'162 Molay Moldau
er sich aus des Albani und Guercino Manier einen eignen Styl, vervollkommnetesich im Eolorit, und sah sich durch des Letztem Neid genöthigt, nach Rom zugehen,wo ihn Alexander VII. die Geschichte Josephs in der Galerie von Monte Cavallomalen ließ und ihn sehr ehrte. Ludwig XIV. lud ihn an seinen Hos ein, übet er siarbaus Verdruß über einen streit mit dem Prinzen Pamfili zu Rom 1666, wo mannoch jetzt viele Frescobilder von ihm sieht. Auch in dem kön. Palaste zu Paris sahman mehre treffliche Bilder von ihm, z. B. den heil. Johannes in der Wüste predi-gend, den heil. Bruno in einer schönen Landschaft, Hagar und Ismael , ArchimedeSmit dem Cirkei und dem Soldaten, der ihn verwundet, eine ägyptische Flucht, Tan-cred. Er arbeitete viel, zeichnete richtig und übertraf seinen Lehrer Albani in derFarbengebung, obgleich seine schatten ein wenig schwarz sind, und in derMamug-faltigkeit der Erfindung, nicht aber in der Grazie. Er bildete mehre Schüler. 2)Giovanni Battista M., um 1620 geb.
Molay (Zakob Bernhard v.), der letzte Großmeister der Templer , stammtevon dem Geschlechte derer von Longeric und Raon aus Burgund . Sehr jung wurdeer' um 1265 in den Orden der Tempelherren aufgenommen und nach Palästinageschickt, wo er sich im Kampfe gegen die Ungläubigen hervorthat. Als der Groß-meister Wilhelm v. Deanjou starb, ward M., obschon er sich zu der Zeit nicht imOrient befand, seiner Tapferkeit, Rechtschassenhcit und Klugheit wegen, einstimmigzum Oberhaupte des Ordens erwählt. Nach dem Falle von PtolemaiS aber, 1291,mußte sich der Tempeloi den nach Eypcrn zurückziehen, wo M. eben beschäftigt war,eine neue Ausrüstung gegen die Saracenen zu betreiben. Diese hatte keinen Fort-gang, und M. begab sich, auf die Einladung des Papstes und des Königs, 1306nach Frankreich . Hier erwartete ihn ein schreckliches Schicksal. König Philipp undPapst Clemens V. , Beide begierig nach den Schätzen des Ordens und darin einver-standen, ihn durch jedes Mittel zu unterdrücken, verhingen über die Templer ein sofurchtbares Gericht, daß in wenig Jahren der so reiche und mächtige Orden vernich-tet, und viele von dessen Gliedern theils verbrannt, theils enthauptet wurden. AuchM. entging diesem Schicksal nicht. Anfänglich von Philipp mir der größten Freund-schaft aufgenommen und sogar von ihm zur Übernahme der Pathenstelle bei ei-nem Prinzen vom Geblüte eingeladen, ward er mit allen in Frankreich auf ihrenCsmrhureien und Basteien zerstreut lebenden Rittern am 13. Oct. 1301 plötzlichverhaftet, vor ein gedungenes Gericht gestellt und nach jahrelangem Leiden in: Ker-ker und nach den grausamsten Mißhandlungen durch Tortur, am 18. März 1314,in Paris auf einer kleinen Insel in der Seine , auf derselben Stelle, wo später dieBildsäule Heinrichs IV. stand, nebst dem Großprior Guido von der Normandie,einem 80jähr. Greise, bei langsamem Feuer verbrannt. (Dgl. Tempelherren.)Die schändlichen und nie erwiesenen Beschuldigungen, welche damals und nochspäter sowol dem Orden als dem unglücklichen M. gemacht wurden, und die nichtsAndres als muthwillige Verdrehungen und Unwahrheiten waren, welche sich dieTyrannei einer habsüchtigen Königs im Verbände mit der seilen DienstfertigkeitClemens's V. auszustreuen erlaubte, sind in neuerer Zeit durch den ForschungSeG,fer einiger Gelehrten, z. B. Raynouard (s. d.), in ihrer Nichtigkeit dargethanund dadurch ein neuer Beweis geliefert worden, welcher Gräuelihaten unbeschränkteWillkür und Fanatismus fähig sind.
Moldau, ein wie die Walach ei (vgl. d. Art.) durch Tapitulationsverträ-ge, welche Rußland im Frieden zu Adrianopel (14. Sept. 1829) auss Neue ge-sichert hat, unter die Oberlehnsherrlichkeit der Pforte gestelltes Fürstenthum (803ON., 450,000 Einw., darunter Zigeuner an 150,000), das von einem Hospo-dar (slawisches Wort, das Herr bedeutet) regiert und im Innern unabhängig vonder Pforte verwaltet wird. Die Moldau grenzt an das russssche Reich die Bucko-wina, Siebenbürgen und die Walachei. Sie hat mit der benachbarten Walachei