Band 
Siebenter Band. M bis N.
Seite
603
JPEG-Download
 

Munoz (Don Tomas) Münster (Stadt) 603

stischk Philosophie stürzte und eine gesunde Logik, eine gründliche Phvsik und einesichere Methode, in die Wissenschaften einbringen an ihre Stelle setzte. 22 I.alt, schrieb er die Vorreden zu der Rhetorik des P. Luis de Granada und zu derLogik von Dernei, in denen er eine umfassende Gelehrsamkeit entwickelte. In derFolge ernannte ihn die Regierung zum Kosmographe» von Indien , welchem Amteer mit Auszeichnung vorstand, bis der Minister Galvez ihm den Auftrag gab, dieGeschichte von Amerik: zu schreiben. Um die Materialien dafür zu sammeln, un-tersuchte er die Archive von wimancas, Sevilla, Tadix, Lissabon :c., deren reicheSchatze noch völlig unbekannt und seinen Vorgängern unzugänglich geblieben wa-ren. Die Ausb.ute dieser Nachforschungen waren 130 Bde. von Doeumenten,Originalbriefe von Eolombo, Pizarro, Limenes rc. Auf dieser Grundlage be-gann er sein herrliches Gebäude. Aber der Tod unterbrach (19. Juli 1799) seineArbeit, von der nur der I.Bd. erschienen ist („llirwrin elel nnevo >>>o»st»", Ma-drid 1793, deutsch von Sprengel, Weimar 1795); von dem 2. hat er zwei Bücherganz, und das 3. fast beendigt hinterlassen.

M u n o; (Don Tomas), Generallieutenant der span. Marine, berühmt auchim Auslande als einer der ersten Ingenieurs des Seewesens in Europa , geb. 1713,starb den 23. Nov. 1823 zu Madrid , nachdem er seinem Vaterlande 58 I. langmit Auszeichnung gedient hatte. Kenntniß, Thätigkeit und Vaterlandsliebe erhal-ten seinen Namen m der Geschichte, vorzüglich der von ihm entworfene und ausge-führte Plan, das Meer abzudämmen, welches Eadiz zu verschlingen drohcte: einWerk, das die geschickteste» Wasserbaumeister für unausführbar hielten. Durchneue und glückliche Anwendung mathematischer und physikalischer Lehre» brachteM. in wenigen Jahren das große Unternehmen zu Lnante, und Eadiz ruht jetztunerschütterr auf seinem Felsengrunde, »litten unter dem Wogensturme des Welt-meeres. Leider wird bei dem anarchischen Zustande, in welchem sich gegenwärtigSpanien befindet, auf die Erhaltung dieses wichtigen Wasserbaues nicht die ge-hörige Sorgfalt gewendet. Mit gleicher Kunst führte M. in dem Zeughause undden Schiffswerften der Insel la Earacca, 2 Meilen von Cadiz , Werke und Anlagenaus, welche noch jetzt von den Fremden bewundert werden; vorzüglich sinnreich istdie von ihm getroffene, höchst einfache Einrichtung beim Ausbessern der Kriegs-schiffe. Er baute ferner die Schiffe, mit welchen Malaspina (1789—93) dieReise um die Welt machte, und gab ihnen eine für die Gesundheit der Mannschaftauf einer so langen Reise sehr zweckmäßige Einrichtung, deren Vortrefflichkeit derErfolg bewährte und MalaSpina's Zeugniß bestätigte. So große Verdienste konn-ten den General M. nicht vor der Verbannung schützen. Er lebte zu Paris inehrenvoller Armuth. Eine Frucht seiner Studien in der Verbannung ist sein„liiiitä rnr la !>>>lümMi»,,", in welchem er die schwierigsten Aufgaben als Mei-ster des Faches löst: eine Schrift, die ihn unter die ersten Ingenieurs unserer Zeitgestellt hat. Mit edler Selbständigkeit lehnte M. in Paris die schmeichelhaftestenAnerbietungen ab, welche Kaiser Alexander an ihn gelangen ließ, wenn er in dessenDienste treten wollte. Endlich kehrte er in sein Vaterland zurück, wo er aber keineandre Hülfsguelle fand, als die ihm sei» trefflicher Sohn, Don Francisco M.,durch eine ganz ungewöhnliche und für ihn neue Arbeit verschaffte. Der 80jähr.Greis ertrug die Ungerechtigkeit seines Vaterlandes und den Mangel, in welchemes ihn schmachten ließ, mit würdevollem Aleichmuth. Sein Verdienst, sein Ruhmund sein Unglück sollten Europa beweisen, welche talentvolle Männer iLpanien be-sitzt,undwie es dieselben braucht und belohnt! Man denke an Iovellanos undFarill! (S. d.) Kann dies aber anders sein, wenn eine Regierung selbst Par-tei nimmt und, statt Allen wahr und gerecht zu begegnen, die Leidenschaft der Zwie-tracht und Rache mit sich verbündet und für sich bewaffnet? 20.

Münster (Uuiiiisteiium), Hauptst. der königl. preuß. Provinz Westfa-len , liegt am Flusse Aa, der ungefähr 3 Stunden davon in die Ems fällt, und am