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Siebenter Band. M bis N.
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Nation

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finden wir oft, daß auch die größten Ge'ster, selbst wo es darauf ankam, die Be-schränktheit ihres i)takionalcharakkers in Beziehung auf behalt oder Form zu über-winden (z. B. die franz. und deutsche» Dichter), ihre Nationalität nicht verlängnenkonnten und derselben hänsig ikren Zoll abtrugen. Ebenso finden wir auf der an-dern Seite Kunst, W ffenscdaft und jedes wahrhaft Menschliche einer Nation, wasin ihr äußeres Leben eingreift, wenn wir die (beschichte derselben überblicken, an dasLeben »nd die Erstehung ihrer geniale» Geister angeknüpft und von ihnen gleichsamausgehend und verbreitet. Hier also zeigt sich, was die Freiheit ous der National;litäk macht und wie sie auf die Büdun des Nastonalcharaktere einwirkt. Und hiertreffen Freiheit und Nothwendigkeit abermals zusammen. Einen großen Mannnennen wir wahrhaft Den, welcher Ideen in gegebenen und geschaffenen Verhält»nisten mit eigenthümlicher, „ngerneiner Kraft durchführt und in die Wirklichkeit zurufen sich bestrebt. Die Natur oder das Schicksal hat ihm vorgearbeitet, er findetVerhältnisse, und sein Platz ist ihm in seiner Nation bestimmt, die er nicht wählen,sondern als die seinige, als mit ihm verwandt, umfassen soll. Auch die hier gegebe-nen Verh.stiniffe und das E'gemhümiiche seiner Nation, faßt der große Geist mitscharfem Blicke und im Lichte der Ideen auf, die ihn beseelen. Er betrachtet sienicht als etwas Zufälliges und Willkürliches, sondern als etwas Nothwendiges undEhrwürdiges; er sieht in dem Gegebenen die Nation, Anlage und Bestimmung derNation; er durchschaut, was d'e Nation in irgend einem Kreise werden kann, under leitet nun mit got'ähnlicher Kraft und durch freies Eingreifen in die gegebenenDerhältniffe seiner Nation in Thaten und Werken unverrückten Blicks zu diesemZiele hin. Darum scheint in Zeiten, wo unter einer Nation große Männer entstan-den sind, dieselbe ein schnellwes und bewegteres Leben zu führen und sich raschernGanges ihrer Bestimmung zu nähern, als sonst in Jahrhunderten. Lange dauertnoch der Schwung m dem Narionalleben fort, wenn der Beweger nicht mehr ist,und es entwickelt sich eine Zukunft, die der Genius schon gesehen; den» vor ihmschließt sich Vergangenheit und Zukunft auf. In dieser Entwickelung aber trittder Nationalcharakter vorzügk'ch in der Maffe hervor, auf die sein Geist belebendwirkte. — Aus dem oben Gesagten kann auch klar sein, wie sich die Bildung desIndividuums zu der Nationalbildung und Erziehung verhält, und wie diese zurMenschheit. Denn wenn Nationalität die Menschheit ist, sofern sie sich bei einerNation in einer besondern Form oder bestimmten Beschaffenheü findet, mithin dieMenschheit über oder vielmehr in her Nationalität sein soll, so darf auch der Na-tionalcharakier nie so weit gehen, und Erziehung und Bildung ihn dahin führenwollen, daß er dem freien Verkehre der Volker und Menschheit Eintrag thue undeinen steten Haß zwischen ihnen nähre. Eine Nation, welche sich auf diese Weiseabschließt und von der Gemeinschaft in der Menschheit absondert, würde selbstgeistig zurückbleiben und sich eine freie humane Entwickelung verschließen. Einwarnendes Beispiel stellte die alte Zeit in der hebräischen Nation auf. In das ent-gegengesetzte Äußere fällt die Volksbildung und Erziehung, wenn sie aus vorgebt,:cher Humanität zu einer schwächlichen Allerwelrsliebe erhoben wird, die oft, beschö-nigend Univcrsaliiat genannt, sich ohne Haltung und Kraft jedem Fremden an-schmiegt und anhängt, wodurch der Nationalcharakter und die Notionalcinheitzerfallen und verschwinden muß. Die wahre Erziehung ist daher Erziehung tesIndividüums unter der Form der kräftigen Nationalität zur Menschheit. Sie i:individuelle Erziehung, sofern sie die schon gegebene Individualität nicht vernichten,sondern berücksichtigen und zu einer eigenthümlichen Menschheitsform erheben will.Sie ist Nationalerziehting, wiefern dies unter dem Charakter der Nation geschieht,und wiefern sie hauptsächlich das Gefühl der Nationalehre und Nationaleinheitohne Haß »nd Verblendung zu beleben und zu erhalten sucht. Eiue solche ist auchden Deutschen noch! >.