Mönchslatein Mönchswesen 475
redtsamkeit der Alten in seinem Hauptwerke: „On tln- nrl^'ne anst pro^ri«-; nkwelches C. A. Schmidt insDeutsche übertrug. Man bewunderte darindie Originalität und Genialität des Vers., bedauerte aber auch seine Verirrungen.Aber der Zurechtgewiesene beharrte in seinen Träumen in Zandern Bdn., die u. d.T.„Ux'ieut u,(U <iie <>r t!>o-inieiice of tlie Unieei iiuln" erschienen, worin er dasSonderbare seiner Ansichten noch weiter trieb. So solltederOrang Utang u>r Gat-tung Atensch gehören, unk der Mangel an Sprache nur zufällig sein. In denGericbtS-ferie» lebte er auf seinen Gütern ganz der Landwirthschaft und wie er seine Dauernund Pachter glücklicher und arbeitsamer machen könne. Oft reiste er nach London ,aber immer zu Pferde, denn die Wagenfuhre schien ihm weibisch, weil solche dieGriechen und die Römer nicht gekannt hatten. Dies thätige Leben setzte er bis zum79. Jahre fort. Er lebte sehr mäßig, bewegte sich viel zu Fuße oder zu Pferde, nahmviele Lust- und Wasserbäder und starb 85 I. alt, als Gegenstand allgemeiner Ver-ehrung zu Etinburg d. 26. Mai 1799. Seine Denkungsart war religiös. BeimFrühstück las er seiner Familie ein Capitel des griech. Test. vor; sein Haus undseine kleine Casse waren keinem Unglücklichen zu irgend einer -stünde verschlossen.
Mönchs latein, s. Philologie.
MönchSschrift, die deutsche, im gemeinen Leben übliche Benennungderjenigen Schriftgattung, mit welcher die Urkunden und Handschriften des Mit-telalters vom 13.—16. Jahrh, geschrieben sind, und welche man in der diploma-tischen Kunstsprache eckige Minuskel, gothische oder neugothische Schrift nennt.Sie ist der früher üblichen römischen oder runden Schrift entgegengesetzt undwurde nach der Erfindung der Buchtruckerkunst über anderthalbhundert Jahre häu-fig im Druck gebraucht (wo sie am reinsten und schönsten in der sogen. Missaltypeerscheint), bis sie in ausländischen Sprachen durch die römische und in der deut-schen durch die noch jetzt übliche Druck - und Schreibschrift, welche sich im Laufet.16. Jahrh, aus ihr bildete, verdrängt wurde. In neuerer Zeit fingen die Eng-länder wieder an, sich ihrer (unt. d. N. Ist.xR loUei) bei Verzierungen und Pracht-drucken zu bedienen; sie haben in andern Ländern Nachahmung gefunden.
Mönchswesen findet man schon in der vorchristliche» Zeit. Die Nei-gung zum einsamen Leben entstand mit den Verderbnissen des gesellschaftlichen.Bessergesmnte, die sich dem Kampfe gegen diese Verderbnisse nicht gewachsen fühl-ten, suchte» in der Einsamkeit einen Schutz gegen das andringende Böse. Ob He-noch, weil er ein göttlich Leben führte, der erste Einsiedler gewesen sei, konntennur Mönche frage»; aber gewiß lag in dem stillen, zur Unthätigkeit und stillenAnschauung geneigten Einne, den man noch jetzt bei den Hindus bemerkt, schonunter den frühesten Bewohnern des südlichen Asiens der Keim jener ältesten orien-talischen Philosophie, deren Richtung zum beschaulichen, aus den Fesseln deü Kör-pers und der Sinnlichkeit zum Idealen aufstrebenden Leben dem Zurückziehen vonder Welt den Reiz einer besondern Weihe und Heiligkeit gab. Dazu kam die Mei-nung, das; man für frühere Vergchunge» am besten durch Entbehrung aller Le-bensfreuden und alles Umgangs mit Menschen büßen und, nach einer alten, imganzen Orient verbreiteten Idee, die Gottheit versöhnen könne. Anachoreten, Ere-miten, büßende Heilige und Mönche zeigen sich daher schon im vorchristlichen asia-tischen Alterthume (vgl. Gymnosophisten), und jetzt find die Länder, die sichzu den Religionen des Brama, Fo, Lama und Mohammed bekennen, voll Fakirsund Lantons, Tanirs oder Songessen, Talapoinen, Bonzen und Derwische, de-ren Schwärmereien und unsinnige Büßungen mehr heilige Schauspiele und Mit-tel des Betrugs als Fruchte der Frömmigkeit find, Auch das alte hebräische Volkhatte solche Gottgeweihte in seinen Nazaräern, denen Moses besondere Rechte zu-gestand, und das Leben der Estaer und Therapeuten, die um die Zeiten Jesu inPalästina und Ägypten blühten, war ganz nach der Idee von Absonderung aus U r