er sein Leben teilweise zu beschreiben versucht. S. über ihn Varnhagen v.Ense in seinen „Deutschen Erzählungen".
Moritzburg, Amt und Schloß, drei Stunden von Dresden , nahe ander großeuhainer und berliner Straße, bei dem Flecken Eisenberg, im meißnerKreise des Königreichs Sachsen. Das Schloß fing Kurfürst Moritz 1542 an zubauen. Kurfürst Christian I. vollendete den Bau 1589. Seitdem ward es er-weitert und unter Friedrich August I. sehr verschönert. Dieser prachtliebende Fürst(als König von Polen August 1l., der Starke) und sei» Nachfolger gaben hier fest-liche Jagden und Bälle mit Götter- und Türkenaufzügen. Oft waren schöneFrauen die Königinnen des Festes. Die Umgebungen, große Teiche mit Schwä-nen beseht, Waldungen, perspectivisch durchschnitten, ein reicher Fasanengartennrit dem ncuen Schlosse, die Menagerie, mehre schöne Privatgebäude und einPark für Rehe, Damhirsche und wilde Schweine machen das alte beihürmreSchloß, welches wie eine Insel aus einet» schönen Wasserspiegel stattlich sich er-hebt, zu einer wahren Dianenburg. So heißt auch das Schloß auf Kupferstichenvon 1734. Außer 7 großen Sälen, einer Capelle und mehren Gewölben enthältes über 200 Zimmer mit Gerüche und Wandbekleidung (vergoldeten Ledertapetcn)in allfranz. Geschmack. Diele, zum Theil sehr kostbare Überreste, vorzüglich kunst-reiche Pokale, sind noch setzt Zeugen der fürstl. Trink- und Iagdlust jener Zeit.Den Tanzsaal, welcher 24 Ellen lang, 30 Ell. breit und 24 Eli. hoch ist (indemer durch 2 Stockwerke geht), hat man ganz weiß gelassen, aber mir 72 vergolde-ten Hil schköpfen mit seltenen Geweihen von 24 — 50 Enden verziert. Überhauptbezieht sich fast aller Schmuck auf die königl. Iagdfreude des 17. und 18. Jahrh.Unter mehren Gemälden schätzt man eins von Lucas Kranach: die Jagd m deran-naburger Heide, mit 40 Personen nach dem Leben gemalt. Auch ein Christusnach der Geißelung, von fleischfarbenem Marmor, hat Kunstwerth. Das neueSchloß, welches der lehlverst. König 1769 bauen ließ, liegt in der Nähe des Parksauf einem Hügel am Ufer des großen Teiches, der über eine Stunde >m Umfangehat. An dem Hafendamme und Leuchtthurme lag sonst das Modell einer Fregatte.Mitten im Thiergarten steht das achteckige Hellhaus, von welchem man über dieBaume weg m die 8 Alleen sehen kann, welche den Thiergarten durchschneiden.Außer dem großen Teiche gibt es bei Moritzburg noch 61 Teiche, welche zum Theilmit Kranichen, Schwänen, wilden Gänsen und Enten beseht und sämmtlich sehrfischreich find. Das Ganze ist von dem Friedewalde eingeschlossen, und nochimmer in seiner altfürstl. Pracht, mit den großen Wasserspiegeln und den ein-samen Schattengängen, nicht bloß für Wachmänner, deren Aufmerksamkeitauch die Einrichtung des Zwingers mit vielen wohlabgerichteien englischenJagdhunden nicht entgehen wird, sondern für jeden Beschauer ein ebenso rei-cher als unmuthiger Kunst- und Naturpark.
M o r l a ch e n, s. Dalmatieri.
Mornay (Philippe de), Herr v. Plessis-Morly (latinifirt älninacm),geb. zu Buhv oder. Bisbuy in der Normandie 1549, wurde zu Paris erzogen undmachte schnelle Fortschritte in den Wissenschaften, namentlich in der Theologie.Man bestimmte ihn der Kirche, aber seine Mutter, eine heimliche Protestantin,verschloß ihm die geistliche Laufbahn. Nach der Bartholomäusnacht bereiste erItalien, Deutschland, die Niederlande und England. Dem Könige von Navarra ,nachmaligem Heinrich I V., der das Haupt der protestantischen Partei war, dienteer mit s. Degen und s. Feder. Er war sein Gesandter bei der Königin Elisabeth,betrieb die Angelegenheiten seines Herrn, an den ihn wahre Freundschaft knüpfte,mit Treue und Glück, und wirkte aus allen Kräften mit, diesen Fürsten auf denThron zu heben. Als Heinrich aber zur kathol. Religion übertrat, zog er sich vomHofe zurück, ohne daß der König darum aufhörte ihn zu lieben. Seitdem war