Mvlitta
Mvriiiidonm
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Sache selbst spricht die Erfahrung, und die gemeinen Leute schreiben dies einemVers hen der Mutter zu. Zum Beweise beruft man sich sogar auf Jakobs Kunst,bunte Lämmer zu erstelen. Die Philosophen haben versucht, nicht allein die Mut-terinäler, sondern auch andre Besonderheiten, als Verstümmelung, Gestalt, Ver-Mehrung oder Verminderunq der Gliedmaßen u. f. w. aus dem Einflüsse der Ein-bildungskraft unk also der Seele der Mutter auf das Kind zu erklären. Allein ge-naue Beobachtungen haben gelehrt, daß die Besonderheiten und Verunstaltungendes Kindes, welche man für die Folge einer imaginarischen Idee hält, natürlicheWirkungen solcher Beschaffenheiten in dem Körper und der Lage des Kindes wa-ren , welche theil? vor der äußern Veranlassung der Idee schon anwesend waren,theils selbst nach der Hvpochese Derer, welche diese Wirkungen der mütterlichenEinbildungskraft annehmen, dadurch nicht entstanden sein konnten. Man siehtauch dergleichen Besonderheiten ohne vorhergegangene Einbildung der Mutter, in-gleichen bei Geburten im Pflanzenreiche, wo keine Seele und also auch keine Ein-bildungskraft an der Bildung Theil haben kann. Sie sind mithin weiter nichtsals eine Folge einer vorhergegangenen Unordnung in dem organischen Leben, aberNicht in der Seele der Mutter.
Mvlitta hieß die Venus der Assrrer (bei den Arabern Alitta, bei den Per-sern Mithra). Sie war als Mondgöktin das weibliche Princip der Zeugung. Indem üppigen Babvlon war ihr Dienst Volkstienst, indem die Sitte bestand, daßjede Frau sich ein Mal in ihrem Leben einem Fremden preisgeben mußte für eineSumme, welche sie in den Tempelschatz lieferte. Mit einem Blumenkränze aufdem Haupte, erzählt Herodot , setzten sich die Weiber m den Galerien des Tempelsnieder, durch welche die Fremden gingen, sich eine der Harrenden zu wählen. Kemedurfte zurück nach Hause kehren, bis ihr ein Fremder das Geld mir den Wortenin den Schoß geworfen hatte: „Ich rufe für Dich die Göttin Mylitta an!" (Vgl.Mon dgönin.)
Myologie, Muskcllehre, s. Anatomie.
M y o p s, s. Kurzsichtig.
Myriade, eine Zahl von Zehntausend z in der poetischen Sprache bezeich-net man damit überhaupt eine unzählige Menge.
Myriagramm, Myrialitre, Myriametre, s. Französi-sches Decimalsy stcm.
Mvriorama (griech.), wörtlich überseht: Zehntausendschau, eine Artvon landschaftlichem Kaleidoskop (s.d.), das, vor Kurzen, erfunden, viel scherzund Zeitvertreib gewährt. Es wird eine pittoreske Seeküste mit Wohnungen,Einbuchten, Trümmern, Klippen, Schluchten und wirthschaftlicken Ldcene» ineinem langen Streif an einem Eanale, wo hinten ferne Gebirge herüberblicken, an-genommen. Diese ist in 16 in den buntesten Farben ausgemalte Abtheilungenzerschn tlen, und das Ganze so gehalten daß die Durchschnittlinien für Vor-undMittelgrund überall aneinanderpassen. Die Aufgabe ist nun, diese Abtheilungenwillkürlich so aneinanderzufügen, daß das Vereinzelte wie ein Ganzes, nach Regelnder Landschaftsmalern componirt, aussehe. Durch die Bezifferung der einzelnenBlätter wird es möglich, eine unter 10,600 Möglichkeiten herausgefundene an-nehmliche Wirklichkeit zur Wiederhervorbringung festzuhalten. Dieses Lchielwerkfür Schaulustige und Zeichner hat Br,-s in Paius erfunden, und l). Clark in Lon-don ivervsllkommnet. Für Landschaftmaler selbst ist es ungefähr Das, was enrReinste rikon dem Dichter gilt.
Mprmidonen, ein Dölkerstamm in Phthia in Thessalien. Sie sollenvon Myrmidon, nach der Sage einem Sohne des Jupiter und der Eurvmedusa,Vater des Aktor, ihren Namen haben, der auch als ein Abkömmling des Pelasgusund Nachfolger des Teutamides, Königs von Larissa, genannt wird. Die Myr-