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Moritz (Karl Philipp)
führte ihn als Held. Sein Heer galt für die ersteSchule der Kriegskunst. Die vonikm gebildeten Krieg'r baben seinen Ruhm vermehrt. WicMonkecuculi belaß erdie seltene Kunst der Märsche und Lager; wieDauban das Talent der Befestigungund Vertheidigung; wie Eugen die Geschicklichkeit, die zahlreichsten Heere in denunergiebigsten und erschöpftesten Ländern zu erhalten; wie Vend-äme das Glück, beiden Soldaten, wenn es galt, mehr zu erlangen, als man zu erwarten das Rechtbat; wie Eondä jenen untrüglichen Überblick, der den Erfolg der Schlachten ent-scheidet; wie Karl V ll. die Fähigkeit, die Truppen fast unempfindlich gegen Hun-ger, Kälte und Beschwerden zu machen; wie Turenne das Menschenleben zu scho-nen. Nach Folard'S Urtheil war M. der größte Infanteriegeneral seit den Zeitender Römer. Er hatte die Kriegskunst von den Alten gelernt und erweitertesie durch Anwendung eigner und fremder Erfindungen.
Moritz (Karl Philipp), ein genialer Schriftsteller. Geb. den 15. Sept.1157 zu Hamelu von armen Ältern, kam er zu einem Hutmacher in die Lehre. -Sein unruhiger Geist und feine Neigung zum -sonderbaren und Außerordentli- ^chen trieben ihn aus seiner Heimath. Nach mancherlei Schicksalen fand er end- .lick so viel Unterstützung, um 2 Jahre in Wilrenberg studiren zu können. Doch ^betrieb er seine Studien sehr unregelmäßig und folgte dann einem Rufe Base- jdow'S nach Dessau , wo er sich auch nur kurze Zeit gefiel. Seine Bemühungen, lin Potsdam eine Predigersielle zu erhalten, schlugen fehl; er war der Verzweiflung §und dem Wahnsinne nahe, als er durch Teller und Büsching eine Lehrerstelle an -dem grauen Kloster zu Berlin erhielt. Aber auch dieser Lage bald überdrüssig, un-ternahm er 1782 eine Reise nach England, die er, auf einem Spaziergange, ganzunvorbereitet antrat. Nach seiner Rückkehr überfiel ihn netter Unmulh. Er sah >sich m mancher Hoffnung getäuscht und glaubte tödtlich krank zu sein. Indeß ge- ^nas er und erhielt 1784 eine außerordcntl. Professur am berlinischen Gymnasium, !hielt Vorlesungen über deutsche Sprache und schöne Wissenschaften und studiereeifrig Geschichte. Die Redaction der Voß'gchen Zeitung führte er nur kurze Zeit, ,da er sich in die dazu nöthige Ordnung nicht fügen konnte. Eine Reise in dieSchweiz, - die er mit einigen Freunden unternahm, ward nur halb ausgeführt. ,Nach seiner Rückkehr faßte er eine schwärmerische Liebe für eine verheirathete Frau,die ihn zu seltsamen Verirrungen und zu der Rolle eines zweiten Werther verleitete. §Er wäre vielleicht im Stande gewesen, wie sein Vorbild zu enden, wenn nicht dielängst ersehnte Reise nach Italien seinem Geiste eine andre Richtung gegeben hätte. 'Er trat sie 1786 an und verweilte 2 Jahre in Rom . Ungeachtet seiner Thätigkeit )blieb dieser Aufenthalt doch ohne tiefern Gewinn für ihn, da er zu unvorbereitetund in seinen Studien zu unstet und phantastisch war. Gökhe, der ihn hier ken-ne» lernte, nahm sich seiner freundschaftlich an und machte ihn mit dem Herzogvon Weimar bekannt, aus dessen Verwendung M. Mitglied der berliner Akademiewurde. In, Winter von 1788—89 kam er nach Deutschland zurück. Er erhieltjetzt die Professur der AlterthumSkunde und der Theorie der schönen Künste bei derAkademie der bildenden und mechanischen Künste; zugleich aber schloß er eine- Ehe,die unglücklich ausfiel. So starb er d. 26. Juni 1793. Ohne Einheit und festenLebensplan war M. eigentlich nie zu einer klaren Anschauung feiner selbst und derWelt gekommen; sein ganzes Leben war eine Reihe von Inconsequenzen; ja mandarf sagen, er lebte in einer steten Unwahrheit und machte fast immer den Schau-spieler eines fremden Lebens. Daher sein steter Kampf mit den Menschen undden äußern Verhältnisse». Seine zahlreichen Schriften, mvthologischen, antiqua-rischen, psvchologischen, grammatischen Inhalts, unter welchen die deutsche Pro-sodie den meisten Werth hat, ferner Reisebeschreibungen durch England und Ita-lien u. s. w. kragen das Gepräge seines Geistes und sind zum Theil sehr anziehendund belehrend. In den Romanen „Amon Reiser'^ und „Andreas Hartknopf " hat