Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
575
JPEG-Download
 

Mozart (Johann Chrysostomus Wolfgang Amadeus ) 575

August wieder auf einige Monate nach Mailand , wo während der DermählungS-feierlichkeite» stets M.'s Serenata und eine von Hasse eomponirte Oper abwech-selnd aufgeführt wurden. 1112 sehte er zur Wahl des Erzbischofs von Salzburg die Sercnake: „ll seunn eli Laizooni". Zm Winter 1113 setzte er ebendaselbst .die ihm übertragene Oper: „l.uci» 8il1a", welche 26 Mal hinter einander aufge-führt wurde. Nachdem er noch eine komische Oper: „Ua tinta ^ittieliniein"(1115), 2 große Messen, eine -Lerenate: „ll He ,,-,-iore", in Paris , wohin erzum zweiten Male berufen worden war, eine große Symphonie für das dortiget spirituel gesetzt hatte, ging er in s. 24. Z. nach Wien , wo er in kaiserl.Dienste trat. Er erfüllte die großen Erwartungen, zu denen sein bewunderns-würdiges Genie berechtigt hatte, aufeine vollkommen befriedigende Art und wardder Rasael der Tonkünstler. Sowie dieser seltene Geist ober früh schon in seinerKunst Mann wurde, so blieb er hingegen in allen übrigen Verhältnissen des mensch-lichen Lebens stets Kind. Er lernte nie sich selbst regieren; für häusliche Ord-nung, für gehörigen Gebrauch des Geltes, für Mäßigkeit und besonnene Wahlim Genusse hatte er keinen Sinn. Allein eben dieser immer zerstreute, immer insich zurückgezogene Mensch schien ein ganz andres, ein höheres Wesen zu werden,sobald er sich an das Elavier setzte. Dann spannte sich sein Geist, und seine Auf-merksamkeit richtete sich eingetheilt auf den einen Gegenstand, für welchen er ge-boren war, die Harmonie der Töne. Am liebsten spielte er bei Nacht und bis zumfrühesten Morgen hin, wenn man ihn nicht mit Gewalt vom Elavier entfernte.Gewöhnlich eomponirte er von 6 oder 1 Uhr des Morgens bis um 10 Uhr, undzwar meisteniheils im Bette; dann setzte er den ganzen Tag nichts mehr, außerwenn etwas Dringendes zu verfertigen war. Außer der Musik schien er nur nocheine Leidenschaft zu haben, das Billard. Seine Körperbildung zeichnete sich nichtvortheilhaft aus; er war klein, hager, blaß und verrieth durchaus nichts Außeror-dentliches in s. Physiognomie. Von den Werken, die sich auf den Buhnen vonganz Deutschland erhallen haben und stets das Entzücken der deutschen Nation seinwerden, componirle er s. „l,lui>>oi,co, Ue ,Ii lärciu", 1180 zu München . Vonder „Entführung aus dem Serail " (der Zeit nach s. 14. Oper), welche 1182 inWien aufgeführt wurde, sagte Zoseph >1. zu M.: „Diese Musik ist zu schön fürunsere Ohren; doch sind gewaltig viel Noten darin!" „Gerade so viel, als sichgehört", anlworleie der Künstler. Den ausgezeichnetsten Beifall erhielt „Figaro'sHochzeit", welche während des Winters 1181 zu Prag aufgeführt wurde. Eben-daselbst componine die. in demselben Winter s. „Don Zuan ", der dorr noch mehrgefiel als „Figaro's Hochzeit". Nichtsdestoweniger wollte man dieser Musik inWien während der ersten Vorstellungen keinen Geschmack abgewinnen, obgleichHaydn bet dieser Gelegenheit M. für den größten aller damals lebenden Eompo-nisten erklärte. Nachdem er noch 1190 „b.en>i tun lütte" und während der Krank-heit, die s. Tod herbeiführte, 1191 die „Zaubeistöie", „I n d-mcnr-, ,Ii lim"und das berühmte Requiem gesetzt hatte, starb er am 5. Der. 1101 im 36. I.s. Alters, nach dem Berichte des Arztes an Anhäufung des Wassers im Kopfe,und ein falsches Gerücht, Saliers betreffend, ist dadurch widerlegt worden. Auchin s. Jnstrumenialccmpcsitioncn (k. prächtigen Symphonien, s. ätherisch,» Quar-tetten, Clavürconcerte», Sonaten -c.) wild M. das Vorbild aller Nationen undZeiten sei» und bleiben. Gleicl en Ruhm behauptet er in der Kirchenmusik, zu wel-cher besonders s. großen Hymnen und Missen gehören. Die Zahl seiner Eompvsi-tionen, mit Emsct luß der Entwürfe, ist über 800. Sein Requiem Hütte, nach derallgemeinen Erzählung, folgend.» Ui sprang. Eines Tages kommt ein Unbekannter(Graf von Walseeg aus Siuppach) zu M. unk trägt ihn« die Eomposirion citierSeelenmesse (zur Todcof.ier stirer Gemahlin) auf, für welche M. den Preis selbstbestimmen soll. Dieser federt 100, nach A. 200 Dukaten, will sich aber, um