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Moreau (Jean Victor)
Bonaparte nicht entgehen wird, der ist er selbst! Er wird sich in seinen Thorhei-ten vernichten", So lebte M. schuld-- und furchtlos. Aber der Dberconlul haßteden Sieger von Hohenliiiden, weil die öffentliche Meinung ihn als den Würdigstenan die Spitze der Gegenpartei stellte. Er umgab ihn daher mit Aufpassern. Dar-,aufzeigte ein Verbrecher, um sich von der Todesstrafe zu retten, an, Georges Ca-doudal und Pichegru seien in Paris versteckt, und M. wisse darum. Auch hattesich die geheime Polizei einiger Briefe bemächtigt, die der 'Abbe David, der ge-meinschaftliche Freund Pichegru'S und Moreau'S, an Letztern geschrieben, um ihnmit Pichegrn auszusöhnen, damit er dessen Ausstrcichung von der Emigrantenlistebefördern möchte. M.'S Antwort war ebenfalls in ihre Hände gefallen. Nunließ der Oberconsul M. sofort als einen Staatsverbrecher nach dem Tempel brin-gen (15. Febr. 1801). Zugleich verbreitete die Regierung die gehässigsten Be-schuldigungen, uni ihn in der öffentlichen Meinung, vorzüglich bei dem Heere, her-abzusetzen; ein WenakSbeschluß vom 28. Febr. hob das Gericht der Geschworenenbe, Untersuchungen von Hochverralh auf und verwies die Angeklagten an ein vonder Regierung ernanntes Criminalgericht. M. wollte sich dem Äberconsul un-mittelbar mittheilen; er schrieb ihm daher den 8. März, vor dem Anfange dergerichtlichen Untersuchung: „Eröffnungen seien ihm gemacht worden; er habe siezurückgewiesen; dergleichen anzuzeigen sei seinem Charakter zuwider. Er halteAngeberei für schändlich, zumal gegen Männer, denen er Dankbarkeit schuldig seioder mit denen er ehemals in freundschaftlichem Verhältnisse gestanden". — Am26. Mai wurden die Sitzungen des Criminalgerichts eröffnet, und die Anklageactetrug gegen Pichegrn und Georges, als die Häupter der Verschwörung, und bei 12Mitverschworenen auf die Todesstrafe an. Pichegrn (s. d.) läugneke jede Ver-bindung mit Moreau, Georges u. A. Georges gestand frei, er habe sein Vater -land von dem Tyrannen befreien wollen, läugnete aber ebenfalls jede Verbindungmit M. Unterdessen hatte M„ als er von dem Oberconsul auf s. Brief keine Ant-wort erhielt, schon am 11. April offen vor den Richtern erklärt, Pichegrn sei 2 Malzu ihm gekommen, habe ihm beim zweiten Besuche einige Eröffnungen in Absichtauf die Bourbons gemacht, ihn aber unzufrieden verlassen; eine dritte Unterredunghabe nicht stattgefunden. Übrigens sagte fein Zeuge gegen M. aus, und keinschriftlicher Beweis ward gegen ihn aufgefunden. Die Anklage beruhte einzig aufwidersprechenden und unzusammenhängenden Beschuldigungen einiger Mitange-klagten, die aber schon im ersten öffentlichen Verhöre am 28. Mai ihre Aussagenals erzwungen oder entstellt zurücknahmen. Gleichwol bestand der Generalpro-curator am 3. Juni auf seiner Anklage, daß M. die Bourbons habe wiederherstel-len oder sich der Dictatur anmaßen wollen. Die letztere Beschuldigung war einemMitangeklagten, Namens Rolland, welchen Picbegru als Unterhändler an M. ab-geschickt, von dem StaatSrath R> al bei dem Verhöre in den Mund gelegt worden.Rolland sagte nun aus, daß M. die Sache der Bourbons von sich gewiesen habe,weil er selbst nach der höchsten Würde strebe. Aus allen Umständen ergab sich,daß M. Lajollais's Verlangen, mit Pichegru zusammenmkommen, nicht erfüllt,daß Beide gegen seinen Willen zu ihm gekommen, daß er Pichegrn gerathen, nachDeutschland zu gehen, uni von dort seine Ausstreichung zu bewirken, daß er Bei-den sein Haus verboten, und da Pichegru dennoch ein zweites Mal zu ihm gekom-men und zu erforschen gesucht, ob er den Bourbons geneigt wäre, ihm widerspro-chen und ihn nochmals nicht mehr zu ihm zu kommen gebeten; daß Pichegru dar-auf voll Unmuth von ihm weggegangen und Rolland an ihn abgeschickt, der aberebenfalls abgewiesen worden, wobei M. jede Unternehmung für die Bourbonsihm als thöricht vorgestellt habe. M. war nicht einmal wegen Unterlassung derAnzeige strafbar, denn kiese war durch kein st anz. Gesetz geboten. Die öffentlicheMeinung erklärte sich daher laut für seine Lossprechung, so auch die Generale Mac-donald und Lecourbe. Man drang sogar des Nachts in sein Gefängniß, um ihn