Meliere
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„lVIisanftirnpe", ein Stück, das anfangs nur mäßigen Beifall fand, in derFolgeaber mit Recht als eins der schönsten Werke der neuern Komödie beirach:et wordenist. Dennoch muß man gestehen, daß es mehr im Zimmer bewunden worden istals auf dem Theater gefallen hat. Voltaire findet den Grund davon darin, daßdie Verknüpfung mehr fein und sinnreich als lebhaft und anstehend ist, daß die Un-terredungen bei aller Schönheit nicht immer nothwendig erscheinen und dadurch dieHandlung aufhalten, lind endlich daß die, obgleich sehr geschickt herbeigeführte Auf-lösung den Zuschauer doch kalt laßt. Er setzt hinzu, daß der nbrupe" einefemere und schönere Sarvre sei als die Satyren des Horaz und Boileau, und we-nigstens ebenso gutgeschrieben; daß es aber anziehendere Komödien gebe, und daßz. B. der „ l'->, in!'«" dieselben Schönheiten des Styls mit einem viel hervor-stechendem Interesse vereinige. 1665 erschien „I.o mal-,,!« lui", eine
lustige Farce. „>,e 8ici>ien, »u I'unmur peinlre" ist ein kleines Stück, das durchAnmuth und Galanterie gefallt. Aber die Bewunderung stieg aufs höchste, alsder l.ilö" (deutsch von Unger: „Der Betbruder", Berlin 1587) erschien.Umsonst erhoben sich die Lrgone, die Schwachköpfe und die Scheinheiligen gegenden Vers., das -Ltück wurde gespielt und beklatscht. Die Heuchelei ist darin voll-kommen enthüllt; die Charaktere find ebenso mannigfaltig als wahr, der Dialogist fein und natürlich; nur die Auflösung genügt nicht. Anfangs wurde „I'.ir-tiilö" verboten. Acht Tage darauf gab man am Hofe eine höchst freie Posse, be-titelt „div/uainom'Ii«". Beim Weggehen sagte der König zu dem großen Conde:„Ich möchte wissen, warum die Leute so geivaltigen Anstoß an Moli, re's Stücknehmen und Nichts über N-!>,^„>ouel,e sagen?" „Die italienischen Schauspie-ler", antwortete der Prinz, „haben mir Gott, die französischen aber die Frommenbeleidigt". 1668 gab M. den „ä>n>>I>>im»»", eine freie Nachahmung des Plau-tus. Mit Ausnahme einer langweiligen Scene zwischen Jupiter und Alkmenegibt es nichts Lustigeres. („Der Geizige"), eine Nachahmung des
Plautus'schen „Euclio ", ist im Hauptcharakter ein wenig übertrieben; aber dieMenge wird nur durch starke Zuge getroffen. Rousseau tadelte daran, daß dasväterliche Ansehen in diesem Stucke herabgewürdigt werde. „lA-or^r? lA>i>cki„, oule >>>.,,7 ecuiüiucku", „>Ioi>Ae»r ck<! p»u i eeuu^rui«:", „fikü Inuilxuit's ckc 8ci>-p,i>" find mehr belustigender als belehrender Art. „la- bourge«,; peitti!l>o„i,ire",obgleich auch mit einigen Possen gemischt, ist ungleich komischer und voll Kraft.Mit mehr Sorgfalt arbeitete M. s. „kennne-, eine sinnreiche Saipre
der falschen Schöngeisterei und der pedantischen Gelehrsamkeit, welche damals imHotel te Rambouillet herrschten. Die Ereignisse sind nicht immer gut verbunden;aber der Gegenstand selbst, so trocken er auch an sich sein mag, ist in einer echtkomischen Gestalt dargestellt. Die Entwickelung ist belvundernswerth und hundertDlal nachgeahmt worden. Gleiches gilt von dem „äl.ilucke inmgüiiaiie", worindie Marktschreierei und Schulfuchserei der damaligen Ärzte vollkommen geschildertwird. M>t diesem Stucke beschloß der Vers. seine Laufbahn. Er war unpäßlich,als man es aufführte. Seine Gemahlin und Baron drangen in ihn, nicht zu spie-len. „Was wurden", antwortete er ihnen, „so viele arme Handwerker anfangen?Ich würde es mir zum Vorwürfe machen, es einen einzigen Tag verabsäumt zuhaben, ihnen Brot zu geben". Die Anstrengung, womit er spielte, verursachte ihmConvulfionen, denen ein Bluksturz folgte. Er starb wenige Stunden darauf, den17. Febr. 1673. Die Akademie ehrte sich und M. noch 1778 dadurch, daß sie seineBüste mit dem Verse von Saunn ausstellte:
l.ien n« msngue n s-> glorie, il msngusit s Is nötre.
M. ist der wahre Schöpfer des franz. Lustspiels geworden. Der Erzbischof vonPariS wollte ihm dasBegräbniß verweigern, aber der König selbst schlug sich insMittel, und so wurde er in St.-Ioseph still beerdigt. In neuern Zeiten wurde
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