Mcwghcn (Familie) 5,53
Don Hallo ging er 1798 als Pros. der Deredtsamkcit an das Athenäum nach Drin--zig, und von da 1802 an die damals unter den glücklichsten Anspielen wiedergebereue ostfteische Universität in Dorpat , iro ihm die Dorlesunge» in den alten Spra-chen, m der Ästhetik und Likeraturgeschichte zugetheilt wurden. Sein Werk ,st diedörpriscke deutsche llniversitätsbibliothek, deren Anlage und Bereicherung ihm groß-tentbeils zukam. Schon ist sie seit 2» fahren zu 40,000 Bdn, angewachsen z daranknüpst sich ein durch vielseitigen Erwerb täglich wachsendes Kunstmuseum. Auch warM. Mitglied der damals für die Dstseeerovinzen errichteten Schuleommiss on undDireetor eines Seminars für die höhere Lveealbildung. Semen Ruf als Kennerdes elastischen Alterthums begründeten zuerst jene 3 Tommentationen überPlato'üIdealstaat. Daran knüpfte sich eine Reihe Platonischer Untersuchungen, theils inder Bearbeitung einer von einem ^Aorten herauSgeg. Schrift über Plato's Lebenund Schriften (Leipzig 1797), theils in einzelnen Abhandlungen und akademischenEinladunzSschriften. Noch in Danzig gab er die Untersuchung über den Unterschiedzwischen den Satvren und Episteln des Horaz und die Rechtfertigung des DellejugPaterculus heraus, die Krause in seiner Ausgabe mit abdruckte. Seine Beredtsam-keit zeigte er in seinen Lobreden auf Winckelmann , Job. V. Müller und Klopstock(Leipz, 1801 —14), sowie seine Kunstkritik in der Darstellung der dresdner Ma-donna dl S.'-S isto (im 2. Bde. der ,.Dörptischen Beilr.") lind s. Aussah über Ra-fael s Derkläriing, die er in Paris sah. Nur als Handschrift für Freunde wollte erdie Sammlung gemükhvoller Gedichte, die er unter der Aufschrift: „Töne vom Le-benspfade" (Dorpat 1818) herausgab, angesehen wissen. Mit Recht ist es beklagtworden, das er von s. 1808, 1800 u. 1810 durch Deutschland, die Schweiz , Iia-lien und Frankreich unternommenen Reise nur 3 Hefte: „Auszüge aus den Tage-bücher/! ,/D Pap/./vn rines Reifenden in den I. 1811—13" herausgab, woriner zwar von Florenz, Neapel, Mailand und Parma, aber nichts von Rom mittheilte,und so Manches, was damals neu gewesen wäre, in seinen Papieren zurückbleibenlief. Noch verdienen die von ihm herausgegeb. „Dörptischen Beiträge für Freundeder Philosophie, Literatur und Kunst" und s. ästhetische Borarbeitung: „Grundrißeiner Einleitung zur Ästhetik" (Dorpat 1815), rühmliche Erwähnung. ÜberhauptgehörtM. zu den überall wohlwollend und fördernd eingreifenden Männern, welchebei Entdeckungen im Fache der Alterthumskunde und der schönen Literatur,bei Reiseunternehmungen (z. B. Dtto V. Richter'S „Wallfahrt im Drient",zu welcher M. die griech. Inschriften erklärte), bei Vereinen zur Ehre der Lebendenu. Todten mit Rath und That beifprinacn, durch ausgebreiteten Briefwechselnicht nur sich, sondern auch Andern nützen. 1827 besuchte dieser verdienst-volle Gelehrte Deutschland und seine Freunde.
M orgkcn Mafael), berühmter Kupferstecher zu Florenz, geb. zu Neapel 1758. Seine Familie stammt aus den Niederlanden z ste ließ sich zuerst in Frank-reich, dann in Florenz nieder. RafaelS Vater, Philipp, wurde Kupferstecher,dessen Bruder, Job. Elias, Zeichner. Beide arbeiteten zu Neapel mit an demPrachrwerke über die herculanischen Alterthümer und unterrichteten den jungen Ra-fael in ihrer Kunst. Dieser legte sich vorzüglich auf Landschaftszeichnung undstach 1775 verschiedene Ansichten ariS den Umgebungen Neapels , die er nach derNatur gezeichnet hatte. Um ihn zu vervollkommnen, schickte ihn der Darer 1778nach Rom zu floh. Volparo, welcher damals der berühmteste Kupferstecher in Ita-lien war. M. bildete sich in der Schule dieses großen Meisters, den er in der Folgeül'ei traf, zum vollkommenen Künstler, verband sich mit ihm zu gemeinschaftlichenArbeiten und heirathete 1781 Dolpaio's Tochter. 1792 erhielt er einen vortbeü-haftcn Ruf nach Neapel , zog aber eine Anstellung vor, welche ihm der Großher-zog von ToSeana , Ferdinand III,, 1793 z» Florenz gab. Seitdem ist er in die-ser Stadt als Pros. der Kupftrstecherkunst bei der dasigen Akademie der Künste ge-