Band 
Siebenter Band. M bis N.
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651
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Mntbologie 65 >

(Gottheit zusinnmentuhängen schien. So war ein Svmbol für diele böhere Kraftgefunden, lind der Glaube, die llberzeugung von einer unbegreiflichen Übermacbtharte sich leibst anfgedriingen. Auf dieselbe Weise mußte die Meinung von Mit:kein enisnheu, welche die Gunst der Göiter zu erwerben, ikren Zorn abmwehienvennochte»; doch auch diese Mittel mußten, da ihre Wirkung auf der Voran,-',setzung einer- unbegreiflichen Einflusses bei übte, zu den symbolischen und den <ä>.geuständ,» des Glaub „S gehören. Wer am besten und vollständigsten diele qng-.deiiherbeuiekenden und zornabw-krenden Vkittel pi kennen seb-en, ward der Ver-nutiler zwischen den minder hellsehenden Menschen und den höhere. Mächten: erwar der Priest-r. Eine Kenntniß dieser Art, der Gewinn einer genauern Natur-,beobachiung, konnte aber nicht sieben bleiben. Bald mußte die Kenntniß dieserPriester in ihrem Fortschreiten fast alle Lebensverbältniffe umfassen, und wäbrendVortheil und Wetteifer das Streben aufregt-n, Das tu begreifen, was den, Volkeunbegreiflich erschien, bildete sich von selbst eine Priesterlehre und Priesterssracbe,eine / die, wie alle alte Sprache, bildlich, kein Volke in dem Bilde nur

das Zeichen von etwas ihm Unerklärbaren fl hen ließ, das nur dem Vertrauten derGötter bekannt war. Diesen ursprünglichen Stoff erweiterte das Bestreben, ihndem Volke, das keine Einsicht verlangte, zu entziehen; er wuchs an durch die vor-geblichen unmittelbaren Mittheilungen der Gottheit, zu denen änliche Wahr-nh-mungen oft wol die Anläche sein mochten (die Hrakcl). Was anfangs seiner Na-tur nach dem Vo'ke unb, preislich war, wurde jetzt m>t Absiebt seiner Einsicht ent-ivaen und nur wenigen Erwählten unter gebeimnißvolftn Gebräuchen mitgetheilt(Mysterien). Der aufgeregte G,jst suchte nun frühere Vorstellungen mit neuge-wonnenen Einsichten zu vereinigen; Das, was verschiedenen Perlonificationen derNaturkräf'e z. B. ftüber iuaeschi ieben wurde, glaubte nian nunmehr in Einer zuerkennen. Man gewöhnte sich in jedem Gotte den andern, in allen Einen wieder-zufinden, und Umdeutunge», Forkbildunaen, oft Verhütungen der ursprüng-lichen alten Saaen , an deren wörtlichen Sinn selbst wol das Volk nicht mehr feil-hielt, seit die Ei klärungen der Dichter und Philosophen und der Eingeweiheten inden Mysterien ihn, nicht fremd blieben, schmückten di' alten Sage» aus und ver-mehrten ihre Menge. Dazu kam das Bestreben des phantasiereichsten Volkes,frühen geschichtlichen Ereignissen durch Verbindung mit heiligen Sagen höhereWürde und Bedeutung zu geben; und der vielfältig gebrochene Strahl spielte nun-mehr fast in jedem Lande, bei fast jedem Ltamme, in noch bunterm prismatischenMauze. So bildete sich der enzverschlungene Mythenknäucl, der die Anfänge desgesammken menschlichen Wissens über Natur, Gott und Geschichte enthüll, ver-einigt mit den frühesten Regungen der Dichtkunst, dessen erste Fäden aber innrer andie Erscheinungen in der Natur, sowie sie beobachtet wurden, sich anknüpfen lassen.Diese ersten Fäden herauszufinden aus der Mythologie der spätern Zeiten, in derso viele Elemente sich vereinigten, die älteste nachzuweisen, was nur auf histori-schein Wege geschehen kann, würde die Aufgabe des vollendeten Mytholog-m sein,und Mythologie wäre, nach Hermann, die Geschichte der Mythen oder der Wissen-schaft, welche zeigt, wie und welche Myihen sich gebildet haben; und ein Mythuswäre die Darstellung einer durch em Bild anschaulich gemachten Zdee, der ur-sprünglich gewiß eine Beobachtung der Natur zum Grunde lag. Diese Begren-zung des Begriffs der Mpthologie findet man in Hermann's Briefe an HofrathCreuzer: „Über das Wesen und die Behandlung der Mythologie" (Lpz. 1819), demdie „Briefe über Homer und Hesiodus, vorzüglich über Theogonie" (Heidelberg 1818) vorausgingen. Sie bestimmten sehr genau, worin die beiden Wortführerin dieftm allgemein wichtigen Streite auSeinandergehen, und als Ergebniß dieserDiskussionen darf man annehmen: die Behandlung der Mythologie könne nurkritisch sein, indem nur durch Kritik und Philosophie der Ursprung, der Zusammen-