Band 
Siebenter Band. M bis N.
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Müller (Johannes von)

dens von 1195), „Die Gefahren der Zeit", „Mankua" u. die „Ausbeute von Bor,goforte", und von 1197: „Das sicherste Mittel zum Frieden" (stimmt!, im 18. Th.s. stimmt!. Werke), waren Meisterstücke der polit. Beredtsamkeit, den Demostheni-scheu Philippiken vergleichbar. M. sprach darin für Östreichs und Deutschlands Ehre und Rettung kühn, stark und herzandringend. An größere Werke konnte M.in jenen unruhigen Tagen, wo nur die Stimme der Leidenschaft gehört ward, undunter dem Zwang einer ängstlichen Censur nicht denken. Auch bemächtigte sich sei-ner bei runehmenden Zähren immer mehr das Gefühl der Unbedeutenheit des Ein-zelnen im Weltruin und eine gewisse Schüchternheit, die ihn abhielt, mit neuenArbeiten hervorzutreten. Die 2. Ablh. des 3. BdS. der -Lchwcizergeschichte gab er1795 heraus und lieferte, um doch irgendwo vom Herzen sprechen zu könne», fleißigRecensionen in die „Ienaische Literaturzeitung", unter der Chiffre: '!!>«. NeuenKummer machte ihm das Schicksal der Schweiz . Da Östreich 1798 im Begriffeschien, sie zu besetzen, begehrte der gewissenhafte Mann seinen Abschied, weil,wenn sein Vaterland Unrecht leide, er der unterdrückenden Macht nicht glaube un-verdächtig dienen zu können. Doch bald, überzeugt von Östreichs Redlichkeit, blieber und lehnte auch 1798, das er im Jammer über das untergehende Vaterland fastganz verlor, den Ruf zu einem Mitgliede des obersten helvet. Gerichtshofes, wozuSchaffkaufen ihn gewählt hatte, aus Abneignng gegen den stanz. Terrvrismus undin der Hoffnung ab, der Schweiz besser in Wien die Dienste zu leisten, die seineStellung möglich zu machen schien. In der That war er den Eidgenossen, die sichunter jenen Unruhen nach Wien flüchteten, ein thätiger Beschützer, wie überhauptallen ihm nahe kommenden schweizerischen Jünglingen der sorgsamste Vater undFreund. In öffentlichen Angelegenheiten konnte jedoch sein Einfluß am kaiserl.Hofe, wo ihn eine Menge Feinde umgab und die Meisten ganz Mißkanuten, niebedeutend werden, und da sein Widerstand gegen die wiederholten Bek-Hrungs-versuche ikm jede Aussicht auf höhere Beförderung verschloß, trat er im Herbst1800 in DeniS'S Stelle als erster CustoS der kaiserl. Bibliothek. Hier fühlte er sichwieder in seinem Elemente, arbeitete mit Freuden den noch fehlenden Realkatalogdieser prächtigen Bibliothek aus und setzte dabei seine Schweizergeschichke fort. DiesBehagen wurde jedoch 1803 schmerzhaft zerstört. Ein junger Mensch, den erdurch achtjährige Wohlthaten verpflichtet hatte, brachte ihn durch den unerhörtestenBetrug mittelst falscher Briefe, in denen M. nur den Erguß der Freundschafteines geachteten Mannes von hohem Stande gesehen, um den größten Theil seinesVermögens, und nur ein glücklicher Zufall vereitelte den Anschlag, d>n man zuderselben Zeit auf sein Leben gemacht hatte. Da an Ersah nicht zu denken war,so mußte er für seinen arglosen Glauben an die Menschheit durch Geldverlegenhei-ten big an seinen Tod büßen. So ward ihm Wien immer wehr verleidet, und daer sich überdies durch die Censur in der Fortsetzung der HerauSg. seiner Schweizer-geschichte gehemmt und wegen seines Protestantismus von weiterer Beförderungbei der Bibliothek abgeschnitten sah, glaubte er de» Ruf zum wirkl. Mugliede derberliner Akademie und Historiographen des Hauses Brandenburg mir dem Titeleines geh. Kriegsraths annehmen zu dürfen. Nach einem 12jährigen, an Freu-den der öffentlichen und literarischen Wirksamkeit im Ganzen genommen armenAufenthalte, der ihm erst gegen das Ende durch Anerkennung und Fi eundschafl derEdiern angenehmer zu werden anfing, verließ er daher Wien im Mai 1801, sahin derSchweiz noch seinen heißgelieblen Bruder und untern andern Jugendfreundenauch den in Genfanwesenden Amerikaner Kinloeh zum letzten Male, und beganndann in Berlin ein neues, ganz den Wissenschaften gewidmetes Leben. Neben sei-nen Privatstudien und den Abhandlungen für die Akademie, von denen die über dieGeschichte Friedrichs I I., über den Untergang der Freiheit der alten Völker und derVersuch über die Zeitrechnungen der Vorwelt im 8. Bde. seiner Werke abgedruckt