Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
417
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Missionen (protest.) -117

Verwandtschaft der indischen Sprachen", die fast alle mit dem Sanskrit verwandtsind (Hasel 1819), beweisen. Außerordentlich wichtig ist die Bekehrung der Süd-seevölker zu dem evangel. Mauken durch engl. Glaubensboten. Der geistlicheOberhirte des ganzen christlichen Australiens , Marsden, ist einer der verständigstenMissonnaire. Er übereilt sich keineswegs, wie die meisten Apostel der brit. Propa-ganda, die noch rohen Menschen zu sogen. Christen ohne Christenthum umzuschaf-fen, sondern er sorgt für den Unterricht derselben und strebt vor Allem danach, dieWilden vor neuen Lastern aus der beginnende» Civilisation zu bewahren. (S.Neusüdwales und Neuseeland .) — Unter den neuesten Missionen derBrüdergemeinde (s. d. und Grönland ) ist die bei den Kalnnickenstämmenversuchte zu erwähnen. Sie sandte von Sarepta aus, 1823, mit Bewilligung desCultministers, 2 Missionnaire, Namens Zwick und Schill, zu den Kalmücken, un-ter denen sie die durch die Thätigkeit der russischen Bibelgesellschaft in das Kalmü-ckische übers. Bücher der heil. Schrift verbreitete. Ihr Bericht ward in dem „Bibli-schen Journale", Petersburg 1824, abgedruckt. Allein der große Widerstand vonSeiten der Priester bewog die Khane, mit Auswanderung zu drohen, worauf dieMission aus politischen Rücksichten aufgehoben werden mußte. Dagegen setzt derMissionnair Corruthers in der Krim die Bekehrung der Tataren zum Christenthumeifrig fort, und eine neue Station wird am Kaukasus gegründet werden. Sämmt-liche Missionen der Brüdergemeinde kosteten ihr 1823 über 48,800 Thlr. (ohneden Unterhalt für 55 ausruhende, d. i. pcnsionnirte Missionnaire und für 53 Kinderzu rechnen). Die meisten Beiträge erhält die Gemeinde aus Holland, Dänemark und Schweden . — Über die Bekehrung der Juden zum Christenthume, welchein London, Berlin, Petersburg, Dresden, Breslau, Minden, Königsberg , Posen u.a.a.O. durch Unterricht betrieben wird, ist von der berliner, am I.Febr. 1822gestist.Gesellschaft ein Bericht 1824 öffentlich erschienen. Sie hat eine stereotypische Aus-gabe des N. Test. in hebr . Sprache veranstaltet und einen Missionnair zu den pol-nischen Juden gesandt. — Gegenwärtig gibt es in Deutschland über 30 Missons-gesellschaften und HülfS-Missionsvereine, die mit dem basier evangel. MissonS-vereine in Verbindung stehen. Der basier Verein gibt lithograph. Correspondenz-blätter; andre Vereine, z. B. Hamburg, Leipzig, Berlin , geben Jahresberichte,noch andre, z. B. Stuttgart, Königsberg in Preußen, gebe» Missionsblätter her-aus. In St.-Gallen befindet sich ei» besonderer Frauen-MissonSverein. Die1816 zu Basel gestift. größere Missionsschule bildet ihre Zöglinge (deren sie 1824in 4 Jahresclassen 33 enthielt, die in der Encyklopädie der theolog. Wissensch., inder Erklär, bibl. Stellen aus dem Hebr. und Griech., in der latein., engl. und arab.Sprache, in Vergleichung des Korans mit der Bibellehre, in Geographie, Arithm.,Geometrie und Astronomie, im Styl, im Predigen, im Singen und Zeichnen un-terrichtet wurden) nicht nur für die engl. und niederländ. Missonsanstalten, son-dern der dortige Verein unterhält auch seit 1822 auf eigne Kosten Glaubensbotenin der von ihm gegründeten Missionsstation am kaspischen und schwarzen Meere.Einer dieser Missionnaire, Aug. Dietrich, hat mit Hrn.Macpherson die Durchsichtder persischen Übers. des N. Test. übernommen; außerdem besorgt er noch die Her-ausgabe mehrer bibl. Abschnitte und Lehren in persischer Sprache, und übersetztGrotiuS'ü Schrift über die Wahrheit der christl. Religion ins Arabische. Die 1800in Berlin unter der Leitung des Predigers Jänicke entstandene Missionsschule hatbereits über 20 Zöglinge nach Ostindien, Sierra-Leone und dem Cap geschickt.Die russische Regierung hat in der seit 25 Jahren entstandenen Linie deutscher Co-lonien von Odessa bis Gandscha (an der türkisch-persischen Grenze in Georgien ) undbis Astrachan basier Missionnaire als Colonieprediger angestellt, welche nicht nurdie Seelsorge der deutschen Colonisten führen, sondeim auch aus die Anhänger deraltinorgenländischen christlichen Kirchen, namentlich auf die Armenier, einzuwir-CoiivcrsationS.repico». Bd. VIl. 27