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Moreau (Jean Victor)
den 2. Oct.; so drang er, was Dillars nicht gewagt, durch das Höllenthal desSchwarzwalteS; so behauptete e>', selbst geschlagen, wie be> Emmendingen den19. Oct. und bei Schliengen den 2t. Oct., seinen Ruhm vor Kehl und Hüningen durch die wichtige Vertheidigung dieser schlecht befestigten Plätze. Dabei war M.mitten in Feindesland menschlicher und uneigennütziger als irgend ein andrer Feld-herr der Republik . Er verschmähte sich zu bereichern; er jagte räuberische Gene-rale, wie Vantamme, von s. Heere weg; er strafte betrügerische Beamte nach derStrenge des Kriegsgerichts. So streng er war in der Kriegszucht, so mild war erim Umgänge mit s. Waffengefährten. Ohne Prunk, mäßig und einfach, theilte ermit s. Soldaten Mangel und Noth. Daher die begeisterte Liebe für ihn. InFrankreich schwur der Krieger bei M.'S Namen. Aber seine Mäßigung und seineFreundschaft für Pichegru machten ihn verdächtig. Der Director Rewbel war seinFeind. M. verlor daher nach dem 18. Fructidor (I.Sept. 179?) den Oberbefehl.Doch schon im Nov. 1798 sah das Directorium sich genöthigt, ihn als zweitenGeneralinspector bei der ital. Armee unter Scherer wieder anzustellen. Zu spätübergab man ihm den Oberbefehl. Mit einem geschlagenen Heere von 28,000Mann mußte sich M. vor 80,000 Russen und Ostreichen:, welche Suworoff an-führte, nach Piemont und in das Genuesische zurückziehen. Er that dies so, daß erdem in Unteritalien abgeschnittenen Heere unter Macdonald den Rückzug sicherte,indem er selbst in den Rücken und gegen den rechten Flügel des Feindes vordrangund den 19., 20. und 21. Juni in der Ebene von Marenao die Generale Belle-garde und seckendorf schlug. Dadurch zog er Suworoff von der Verfolgung desan der Trebia (17., 18., 19. Juni) geschlagenen Macdonald ab und nahm hierauf,im Besitz der Boccbekta, bei Novi mit 11,000 M. eine Stellung, woMactonaldmit den Trümmern seines Heeres ihn erreichen konnte. Er stellte hierauf dieArmee wieder her, mußte aber den Oberbefehl an Ioubert abgeben. Als dieserin der Schlacht bei Novi (15. Aug.) blieb, stellten sich die franz. Generale einmü-khig unter M.'S Oberbefehl, und nach 20stündigem Kampfe, in welchem er selbstverwundet wurde und 3 Pferde verlor, sicherte er den Rückzug des Heeres. Hier-auf ging M. nach Paris . Männer von Einfluß trugen ihm damals die erste Stelleim -Staate an; allein er lehnte sie ab und unterstützte Bonaparte am 18. Bru-maire, weil er sab, daß dieser die Mehrheit für sich hatte. Hierauf gab ihm Bo-naparte den Befehl über die Rheinarmee, welche aber erst von Carnot und M. ge-bildet werden mußte. Mit ihr drang M. nach den Siegen bei Engen , 3. Mai1800, bei Möskirch den 5., bei Biberach den 9. Mai und bei Memmingen bisan den Lech vor, zwang den öjstr. Obergeneral Kray, die feste Stellung bei Ulm zuverlassen, ging über die Donau , schlug ihn bei Hochstädt, Ndrdlinzen und Neu-burg, drang bis Rezensburg vor und besetzte München . Er kam dadurch in Ver-bindung mit der Armee von Italien und nöthigte den Feind, durch die VerträgeZu ParSdorf und Hohenlinden, ihm Regensburg , den tiroler PaßReitti, PhilippS-burg, Ulm und Ingolstadt zu übergeben. Nach der Aufkündigung des Waffen-stillstandes schlug er das östr. Heer unter dem Erzherzog Johann bei Hobenlindenden 3. Dec. (wo General Richepanse den Sieg entschied), ging über den Jnn, dieSalza und die Traun, drang bis 10 Meilen von Wien vor und schloß mit demErzherzog Karl einen Waffenstillstand zu Steier den 25. Dec., durch den er dieFestungen Würzburz, Braunau, Kufstein und Scharnitz erhielt und den lunevillerFrieden vorbereitete. Nach dem Frieden lebte er mir s. Gemahlin, einer geb.Hulot,auf s. Landgute Grosbois bei Paris von seinem rechtlich erworbenen Vermögen.Er vermied den Oberconsul, lehnte das Kreuz der Ehrenlegion ab und erklärte sichgegen Vertraute, u. A. gegen Garat, mit Offenheit über die Lage der Republik .Doch sprach er nie das Wort aus, das man so oft von ihm verlangte: das Wortder allgemeinen Erhebung zum Sturze des Unterdrückers. „Wir taugen nicht zuVerschwörungen", war seine Äußerung, „aber ich kenne einen Verschwörer, dem