Geschichte erinnern. M.liegt, von Morästen um geben, aufeiner durch Anschwem-mungen gebildeten Landzunge, in einer Meerebene, an einer stickten Bai, westlichvorn Eingänge in den Golf von Parras und von» Ausflüsse des Evenus (jetzt Fida-ris), östlich von der Mündung desAchelouS') (jetzt Aspro Potonio). Dieses Boll-werk des westl. Griechenlands schützte bei dem Kampfe änit Epirus (den Paschasvon Ianina und Skodra) den PeloponneS , so lange die Türken Pallas, Lepantvund die kleinen Dardanellen besaßen. Die durch Anschwemmung gebildeten Däm-me sichern die niedrige Lage des Platzes gegen die Meerslut, sowie die Lagunen undUntiefen vor einem Angriff von der Seeseite. M., von den Griechen auch Klein-De-nedig genannt, ist aus einer Ansiedelung von Fischern entstanden, deren es etwa300 zählt; an dem Eingänge der Fischereien liegt die befestigte Insel Anatoliko.Beiden Plätzen kann nian sich nur mit Fischerkähnen nähern; die Ankerplätze fürgrößere Fahrzeuge sind 4—3 Meilen davon entfernt. Bor 1804 zählte M., da«durch einen jeden Nachmittag wehenden Nordostwind vor der verpestenden Luft derLagunen und Moräste geschützt wird, an 4000 E., darunter reiche Kaufleute undSchiffsherren, von denen die meisten des Kriegs wegen ausgewandert sind. Da-mals regierte es sich selbst nach eignen Gesetzen und entrichtete dem Pascha von Ne-groponte nur den gewöhnlichen Kopszins. 1804 fiel es in die Gewalt des Ali Pa-scha . M. und Anatoliko erhoben die Fahne des Kreuzes am 1. Juni 1821, als diehypnotische Flotte in jenen Gewässern erschien. Nach dem blutigen Feldzuge 1822in Akarnanien warf sich der Oberbefehlshaber, Fürst Maurokordalos, als die Türkenschon den PeloponneS bedrohten, den 5. Nov. mit 380 M. und mit 22 Suliotenunter Mark Botsaris in da« damals unhaltbare, fast entvölkerte M., das er, nebstAnatoliko, mit wenig Geschütz und Munition, gegen Orner Drione, Pascha vonIanina, undRutschukPascha tapfer und klug vertheidigte, bis am 23. Nov. (Nor-mann's Sterbetage) griech. Schiffe den Platz von der Seeseite entsetzten und ihnmit Truppen verstärkten, worauf Maurokordatos mehre Stürme abschlug und dieTürken zwang, am K. Jan. 1823 die Belagerung aufzuheben. Seitdem wurde M.nebst Anatoliko, zuletzt unter Leitung engl. Officiere, zum Theil auf des BritenMurray Kosten, bester befestigt, sodaß es zu den festeste» Plätzen des freie» Grie-chenlands gehörte. Eine zweite Belagerung von 5,0 Tagen bestand M. im Sept„Oct. und Dec. 1823, als Musta, Pascha von Skodra, nebst Omer Vrione, zuLande, und algierische Schiffe zur See, den Platz einschlössen, welchen KonstantinBorsaris, Bnider des Helden von Karpinitzi, vertheidigte. Maurokordatos eilte mithypnotischen Schiffen herbei, und die Pest verheerte das Lager der Barbaren. Mu-sta, verlor auf dem eiligen Rückzüge Geschütz und Heer. Nun blieb Maurokor-datos (s. d.) Befehlshaber te« Platzes und leitete die Angelegenheiten in Westhel-las. Auch traf er bei den Rüstungen des Omer Vrione und tesMusta, Pascha vonSkodra zweckmäßigeGegenansialten. Er gründete in M. eine Lancaster'sche Schul»,und seit 1824 erschien daselbst in neugriech. Sprache die „Hellenische Chronik ",welche Mayer, ein Schweizer , herausgab. Auch bestand in M. eine Schule für alt-griech. und stanz. Literatur. Damals war M. der letzte Aufenthalt des berühmtestenPhilhellenen, des Dichters Lord Byron (s. d.), der am Ende des Jan. 1824 hiermitWaffenund Munition, von Ingenieurs und Handwerkern begleitet, ankam, dieSache Griechenlands mir der höchsten Begeisterung und mit großen Geldopfern be-förderte, ein Laboratorium sürKriegsbedürfnisse gründete, die Befestigung desPla-tzeS betrieb und in Gemeinschaft mit dem londner Griechenvereine eineBuchkrucke-rei mit Pressen und Schriften ausstattete. Erstarb inM. d. 19. April 1824. Ans. Stelle trat Oberst Stanhope, welcher bei M. ein Militairhospital stiftete, baldaber nach England zurückkehren mußte. Maurokordatos ward nach Nauplia beru-
Die Ilfer dieses Flusses find die einzige Gegend von Griechenland und Europa ,die ehemals Löwen zur Wohnung diente.
27 *