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Missionen (protcst.)
reeil sie Religionsfreiheit aufgestellt hat, daher auch Gegner der repräsentativenRegierung, selbst der gallicanischen Kirche. Der in Paris befindliche Provinzialder Jesuiten, die in dem Dorfe Monk Rouge bei Paris ein Collegium halten,führte eine Art geheimer geistlicher Regierung, die sich über mehre Provinzen desKönigreichs, vorzüglich die mittäglichen und westlichen, erstreckte und die auch mitder spanischen apostolischen Junta in Verbindung stand. Die ausgesandten Mis-sionnaire meldeten ihm Alles, was sie durch die Beichte erfuhren, und hielten Re-gister über die Käufer von Nationalgütern. Doch suchten sowol einzelne Bischöfeals auch die über solche Umtriebe entrüstete Regierung dem fanatischen Eifer Ein-halt zu thun. Endlich wurden die Congregaiionen und Icsuitenschulen durch dieOrdonnanzen vom 1b.Juni 1828 förmlich aufgehoben. Über das kathol. Missions-Ivesen s. m. die „tllioix iles lellrer öilitiaiitex, ccritex ck>-°i I'ti-Iii^ören"
(2. AuSg. der oben angeführten „Aouv. Iclt,<-x äliis etc.", Paris 1824). Sieenthalten zugleich geograph., histor., polit. und liter. Nachr. von den Milsionslän-dern China, Indien, der Levante und Amerika .
Unter den protestantischen Völkern haben sich zuerst die Briten, danndie Dänen und die Deutschen uni das Missionswerk verdient gemacht. In Eng-land bestätigte schon 1647 eine Parlamenrsacte die Gesellschaft zur Ausbreitungdes Christenthums in fremden Ländern. Ihr folgte 1698 die Gesellschaft zur Be-förderung christlicher Erkenntniß. Dann entstand 1704 die von Friedrich IV. ,Konig v. Dänemark , reich ausgestattete dänisch.Hallische Missionsgesellschaft, diezu Trankebar auf der Küste von Koromandel noch thätig ist, und bei der sich Zie-genbalg, Franke, Knapp u. A. fromme Verdienste erwarben. A. Herm. Frankelegte in Halle den ersten Grund zur Bildung von Missionar,en. Ziegenbalg grün-dete die erste Gemeinde 1707, und die ersten Berichte erschienen zu Halle 1718.Die Brüdergemeinde begann 1732 ihr Missionswesen, und ihre Heidenboten such-ten selbst die Polarvölker auf. Zu den seit frühern Zeiten in England vorhandenenMissionsanstalten gesellte sich 1794 die große Missionsgesellschüft, welche christl.Prediger nach Südafrika und Australien sandte; auch wurde zu Malakka 1808eine anglo-chinesische Mission und 1818 ein anglo-ckinesisches Collegium, dessenPräsident Morrison (s. d.) ist, gegründet. Diese Mission hatte bis 1820 bereits43 Werke in chines. Sprache herausgegeben. Indeß sink die englischen Protestant.Mission, aire zu wenig wissenschaftlich gebildet, um den Chinesen in geistiger Hin-sicht Achtung einflößen zu können; darum richteten früher die klugen und gelehrtenJesuiten so viel aus. — Wer nur einige Kenntniß von dem verderblichen Aberglau-ben und der sittlichen Verwilderung der meisten heidnischen Völker hat, muß diesenUnternehmungen einen glücklichen Fortgang wünschen. Daher hak in unserer Zeitdas Wort des Herrn: „Gehet hin und lehret", mehr als je den fromme» Muthbegeisterter Miffwnnaire und den freigebigen Unterstützungseifer christlicher Ge-meinden erweckt. Selbst an Israeliten und an unwissende oder irregeleitete Mit-christen hat sich ihr Eifer gewendet. Durch dies Alles ist das heilige Werk der Be-kehrung zu dem Lichte des Evangeliums vielfach gefördert worden, obgleich sichnicht läugnen läßt, daß dabei sowol in der Wahl der Personen und der Lehrmittelals auch in der Bestimmung des Zwecks und in der Gründung der Missionsanstal-ten mancher durch einseitige Ansichten oder schwärmerischen Eifer veranlaßte Miß-griff stattgefunden haben kann. Da die Engländer in dem Christenthume das wirk-samste Mittel der Civilisation, vorzüglich in den Colonien, sehen, so kommt diebritische Staatskunst in der Erreichung dieses Zwecks dem Eifer der MissionSge-sellschaften entgegen. Unter den 55 religiösen Gesellschaften Englands, die zu-sammen jährl. über 400,000 Pf. St. an freiwilligen Beiträgen erhalten, gab es nachdem „l.o»<lon cluuilv Ll,»»»ucle 1>» 1825": 1) Die bereits erwähnte große,1794 gegründete MifsionSgesellschafk, mit 253 Filialen in allen Welttheilen;