Band 
Siebenter Band. M bis N.
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568
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Motto

Motz

bei seinem Trauerst,. „Ines te Castro" dagegen aber glänzend und entschieden war,obgleich die Kritik an diesen Produktionen nicht mit Unrecht viel auszusetzen fand.Auch in der Gattung der Oden machte la M. mit Glück vielfältige Versuche; dochbesonders zeichnete er stch als Fabeldichter, neben Fontenelle, rühmlich aus. Als eres aber später unternahm, die Zliade zu übersehen, eine Arbeit, zu welcher ihm sogardie nöthige öOprachkenntniß fehlte, da erhob sich auf Anregung der Mad. Dacier,wegen einer dem Werke vorgesetzten Einleitung, in welcher er sich herausnahm, denKönig der Dichter herabzusehen, ein gewaltiger Lturin gegen chn. Zwar antwor-tete la M. auf der Dacier heftige Schrift: „Du; d, <^>rr,,;>>>«» st»

ßcht", sehr gemäßigt in seinen „KAIoch»,; 5ur In orit,i,i,o"; doch dauerte derStreit unter den Gelehrten (der durch feine !)liw >»rs 5»r In N achln-, . rar I'ülvxn-.«u^l'ocle, snr In InNIo clo. imm r neue Nakrung erhielt) noch eine Weile, bisendlich Fänülon, zum Richter aufgerufen, die Lache vermittelte, und I. B. Rous-seau durch ein beißendes Epigramm die Ehre Honier's an seinem ungriechischenVerunglimpfer rächte. Noch manche andere paradoxe Behauptung, wie z. B. seinVerwerfen der Verse, da er doch selbst fast Alles in Versen geschrieben hatte undhierin weit glücklicher war als in der Prosa, zog ihm Streitigkeiten und Epigrammezu; doch behielt la M. bei allen Anfechtungen stets seine ihm angeborene Gutmü-thigkeit, und obschon er zu den gelesensten und gefeiertsten Autoren seiner Zeit ge-hörte, so rächte er sich doch nie durch beißende Gegenschriften an seinen literarischenVerfolgern. Zn seinen besten Jahren hatte er, in Folge der Gicht, das Unglück, zuerblinden, und s. Gesundheit wurde so wankend, daß er sich nur mit der einfachstenKost behelfen durfte und zuletzt oft vor Schwäche und Lähmung nicht gehen konnte.24 I. lang verlebte er in dieser traurigen Lage, okne daß die Heiterkeit und Sanft-mulh seines Geistes dadurch litt, und ei» Verwandter versah in diese, Zeit die St.lleeines LectorS und ^ecrekairs bei ihm. Im 59. I. s. Ali.rS (d. 20. Dec. N31)machte endlich der Tod seinen Leide» ei» Ente. La M. war Mitglied der Akademie,und eine oft zwischen ihm als Fabeldichter, und Fontenelle (s. Freunde) gezogeneParallele ist um sp wichtiger, da sich in dem Charakter dieser beide» Männer, sswiein ihren gegenseitige» Meinungen und Ansichten eine große, oft überraschende Über-einstimmung findet.

Motto (a. d. Ital.), «in witziger Spruch, Denkspruch (s. auch Epigrap h),heißt bei uns besonders eine ausgewählte Stelle eines fremden Schriftstellers, welcheman zur Andeutung und Ankündigung des Anhalts oder der Richtung irgend einerSchrift dein ölanzen vorsetzt.

Motu proprio heißt im römische» Kirchenrechte die Entschließung desPapstes zu einer Verordnung, welche ohne äußere oder fremde Veranlassung durcheignen innern Antrieb erfolgt ist. Da die römischen Kano,listen den Grundsatz vonder Untrüzlichkei: des Papstes damit verbanden, so behaupteten sie, daß eine lobe-st,,!» «»»tu, proj'i il. welche größkenrhcils in Gnadenbri.fen bestand, alte Vorbe-halte und vorhandenen Bullen und Breven aufhebe und keine in Rechten geltendeEinrede, als die der Erschleichung, verstatte.

M o tz (Friedrich Christian Adolfv.), gH. zu Kassel am 18. Nov. 1175, wos. Vater Geheimerrath und Präsident des SberappellattonsgerichtS war, erhielt denersten Unterricht durch Privarlehrer und auf dem Pädagogium zuKassil. Bis 1795studirte er zu Marburg vorzüglich Rechts- und Skaarswiffenschaften. Darauf trater in preußische Dienste, als Auscultator, damals Referendarius bei der Regie-rung zu Halberstadt , von welcher er zur Kriegs- und Domainenkammer überging,deren wirkliches Mitglied er win de, als er 1891, nach gemachtem drillen Examen,durch die Wahl der halb »'städtischen Landständp Landrakh wurde. Zu gleicher Zeitverheirarhere er sich mit der Tochter des Landraths v. Hagen auf Nienburg . SeineStelle vertauschte Hr. v. M, schon im nächst-n Jahre, als das Ezchsfeld unter