Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Montaigne 495

^ken Aber ihn. Er kleidete sich, saß, aß, trank ic. auf orientalische Weise, trug-r ^ngen Bart, ließ sich jederzeit beim Ausgehen, selbst am Tage, 2 brennended Eebr vor-, und durch einen kleinen Neger, der sein Diener und Pflegekind war,^."Mantel nachtragen. Sein Lager war auf der Erde, s. Nahrung Reis, s.Ge->ink Wasser, s. Vergnügen Caffee und Taback. Die vorgeschriebenen Reinigun-L " und Gebete versäumte er nie. Auch unterhielt er neben seiner gesetzmäßigeng "och einen Harem. Er war ein guter Gesellschafter und wußte auf eine eigne, ^Mnde Weise heitere Laune, franz. Lebhaftigkeit und türkischen Ernst in derUn-^Mtung zu vereinen. Er starb 1776 auf dem Wege von Venedig nach England.

Wissenschaft, besonders die Archäologie, verdankt ihm einige schätzbare Bereuspringen. Er hat in Palästina mehre kostbare Alterthümer aufgefunden und be-<-?!^ben, viele wichtige Medaillen an die londner Akademie (koe->! soviel) ge-deren Verhandlungen von 1766 einen anziehenden Brief von ihm über Kairo ,k Wüste Sinai, das rothe Meer rc. enthalten. Außer verschiedenen, besonders den, ^nt betreffenden Abhandlungen hat man von ihm noch „iivlle.vioin, >1,« rlssü,l! <>k tbe gneient Iiguililü,'!," (1759); Bemerkungen über die Erdbebend über eine vorgeblich antike Büste in der k'ön. sardin. Sammlung,d vntaigne (Michel de), einer der geistreichsten ftanz. Schriftsteller, warLB-Febr. 1533 «uf dem s. Familie gehörigen Schlosse gl.N. inPerigord geboren.. ^>n Vater, Pierre Eyquem, Herr von Montaigne , ein Engländer von Geburt undAerer Krieger, der zum Maire von Bordeaux erwählt wurde, wandte auf die Aus;hj °Ung der glücklichen Anlagen des jungen M. die größte Sorgfalt, schlug aberyV Zu einen eignen Weg ein. Um nämlich seinem Sohne das ihm selbst schwer ge-^"rdene Lateinlernen zu erleichtern, nahm er, ehe der Knabe noch den Händen der. Mine entschlüpfte, einen deutschen Hofmeister an, der keine Sylbe französisch,ko ° besser aber Latein verstand, und indem nun Alles im Hause, so gut es gehensich dieser Sprache ausdrücken mußte, hatte er die Freude, den KnabenH?öllig in der Sprache des alten Roms erwachsen zu sehen, daß er später seinel "ssftsprache gleich einer fremden lernen mußte. M. sagt hierüber selbst: „Wir^ssnisftten uns Alle dermaßen im Schlosse, daß dies auch auf die dazu gehörigenWerfer Einfluß hatte, und in die Sprache des Volks der Umgegend mancher latein." "«druck überging und wurzelte". Das,Griechische lernte der Knabe dagegen schul-Auch in andern Dingen befolgte der Vater eine eigenthümliche Erziehungs-methode. So ließ er z. B. den Knaben des Morgens durch musikalische Znstru-^ e"te wecken, in der Meinung, daß das plötzliche Wecken dem Geiste der Kinderdu^s tl'g sei, gestattete ihm in s. Spielen die größte Freiheit und suchte ihn nurErrveckung des Rechtsgefühls zur Erfüllung der Pflichten zu führen. M. be-dagegen überall die zärtlichste Verehrung für das Andenken s. Vaters, ffn^.^^lter von 13 I. hatte er s. Studien auf dem Collegium zu Bordeaux unter

den Buchanan und Muret beendigt. Sein Vater bestimmte ihn hierauf für^richterlichen Stand und verheirathete ihn später mitFrancoise de la Ehassaigne,gab ^ k'ms Parlamentsraths von Bordeaux . M. bekleidete ein ähnliches Amt,chn ^ "us Abneigung auf. Kenntniß des Menschen war das Studium, dass <> or Allem anzog. Um es zu erweitern, theils aber auch um seine durch ein inlen erbliches Übel (den Stein) erschütterte Gesundheit wo möglich herzustel-Eemsi " üufReisen. Er besuchte Deutschland, die Schweiz , Ztalien, und wurdeMan mit Auszeichnung aufgenommen. Zn Rom , wo er 1581 war, beehrte^ord t> mit dem Titel eines römischen Bürgers. 1582 wurde er zum Maire vonso gewählt, und die Bewohner dieser Stadt waren mit seiner Verwaltungderb-A^"' d"ß sie ihn 1584 an den Hof sandten, um dort ihre Angelegenheiten zu^a«d Zweifel wurde er bei dieser Gelegenheit von Karl lX. mit dem

e des St.-Michaelsordens, ohne daß er, wie man sagt, darum angehalten