Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Morcllct

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mit Gewalt zn befreien. Er aber wollte nicbt, baß auch nur ein Tropfen Mutsfür ihn '. ergossen würde. Endlich ward nach 18stündiger Berathung das Urtheilden 10. Juni gesprochen. Von 12 Richtern erklärten 7 den General M. für un-scbuldig und frei; 5 aber für schuldig. Allein Savary, R>al und andre Botengingen in der Nacht ab und zu, um den Richtern Napoleons Willen anzuzeigen.M. durfte nicht losgesprochen werden; doch wagte cS der Kaiser nicht, den edelstenBürger Frankreichs zum Tode verui theilen zu lassen. Also verurtheilte die Mehr-heit der Richter M. zu 2jähriger Haft, um dadurch, wie sie sagten, sein Leben ;nretten. Nur Lecourbe, Rigoud undDameuve beharrten bei ihrer Abstimmung fürgänzliche Freisprechung. M. hörte rühig das Urtheil und begab sich, ohne Wache,unter dem Rufe desDolkS:Keine Haft, Freiheit für Morcau!" in das Gefäng-niß zurück. Der Kaiser beschloß hierauf, den gefürchteken Mann zu verbannen,und der Jusiizminister machte den 21. Juni bekannt, der Kaiser habe M. die ver-langte Erlaubniß ertheilt, nach Amerika zu gehen; doch dürfe er, ohne des KaisersWillen, Frankreichs Boden nicht wieder betreten. Savary brachte ihn nach Spa-nien, und M. schiffte sich 1805 in Cadix nach Nordamerika ein, wobiu ihm seineGemahlin folgte. Nach mehren Reisen in dem Frcisiaate kaufte er sich zu Moris-ville am Delaware unweit Philadelphia an. Den Winter über lebte er in Neurork,im Sommer beschäftigten ihn Jagd, Fischerei und Landbau. Unter den wenigenFreunden, mit denen er umging, befand sich auch sein Adjutant, der Oberst Ra-patel. Im Dec. 1811 verlor er durch Brand sein Landhaus mit einer ausgewähl-ten Bibliotbek. Bald darauf starb sein Sohn. Jetzt lud ihn sein Freund Bei na-dotte, der Kronprinz von Schweden, nach Stockholm ein. Allein M. konnte erstim Juni 1813, auf des Kaisers Alexander Einladung, sich entschließen, seine Frei-stätte zu verlassen. Er landete den 26, Juli 1813 in Gothenburg ; den 7. Aug.kam er in Srralsund an, wo der Kronprinz 3 Tage mit seinem alten Freunde iminnigsten Vertrauen lebte. Jener ging hierauf in sein Hauptquartier nach Oranien-burg, und M. über Berlin nach Prag . Hier besuchte ihn den 17., am Tage nachseiner Ankunft, der Kaiser Alexander. M. trat nicht in russ. Dienste, obwol er dieUniform eines kaiserl. Generaladjutanten trug. Alexander behandelte ihn wie seinenFreund, und M. begleitete den Kaiser auf dem Marsche gegen Dresden ; koch warder Angriff auf diese Stadt nicht M.'S Plan gewesen. (LL. Dresden im I.1813.) Als man Dresden am 26. 'Aug. vergebens beschossen hatte, schlug mansich am 27. für den Ruckzug. M. befand sich mitten im Feuer. Da er sah, daßNapoleon den linken Flügel der Östreicher umging, so eilte er zum Kaiser Alexan-der. Er traf ihn Mittags hinter einer preuß. Batterie, auf der Höhe bei Recknitz,wo das Mitteltreffen sich befand. Indem er hier zu Pferde mit dein Kaiser sprach,stürzte er plötzlich mir dem Pferde zu Boden. Eine Kanonenkugel aus einer ineinem Hohlwege seitwärts aufgefahrenen franz. Feldbatterie hatte ibm beide Beinezerschmettert. Rukig ertrug er die Ablösung. Er ward über das Gebirge getra-gen, klagte nie, tröstete seine Freunde und starb am 2. Sept. 1813 zu Laun inBöhmen . Seine abgelösten Beine wurden unter dem Denkmale beigesetzt, wel-ches ihm Fürst Repnin, als Generalgouverneur von Sachsen , auf der Höhevor Dresden , wo er gefallen, am 4. Nov. 1814 errichten ließ. Sein Leich-nam wurde am 4. Nov. 1814 in Petersburg feierlich beerdigt, und LudwigXl'lll. ließ 1819 seine Bildsäule aufstellen. M. vereinigte in sich die einfacheGröße der ersten Männer des Alterthums mit dem Reichkbume neuer Bil-dung und mit der Anmuth des franz. Charakters. Seine Witwe bat M.'SSäbel seinem Freunde, dem König von Schweden , verehrt. Sein Schwager,Gen. Hulok, trat 1829 in türkische Dienste. S. die BiograpbierVictorMoreau und seine Todtenfeier", vom Pros. Haffe, mit einer Abbildung desihm auf dein Schlachtfelde vor Dresden errichteten Denkmals. ><-

Morellet (Andre), Abbe und Mitglied der Akademie, geb. den 7. Mär;