Mouradgeu d'Dhsson 5^1
die Ereignisse des 5. und 6. Oct. entwickle und den Bericht Chabroud'S z» Gun-sien des Herzogs v. Orleans und s. Mitschuldigen widerlegte. Von der Schweiz aus macktte er 1793 eine Reise nach London , wo ihm die Regierung eine Oder-richterst lle in Canada mit gutem Gehalte antrug, was er jedoch, die Hoffnung,das Vaterland wiedersehen zu können nicht aufgebend, ablehnte und sich hierauf,da Genf , sein bisheriger Wohnort, in den Strudel der Revolution war gezogenworden, von da aus mit seiner Familie 1795 nach Deutschland wandte, woselbstihn der Herzog v. Weimar mit Nute aufnahm und ihm das Lustschloß Delvedere(bei Weimar ) einräumte, um dort eine Erziehung»- und Unterrichtsanstalt fürjunge L ute aus den Hähern Ständen (namentlich für junge Engländer) zu begrün-den. M. war hier aufs vielfachste nützlich; auch arbeitete er hier die Schriftaus: „l)n l'iullueuee attiibuöe:>ux p!nl<»5r>p>><--i. a»x sra»a5-i»arr>nx rt -nixiliuniiii, r»e l-> rrvnlutinu ein I ranne" (Tübingen 1801; N. A., PaiÜS1821). Nach dem 18. Brumaire kehrte M. nach Frankreich zurück, ward 1802zum Präfecten des Depart. der Ille und Nilaiue, und 1804 zum Mitglied desErholiungssnars ernannt, das Iakr darauf aber in den Staatsrath berufen. Erstarb den 26. Jan. 1806. Sein Sohn, Eduard Claude Philipp, Baron(geb. 1784), war unter Napoleon Audfteur des Slaatsrarhs, 1809 Cabineis-sccretair, 1810 älaiire >Ie^ ,egn,'i,^; 1815 kam er in die Deputirtenkammerund 1817 erhielt er de Stelle eines Snaa'Sraths und den Vorsitz in der gemischtenCommission, welche die L-guidarionen mit den auswärtigen Mächten zu ordnenhatte. 1829 wurde er zum Pair des Reichs erhoben.
Mouradgea d'Ohsson (Ignaz), geb. zu Konstantinopel , stammt auseiner reiche» armenischen Familie, trat in die Dienste der schweb. Gesandtschaft beider otkoman. Pforte und schwang steh durch seine Talente zu den ersten diploma-tischen Würden empor. Er wurde zum Geschäftsträger, zum Ritter desWasa Or-dens und 1782 zum bevollmächk. Minister und außerordentl. Botschafter ernannt.Seine Kenntniß der arabischen und türkischen Sprache setzte ihn in den Stand, ausden Quellen selbst zu schöpfen. Er nahm sich vor, eine Geschichte Selims II. zuschreiben; bach aber faßte er den Plan zu einem allgemeinen Gemälde des ottoma-nischen Reche, glicht ohne große Schwierigkeiten gelang es ihm, über die Sit-ten und Gebiauche, über das Innere des Serails, der Moscheen und des Fami-lienlebens der Türken von einem abergläubischen, knechtischen, und mißtrauischenVolke die ersten zuverlässigen Nachrichten einzusammeln. Mit den zusammenge-brachten Materialien ging er 178! nach Paris , arbeitete sie aus und ließ 1788 u.1789 die beiden Bde. s. ,,'I-»bleu» <!,-,! ,1a l'b.„>pi>e ottoman" erscheinen.Dieses Werk entsprach vollkommen den Erwartungen, die man davon hatte. Dietypographische Pracht und die Schönheit der Kupftr hatten zwar einen Aufwanderfodert, den der Absatz nicht decken konnte, allein d'Ohsson, der ein bedeutendesVermögen besaß berechnete die Opfer nicht, die er für die Vervollkommnung seinesWerks brachte. Die Revolution unterbrach s. literar. Thätigkeit; er begab sich wie-der nach Konstantinopel. Selim III .. der die Gelehrsamkeit schätzte, ließ sich die bei-den erschienenen Bände vorlegen und befahl, weit entfernt, über die Enthüllung ei-niger Geheimnisse unzufrieden zu sein, daß man den gelehrten ForMer durch Mit-theilung der ihm nöthigen Nachrichten und Quellen unterstütze. Nach einem lan-gen Aufenthalte zu Konstantinopel kam d'Ohsson nach Paris zurück, wo er von sei-nem großen Vermögen kaum noch einige spuren fand. Selbst die Niederlagen,worin er die Exemplares. Werks nebst den Platten, Zeichnungen u. s. w. aufbe-wahrt hatte, waren erbrochen und gevlündert worden. Ohne sich durch diese Unfällen ederschlagen zu lassen, entwarf er vielmehr einen noch weiter» Plan, der ein histo-risches Gemälde des ganzen Orients umfaßte. Die Ausführung desselben beschäf-tigte ihn ganz. «Lchon hatte er 1804 2 Bde. des„'1'ableau 1iistm ie,„e t1e l'Orli.-ut"