Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Moldau

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fast stets gleich« Schicksale gehabt. Als tie Römer Dacien erobert hatten, erhieltendiese beiden Provinzen den Namen Dacia transalpin« (das jenseit» der Karpathengelegene Dacien). Hm 11. u. 12. Jahrh, wohnten hier dieKumanen, und dasLand hieß nach ihnen Kumanien. Als diese 1239 nach Ungarn gingen, setzten sichdie aus Thrazien angekommenen Walachen hier fest, und nun kamen die Benen-nungen Walachei und Moldau (von dem Flusse Moldova ) auf. Obgleich dieMol-dauer und Walachen einerlei Ursprung und, einige Abweichungen in der Ausspracheabgerechnet, einerlei Sprache haben, so herrscht doch zwischen beiden Völkern einestarke Abneigung. Die Fürsten der Moldau wurden mit ihren Nachbarn öfter inKriege verwickelt. Von 1310 an fielen die Türken wiederholt in die Moldau ein,aber erst 1503 übertrug Fürst Bogdan UI. ihnen sein Land zu Lehn. Später sin-gen die Türken an, die moldauischen Fürsten ganz willkürlich zu behandeln, sie nachGefallen ein-und abzusetzen, und ertheilten endlich diese Würde einem Brüchen.Allein nach dem Aufstande der Griechen 1821,wurden die Griechen von allen Re-gierungsstellen entfernt, und die Pforte ernannte den 16. Huli 1822 einen Bojar,Höh. Stüurza, zum Hospodar, der aber das Land erst noch arger türkischer Verwü-stung und Derjagung der griech. Hetairisten in Besitz nahm. Die Moldau ist vonden Russen mehre Male erobert, aber immer zurückgegeben worden. Doch bei demFriedensschlüsse zu Bukarest 1812 mußte die Pforte einen Theil der Moldau vonungefähr 350 OM., in welchem die Festung Choczvm liegt, bis an den Prulh, dernun die Grenze macht, abtreten. Schon 1111 war ein beträchtlicher Theil der obernMoldau, 113 UM., der seitdem den Namen Buckowina (s. Galizien und Öst-reich) erhalten hat, an Östreich abgetreten worden. Ein Theil der untcrn Moldau,der 186 sHM. enthält, an das schwarze Meer grenzt und u. d. N. Bessarabienbekannt ist, war schon seit langer Zeit den Moldauern von den Türken enlriss nworden, wurde aber von diesen in dem Friedensschlüsse von 1812 ebenfalls an Ruß-land abgetreten. Hm Kriege 1828 und 1829 war die Moldau in russischer Ge-walt. — Dieses überaus fruchtbare Land ist in Folge des Krieges und des Druckeszum Theil noch unangebaut. Vorzüglich sind die Viehweiden, überhaupt die Vieh-zucht jeder Art. Sonst wurden jährlich 10,000 Pferde und 10,000 fette Ochsenausgeführt, die letzter» nach Siebenbürgen oder durch Polen nach Danzig , wo sieals polnische Ochsen verkauft wurden. Außer den fetten Weite» lieat noch einr Ur-sache des Überflusses an Hornvieh darin, daß man hier kein junges Hfteh schlachtet,sondern alles groß zieht. Schweine werden ebenfalls in Menge ausgeführt. Auchdie Schafzucht ist bedeutend, noch weit mehr aber die Dienenzucht, wegen der vie-len Lintenwäld.r. Es wird von hier viel Honig nach Konstantinovel, das Wachsaber meistens nach Venedig verkauft. Eine Landplage sind die Heuschrecken,welche durch anderwärts bekannte Drittel zu verhindern der Aberglaube den Ein-wohnern nicht gestattet. Der Reichthum des Landes an Mineralien und edelnMetallen wird nicht benutzt; man bearbeitet bloß einige Salzgruben, besondersin der Gegend bei Okna, an der Grenze von Siebenbürgen , und die Ausfuhr desSteinsalzes ist beträchtlich. Die Einwohner sind der griechischen Religion zu-gethan. Die Bauern sind nicht leibeigen, stehen aber unter dem hartenDrucke ihrer Fürsten, die nur Reichthümer zu sammeln suchen, und der Edel-leute (Bojaren); sie sind daher träge und im Ganzen von schlechtem Cha-rakter. Es halten sich viele Armenier, Griechen, Juden und Russen, in de-ren Händen der Handel ausschließlich ist, im Lande auf. Die Einkünftedes Fürsten betrugen 100,000 Thlr. Haupt- und Residenzstadt ist Hassy(s. d.) oder Haschy. Galacz ist eine offene, aber ansehnliche Handelsstadtmit einem Hafen an der Donau, da, wo der Pruth in dieselbe fällt. Einevollkommene Handelsfreiheit ward 1829 hergestellt, und auch türkische Schiffekönnen von Galacz auf dem schwarzen Meere moldauische Producte nach