Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
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Maller (Johannes von)

sind, waren hier die Herausg. der Herder'schen Werke, zu denen er die Geschichtedes Eid und schätzbare Noten über Persepolis lieferte, der 4. Bd. der Schweizerge-schichte, der, in 8 unruhigen Jahren vollendet, 180k, und die neue Ausgabe der3 ersten Bde., welche 1806 erschien, die Früchte seines Fleiße«. In diesem I. er-hielt er den Auftrag, die Geschichte Friedrichs 11. zu schreiben, und war eben daran,die schwer erhaltene Erlaubniß (der letzte Cabinetsbefehl darüber war vom 6. Oct.1806) zum freien Gebrauche der Archive zu benutzen, als die Schlacht bei Jenaalle Blicke von der Vergangenheit auf eine gewaltsam entscheidende Gegenwartzog. Wie in M.'S Vaterlande verschiedene Sprachgenossen, die Deutschen aberdie zahlreichsten sind, so hatte auch in seinem die ganze europäische Menschheit um-fassenden Gemüthe Deutschland das Übergewicht. Er war aber lange genug inDeutschland, um die Fehler zu kennen, die das Reichsband zerrissen und Frank-reich groß machten ; er bakte keine Gelegenheit verabsäumt, zur Eintracht zu ermäh-nen und vor fremdem Übergewichte zu warnen, ja noch zur letzten Zeit, da andreWege versperrt wui den, in der Vorrede zu „Mokammed's Posaune des beiligenKriegs" von Hammer und in seinen Recensionen kräftig auf den Nationalgeist zuwirken gesucht. Daß die Stimme der Geschichte und der echten StaatSweisbeitnicht gehört worden war, mußte ihn mehr befremden als der Eintritt unausbleib-licher Folgen. Müller'n— und welchem Aufmerksamen nicht? — wurde jetztklar, die Zeit der alten, so lange sie bestanden, von ihm hochgehaltenen Formen seinun vorüber, und er hielt es für gerathener, der neuen Zeit mir Fassung und Hoff-nung auf Gott , der sie kommen ließ, entgegenzugehen, als einöln unsinnig wi-der eine Gewalt anmstürmcn, der das von sich selbst verlassene Volk nichts mehrentgegenzusehen wußte. Die Sorge für sein literarstcheS E'genthum hielt ihn inB-rlin zurück, als die Sieger einlegen. Die Humanität, mit der sie ihn vor denLasten des Kriegs schützten, erheischte seinen Dank; der Geist und die Kenntnisse,die Napoleon in der Unterredung, zu welcher er ihn d. 20. Nov. berief, entwickelte,die Gute, mit der er ihn bebandelte, flößten ihm Achtung und Vertrauen ei».Weder Versprechungen noch Geschenke wurden ihm gegeben, man achtete den Ge-lehrten und den verständigen Politiker in ihm, der nur gegen das Svstem, nie ge-gen Personen gesprochen; von den Privarabsichten und Planen, die den Kaiserund seine Diener bei diese», Betragen leiten mochten, hatte M. keine Ahnung.Dies Alles trug sich zu, ohne daß er es im mindesten gesucht, und er baute auchnichts darauf, nur meinte er in der Rede, die er den 29. Jan. 1807 in der Akade-mie: ,,I1e !,1 sichre >!,' ! rächü ü'", hielt, den gesunkenen Muth der Preußen durchstärkende Mahnungen, und die Schonung des Siegers, der Friedrichen an Glückund Feltherrngröße damals nicht unähnlich war, durch auszeichnende Beziehun-gen ansprechen zu müCn. Diese Rede, an Kunst und Gemüth dem Trefflichste»,was die Alten in derselben Gattung geleistet haben, vergleichbar, wurde wegen ei-niger den Ieitumständen ganz angemessenen Wahrheiten, indeß Deutschland sieniit Bewunderung aufnahm und Göihe sie übersetzte, ein Anlaß zu den gehässig-sten Verleumdungen gegen den Vers. in Berlin . Man wollte es ihm nicht verrei-ben, Cicero'« Rolle, da Cäsar oblugte, dem Schicksale Cato's vorgezogen zu ha-ben. ^o glücklich und seinen Neigungen ganz entsprechend seine Lage in Berlin gewesen war, konnte es ihm unter solchen Umständen doch nicht schwer werden, aufemen Ruf des Königs von Würtemberg an die Universität zu Tübingen , wenn auchmit weniger Gehalt und mehr Berufsarbeit, einzugehen. Schon im Frühlinge1807 war er zum Abgänge dahin bereit, erhielt aber seine wiederholt gesuchte Ent-lassung von Memel erst im Oct. Auf der Reise nach Tübingen erreichte ihn einstanz. Courier, der ihn schon dort und in Berlin aufgesucht hatte, in Frankfurt ,mit dein Befehl, schleunigst nach Fontainebleau zu kommen und ei» wichtiges Amtzu übernehmen. M., von einem Rufe, an den er so wen'g gedacht, daß er sogar