650
Mystificirm
Mythologie
io»
Letztere aber diesen Haß nicht erwidern, indem sie die Nothweistngk" Hchg'.cismus unserer Zeit wie den der Vorzeit wohl einsehen und den Werthund des Glaubens vollkommen anerkennen, wohl wissend, daß sis^ ,nur noch gläubig erfassen können, was ihre Wiflenschaftlichkeit nicht z ^ HEgen vermag. Der echte Gelehrte ehrt also den wahren Mysiicismu
nur den falschen, der in Frömmelei, übertriebene Schwärmerei und r ^Aiffi''
fug ausartet, sowie er denjenigen Astermysiicismus verachtet, der ^ jnschüft eine Rolle spielen will, dessen Urheber entweder absichtlich dunkelseln schreiben, um mit ihrer scheinbar tiefen Weisheit zu glänzen, s .^^jchke'worrenen Begriffe von Hähern Dingen und Verhältnissen für Wisst"'^halten, zu deren Mittheilung sie sich berufen glauben. Für den Laien > aEdie Schriften dieser falschen Mystiker von bessern Werken zu untersch" '. achterviel Dunkles enthalten, weil in ihrem Inhalte das Wissenschaftlich^ ,hüinli^'Mysticismus getrübt ist, und daher jenes nicht überall in seinemLichte hervortreten kann. Solchen Schriftstellern ist der Gegensatz r ^h,r Eund Wissen und dessen wahres Verhältniß nicht klar geworden; sie ftv. ^ hie^^wöhnl-ch das Verhältniß verkehrt, nämlich den (religiösen) Glauben " ,^,0 de
senschaft, und machen die religiösen Ideen und Begriffe zu leitenden P^^e ^Wissens, welches daher in ihren Schriften eine dem Glauben untergesspielt und sie mehr oder weniger mystisch macht. Wer aberverwirft und zugleich die Wissenschaft verkennt, sie für mystische"»dhaltend, treibt sich, mit einseitiger Verstandesbildung, in siacheM . MsselsiA^welches jederzeit mit vielem Stolze gepaart ist, wenn, im Gegentheil, D '
ihren Verehrern Bescheidenheit lkhrt, und der Mysticismus ihre Beken ^Emuth mahnt. Der Mysticismus ist vornehmlich im Orient einheiuft'kv sMam meisten den Griechen fremd. Der orientalische Mysticismus auße Kirch^
bei den Neuplatonikern und in den ersten Jahrhunderten der ch^istl^ ZsieEEine Hauptquelle der christlichen Mystik wurden die u. d. N.DionysiUsgiten im 4. Jahrh. n. Chr. verbreiteten Schriften. Als die Scholasi' .^ktik b"telalter die Religion ausschließend als Verstandessache mit trockener ^ Aechhandelte^, war es heilsam, daß ihnen Mystiker entgegentraten, welche Asaft^des Gemüthslebens und der individuellen Freiheit behaupteten. (2E §r>
mu s.) S. Borger, „Über den Mysticismus", aus dem Latein, über!-Stange (Altona 1826). iB
Mystificiren, die Leichtgläubigkeit eines Menschen benutzen'allerlei lächerliche Dinge aufzuheften. (Vgl. Poinsenet.) -jff der '
Mythologie (vonSage), Sagenlehre, der Inbssnem Volke eigenthümlichen Sagen von Göttern und göttlichen WE ' gssa"",begreift unter Mythologie die symbolisch ausgedrückte religiöse Poesie r '
ten Alterthums, die, weil sie sich theils auf eine allgemeine Ncttursprs) ^ <n''theils aus einer allgemeinen O.uelle geflossen ist, ein unzertrennbar^ ^c "macht; Gotkfr. Hermann dagegen erkennt in ihr die Wissenschaft' qegeE"lehrt, was für Ideen und Begriffe gewisse» Sinnbildern bei einem "„elfälusVolke zum Grunde lagen. Diese verschiedenen Ansichten führten b^^rusdBehandlung des vieldeutigen Stoffes und die Abweichungen in br"der einzelnen Mythen herbei. Eine geschichtl. Darlegung des Ursprungund der griech. Mythologie, als des vollendetsten Sagenkreises, Zisch""",,stimmter erklären. Furcht, Entsetzen, Erstaunen bei Dingen si!" ..nfllunggen, welche der rohe Mensch nicht erklären konnte, erregten dieübermächtigen Wesen, deren Gunst man gewinnen, deren Zorn 'A^esÖ'schmüsse. Oft glaubte man die Gottheit selbst unter der Gestalt des ^ ^
des Feuers, der Schlange) wahrzunehmen, das unbegreiflich"'^