Mozart (Johann Chrysostomus Wolfgang Ainadeus) 578
welche seinehlmtsgeschäfte ihm übrig ließen, widmete er dem Unterrichte in derComposition und auf der Violine. 1156 erschien zu Augsburg sein „Versuch einergründlichen Violinschule ", ein Werk, das nach dem Zeugnisse der größten Meistervon dem auSgebreitetsten Nutzen gewesen. Außerdem hat er Oratorien und andreKirchensiücke, Theatermusiken u. s. w. geliefert. Er starb 1181.
Mozart (Johann Chrysostomus Wolfgang AmadeuS ), der größte deutscheComponist, geb. zu Salzburg d. 21. Juni 1156. Kaum 3 Jahre alt. freute er sichschon über harmonirende Intervalle, die er auf dem Claviere gegriffen hatte. Imfolg. Jahre sing sein Vater gleichsam spielend an, ihn einige Menuetten und andreStücke auf dem Claviere zu lehren. Zu einer Menuet brauchte er nur eine halbeStunde, um sie mit der vollkommensten Nettigkeit und mit dem festesten Takte zuspielen. Don nun an machte er so schnelle Fortschritte, daß er in s. 5. Jahre bereitskleine Stücke componirte, die er seinem Vater vorspielte und dann von diesem zuPapiere bringen liess. Psychologisch merkwürdig ist es, daß er früher sich für alleKinderspiele so empfänglich zeigte, daß er Essen und Trinken und alles Andre dar-über vergessen konnte, von der Zeit an aber, wo er Musik zu lernen angefangenhatte, allen Geschmack an den gewöhnlichen Spielen und Zerstreuungen der Kind-heit verlor. Obgleich er auch die übrigen Gegenstände des Unterrichts mit Feuerund Lebhaftigkeit umfaßte, so blieb doch die Musik diejenige Beschäftigung, von wel-cher seine ganze Seele erfüllt zu sein schien. Mit Riesenschritten ging er darin vor-wärts, sodaß selbst sein Vater, der doch täglich um ihn war, davon überrascht wurde.Dies war einst der Fall mit einem Clavierconcerte, welches der junge M. bereits im5.1. verfertigt hatte, und das nach allen Regeln der Kunst gesetzt, aber auch zugleichso schwer war, daß es nur ein geübter Künstler hätte spielen können. In seinem 6.I. war der junge M. bereits so weit fortgeschritten, daß s. Vater bewogen wurde,mit ihm und s. Schwester, Maria Anna, welche ebenfalls ein musikalisches Geniewar, eine Reise nach München und Wien zu machen, wo die kleinen Virtuosen demkaiserl. Hofe vorgestellt wurden. Die beispiellose Fertigkeit, die bei einem solchenAlter von Allen als ein Wunder angestaunt wurde, erhielt noch dadurch etwas sehrAnziehendes, daß der Kleine nur vor eigentlichen Kennern spielen wollte und dasLob der Menge ganz unbeachtet ließ. So verlangte er vom Kaiser Franz , daß erWagenseil holen lassen sollte; dies geschah, und der junge M. trug nun eins seinerConcerte mit bewundernswürdiger Fertigkeit vor. Übrig-ns hatte er bis jetzt sichlediglich auf das Clavier beschränkt. In Wien schenkte man ihm eine kleine Geige,und er hatte auf derselben, als die Familie nach Salzburg zurückgekehrt war, widerWissen des Vaters bereits solche Fortschritte gemacht, daß er zum Erstaunen ollerAnwesenden die zweite Geige zu einem Trio mit Präcision und Nettigkeit vorzuwa-gen im Stande war. Don nun an zeigte es sich, daß das ganze innere Sein desjungen M. der Musik hingegeben und nur durch sie vorbanden sei, denn nur Musikbeschäftigte ihn ganz. Von s. Fähigkeit, die feinern Unterschiede der Töne zu em-pfinden, werden merkwürdige Beispiele erzählt. Auch ist es schon aus dieser Zeit be-merkenswerih, daß seinem Gehöre jeder Mißklang, jeder rauhe, schmetternde unddurch Zulammensummung nicht gemilderte Ton, wie z. B. der Ton der Trompe-ten, unerträglich war, ja daß er sogar einst bei demselben bleich, leblos und in Ver-zückungen zur Erde sank. Finden wir die Wirkung von dies »i nur für das Schöneder Kunst empfänglichen Gemüthe nicht in allen Werken M.'s wieder? Herrschtnicht, trotz der gewohnten Vollstimmigkeit, in jedem Takte ters lben eine Klarheit,eine Anmuth, die selbst in ihren kühnsten Übergängen und Fortschreitungen auchdem ungebildetste» musikalischen Sinne zur Wollust wird? — 1163, also im 1.Jahre des jungen M., machte die Fanni e die erste Reise außer Deutschland , wo-durch sein Ruhm sich allgemein verbreitete, sün Nov. d. I. kam sie in Paris an,wo sie ein halbes Jahr verweilte und mit Ruhm und Unterstützung gleichsam über-