an der feuchten Lippe, oder an der Zunge, steht manchen erdigen oderweichen Mineralien, besonders den thonhaltigen, zu. Geruch ist nur wenigenMineralien eigen (Schwefel, Erdpech). Manche Mineralien fühlen sich kaltan, oder fett u. s. w.; wenige geben beim Schlagen mit harten Körpern einenKlang. — Die chemischen Kennzeichen diene» ebenfalls zur scharfen Be-stimmung der Mineralkorper. Bei ihrer großen Mannigfaltigkeit lassen sich jeneKennzeichen auf vielartige Weise prüfen; gewöhnlich wählt man die Schmelzung,das Einwirken von Säuren und von einigen andern Reagentien. Ein Kennzei-chen von vorzüglichem Werthe ist die relative Schmelz barkeit der Minera-lien. Man untersucht dieselbe mittelst des Blase- oder Löthrohrs, indem mankleine Bruchstücke des z» prüfenden Mineralkorper« auf einer Kohle, oder im Sil-ber- oder Platinlöffel, oder in einer kleinen Zange mit Spitzen von Platin odervon Silber, für sich allein, oder mit verschiedenen die Schmelzung beförderndenMitteln (Borap, Salpeter, Natron ic.), der Einwirkung eines möglichst starkenHitzgrades aursetzt. Die Einwirkung von Wasser und von Säuren auf Mi-neralien, je nach dem Verschiedenartigen ihrer Natur, ist leicht beobachtbar; unterden säuren wählt man vorzüglich Schwefel-, Salz- und Salpetersäure. Dieeigentliche Analyse ist Sache des Chemikers; er strebt die einzelnen Bestandtheileder Mineralien möglichst genau und vollständig abzuscheiden und ihr gegenseitiges.Mengeverhältniß zu bestimmen. Bei Beschreibung der Mineralkörper werdendie Resultate der Analyse, sowie gewöhnlich auch die von H. v. Berzelius ausge-stellten chemischen Formeln für die Mischung angegeben. — Als geschichtlicheKennzeichen kann man die Angabe der Fundorte eines Minerals, die Artseines Vorkommens und der beibrechenden Mineralien anführen. Die Beachtungdieser Verhältnisse ist überaus wichtig; denn neben dem unverkennbaren Einflüsse,welchen die begleitende» Substanzen auf das von ihnen Umgebene ausüben, wirdselbst die Entstehung gewisser Mineralien gar oft durch das Vorhandensein andrerbedingt.

Die Classification der Mineralien ist ihre Aufzählung nach ge-wissen Verhältnissen und Eigenschaften, sodaß beim Neben- und Untereinander-geordnetsein der verschiedenen Substanzen diese Beziehungen möglichstklar hervor-treten. Durch Annahme bestimmter Classificationsstufen gewinnt man ein höhe-res Anhalten, und zugleich wird die ilbersicht des Ganzen und seiner Theile sehr er-leichtert. Das Wichtigste bei der Classification der Mineralien oder in einem Mi-neralsystem ist die Bestimmung der Species, Gattungen oder Arten; ihreZusammenstellung zu Hähern Classificationsstufen ist zwar nöthig, aber bei wei-tem nicht so wichtig. Eine Species ist eine natürliche Einheit, welche durch