Band 
Siebenter Band. M bis N.
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514 Münzredliction Münzregal '

diesem Theile der Münzkunde sich empirische Liebhaberei mehr angemaßt hatte alsihr zugestanden werden darf. Noch nennen wir K. F. W. Erbstein's „Numismat .Brachst, in Bezug auf sachs. Gesch., nebst einem Anh. merkw. Münzen des Mittel-,alters" Dresden 1827; und Chr. Jak. Götz's „Deutschlands Kaisermünzen desMittelalters" (600 Münzen von Karl d. Gr. bis aufMar. I. auf 54 lithogr. Ta-feln nebst der Beschreib.), Dresden 1828. Das numismat. Mütelalter hört auf,wo auf den Landesmünzen die Jahrzahl in ununterbrochener Folge erscheint; denn ^mit diesem Datum, das meistens mlt den gesetzlichen Münzordnungen in den europ.Staaten zusammenfällt, hört das Bracteaten -, und Solidenwesen auf und gestaltetsich zum Gelde im neuern staatSwirtk 'chaftlichen Sinne. Die Münzen der neuern lZeit werden mehr aus artistischen Rücksichten beachtet als aus geschichtlichen. Sie '!sind, was auch Herder dagegen gesagt hat, ein Beleg für die Umwandlungen des Ge-schmacks, da wir unter neuen Münzen vorzugsweise die Schau-- oder Denkmünzen >verstehen. Noch fehlt viel, daß das gründliche Studium der antiken Münzen auf zunsere Schaumünzen so eingewirkt hätte, wie wol zu wünschen wäre. Die Übersicht ider Fortschritte erleichtern hier mehre Prachtwerke, die sogen. llirtoirr; ,i>ri-,!I 1

(z. B. von Ludwig XIV., XV., von Napoleon w.). Aug der Reihe dieser Münzen !haben einzelne Schriftsteller einzelne Classen ausgeboben (Lilienthal's „Thalercabi- ^net", Köhler'S „Dukateneabinet", Böhme's „Groscheneabinel" u. s. w.), wodurch .dann tiefere Ergründung möglich ward. Die interessantesten Nachrichten von Mün-zen dieser Classe findet man in Köhler'S „Münzbelustigunqen" und Joackim's „Me- ^dail/encabmet". Das Unsunm U^eenein!li.-ui>i>n. Möhsen'S berliner dAedaillen- jsammlung und HeräuS'S „Bildnisse der regierenden Fürsten und berühmten Män- §ner in Schaumünzen von, 14. bis zum 18. Jahrh." (Wien 1828. Fol.) bereichern jebenfalls die Geschichte der Münzglyptik. Als Meister in dieser Kunst, besonderswas die Köpfe betrifft, sind aus dem 16. Jahrh. Sperandeo, Trezzo. Valerie Belli,und in Deutschland Hans Repel, Henir. Reiz u. ?s. zu nennen. Ein belehrendesHandbuch ist L. Ch. Schmieder'S „Handwörterbuch der gekämmten Münzkunde " i(Halle u. Berl. 1811 — 15). Die überreiche Literatur der Numismatik wächst fort-während meist durch kleine Schriften. Zu ihrer Übersicht sind brauchbar: ,.!ll,n,!l>> stllililmllieca nnnmistii s. nni tm nm <^»> >>e re nnmnrni ncistps. eil. l. 4. I nlnst-«>n" (Hamb. 1719, 4.); und Lipsius'S „Ililstintliee-i iinniari-, ein." (Leipz. 1801,

- Bde.); noch fehlt aber ein Werk. das, die Summe des Wissenswnrdigen zusam-menstellend und das Auffinden erleichternd, dem gefühlten Bedürfnisse wahrhaft ab-hälfe. Nach einem wohlersonnenen Plane waren Schlichtegroll'S „'Annalen der ge-stimmten Numismatik" eingerichtet, die leider mit dem 2. Jahrg. aufhörten. Siegaben für wissenschaftliche Erörterung ebenso gut Raum als für die Anzeige vonCuriositäten und vorübergehenden Erscheinungen, z. B. warum unsere Ältern durchdie vollständige Reihe der Glockenkbaler glücklich wurden, warum Rabendukaten soin Ehren standen, urw die Nurmahalrupien so theuer bezahlt wurden. Da es jetztunmöglich scheint, Vollständigkeit in irgend einem Privatcabincrte zu erlangen, sowäre zu empfehlen, daß Liebhaber, wie einst die Holländer, sich auf Vereinigung vonnicht zu zahlreichen Münzclassen legten, z B. Ehestands- oder Freimaurermedaillen.

Münzreduetion, so viel als Münzdevalvation, (.Devalvation.

Münzregal . Da die Münze mir dem Wohlstand eines Volkes in so na-her Verbindung steht, undCredit dazu gehört, den Münzen Umlauf zu verschaffen,welchen die Regierung in der Regel mehr als Privatleute besitzt, im Gegentheileaber mit dem Rechte zu münzen durch Eigennutz so leicht Mißbrauch getrieben wer-den kaun, wenn der wirkliche Gehalt der Münzen geringer ist als der auf demStempel angezeigte Werth; auch die Aufsicht hierüber, wenn dies Recht mehrenPrivaten zustehen sollte, schwer, ja fast unmöglich sein wurde: so wird dasselbeweit sicherer und zum Wohl des Ganzen von der anerkannten Regi- rung gehand-habt. (Vgl. Regalien.) Daraus ergibt sich aber auch zugleich,die Pstichs der letz-