Band 
Siebenter Band. M bis N.
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574 Mozart (Johann ChrysosiomuS Wolfgang Amadeus )

schüttet wurde. Hier gab der junge M. s. ersten Claviersonaten heraus. 1764 reistedie Familie nach England und ließ sich am königl. Hofe hören, wo der Sohn auchdie Orgel des Königs zu allgemeiner Bewunderung spielte. In einem öffentlichenConcerte wurden nurSymphonien von seiner Composition vorgetragen. Hier sowolals in Paris wurden ihm die schwersten Claviersachen von Bach, Händel u. s. w.vorgelegt, die er alle vom Blatte mit der größten Präciston vortrug. Während s.Aufenthalt« in England compomrte er 6 Sonaten, die er in London stechen lssß undder Königin widmete. 1765 reiste die Familie durch die Niederlande nach Holland ,wo M. sich häufig auf den Orgeln der Klosterkirchen unt Kathedralen hören ließ.Im Haag wurde er gefährlich krank. Nach s. Genesung schrieb er 6 Sonaten fürdas Clavier, welche, der Prinzessin von Nassau gewidmet, im Stich erschienen. ImAnsang des 1.1766 befand er sich 4 Wochen in Amsterdam und reiste von da zudem Installationostste des Erdstauhalter« wieder in den Haag. Hierauf ging dieFamilie nochmals noch Paris und, nachdem sie 2 Mal in Versailles gemessn war,über Lyon durch die Schweiz nach München , wo der Kurfürst dem jungen M. einTkema vorsang, w.lches dieser in seiner Gegenwart ohne Clavier und Geige aus-führte, zu Papier brachte und zur Bewunderung des Kurfürsten und aller Anwesen- lden vortrug. 1766 kamen sie wieder in Salzburg an, wo sie bis 1768 blieben unddaraus eine zweite Reise nach Wien machten. Hier spielten die beiden Geschwistervor dein Kaiser Joseph , der dem jungen M. auftrug, eine komischeOper: linta

in Musik zu setzen. Sie erhielt den Beifall des Capelinie,sterS Hasseund Meiastasio ?, waro aber nicht aufgeführt. Bei der Einweihung der dortigenWcisenhauckirche sehte er das Amt, das Ossertorium und ein Trompetenconcertund leitete als 12jähr. Knabe die feierliche Musik in Gegenwart des kaiserl. Ho-st ?. 1767 trar M., der Concertmeister beim salzburgischen Hoforchester gewordenwar, in Gesellschaft s. Vaters eine Reise nach Italien an. In Bologna bewundertebesonders der berühmte Pater Martini den Knaben, der u. A. ein jedes gegebeneFugenthema auf d,r Stelle bearbeitete und es auf dem Clavier« ausführte. InRom erregte er auf eine andre Weise Bewunderung. Er unternahm es, das be-rühmte Misercre, wclch.s alljährlich in der Charwoche in der Sixiinischen Capelle jgesungen wird und damals noch sehr geheim gehalten wurde, nach dem bloßen Ge-höre zu copiren, welches ihm auch dergestalt gelang, daß, als er es in einer Gesell-schaft amClaviere sang, derSopramstChristoson, der es in derCapelle gesungenhaue, die lebhaftesten Beweise seiner Bewunderung zu erkennen gab. In Neapel glaubten die Schüler des Onsrivuioiio ,lalln j>sslä, in M.'S Ringe stecke dieAauberkuusi s. Spiels; erzog ihn ab, und nun erst wuchs die Bewunderung. InRom erhielt er vom Papste das Kreuz und Breve als Ritter des goldenen Spornü;in Bologna ward er, nachdem er bei verschlossenen Thüren in einer halbe» Stundeeine Istimnnge Amiphonie gesetzt halle, einstimmig als Mitglied und Capellmei-ster der philarmomschen Akademie aufgenommen. Da er sich bereits zur Compo-silion der ersten Carnevalopcr zu Mailand verbindlich gemocht haue, sah er sich ge-nöthigt, ähnliche Anei bietungcn von Bologna, Neapel und Rom abzulehnen. Erkam zu.Ende Oct. 1770 in Mailand an und componirte daselbst in s. 14. I. dieerste Oper, „Mithridal", die schon am 26. Dec. aufgeführt und dann mehr als 20Mal nach einander wiederholt wurde. Hierauf sagten ihm die Unternehmer auchdie Composition der Oper 1778 schriftlich zu. In Verona überreichte man ihmebenfalls das Diplom als Mitglied der philarmonischcn Gesellschaft. So geehrtverließ er Wallen, wo man ihm den Namen il lieia til->, ,»<>,> icv beigelegthatte. Als M. 1771 wieder in Salzburg eingetroffen war, fand er einen Brief,in w.lchem ihm im Namen der Kaiserin Maria Theresia die Composition der gie-ße» theatralischen Serenata: „.Iraanin in Albu", zur Vermählung des Erzher-zogs Ferdinand aufgetragen wurde. Er übernahm diesen Auftrag und reiste iin