Band 
Siebenter Band. M bis N.
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696
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K96 Natioiialbewuffnung Nationalbildimg

Nationalbewa ffnung, s. Landwehr.

Nationalbildung. Gemeinsame Eigenthümlichkeiten der Abstam-mung, der Landesart, des Wohnsitzes, der Sprache und -Litte drücken den Gliedernjedes zur Nation zusammengewachsenen Menschenverein? da? Gepräge einer beson-dern Nationalität auf, deren Merkmale sich in demselben Grade zu verwischen pflc-g'N, in dem der Verkehr mit andern Nationen die Ansichten src-er, und da? Em-porsteigen der Bildung zur reinen Humanität die Forme» des Lebens milder undidealischer macht. Diese von der Natur gegebene Grundlage und Form, die Natio-nalität, muß Der, welcher auf die Bildung der Nation einwirken will, sorgfältigerforschen un bei der Wahl der anzuwendenden Bildungsmitkel genau berück-sichtigen, um sowol die Idee der Menschenbildung ss. d.)mit dem Leben seinerNatwn in ungezwungenen Zusammenhang zu setzen und ihre Ausführung unterden Örtlichkeiten, die seine Wirksamkeit bedingen, möglich zu machen, als auch jedeEinmischung von Bestandtheilen einer feinden Nationalität, die die Persönlichkeitund Freiheit der semigen zugleich gefährden würde, abzuwehren. Wahre National-bildung ist daher das von dem Charakter ihrer Nationalität bedingte Streben einerNation, die Idee der reinen Menschheit in allen ihren Gliedern möglichst zu ver,wirklichen und dadurch eine geistig, sittlich und bürgerlich vollkommene Nation zuwerden; dies Streben gehe nun ohne Verabredung und Absicht, durch selbständigesFortschreiten einzelner Genien und freie, gelegentliche Mittheilung der von ihnengeschaffenen Bildungsmittel an die Übrigen, oder unter der Leitung öffentlicher, fürkitten gesetzlich aufgestellten Zweck berechneter Anstalten durch Übereinkunft, Ge-wöhnung und Zwang von statten. Der erste dieser beiden Falle ist der gewöhnlicheund der glücklichere. Die Bildung der Originalvölker des Alterthums wuchs undentwickelte sich zugleich nut ihrer Nationalität, und nur darum wurde die Natwnal-bildung der Griechen so musterhaft, weil sie, aus dem innern Leben d'eseS glücklichvrganisirten Volkes selbst hervorgehend, mit genialer Kraft und in behaglicher Frei-heit zum Ziele der Menschheit fortschritt. Blinder glücklich gedeiht die Nauonal-bildung in dem andern Falle, wo sie als eine Angelegenheit der Regierungen be-handelt, unter die Leitung der Fürsten gestellt und wol gar mit politischen Neben-zwecken vermischt wird. Welche Früchte der asiatische Despotismus, der, scheu vor-dem Lichre ausländischer Bildung und eifersüchtig auch auf einheimische, hervor-ragende Kräfte, unaufhörlich beschäftigt ist, abzuschneiden und niederzudrücken, fürdie Bildung der Völker hervorbringt, ist auch unsern Zeiten bekannt, und um denengherzigen Sinn und das steife, kleinliche Wesen, das er erzeugt, in d-r Nähe zusehen, dürfen wir nicht erst zu den Chinesen und Japanern gehen. Andrer nichtzu gedenken, zeigt das unglückliche Spanien , wie die schönsten rationellen Anlagenund Kräfte unter den Feffeln einer inhumanen, finstern Regierung verkümmernmuffen. Auch fühlte die deutsche Nation gar lange Zeit den Mißgriff ihrer Großen,ihr einen uberrheinischen Nationalgeist eiuzuimpfezi, der sie in Widerspruch mitsich selbst verwickelte und über ihre eigne Nationalität ungewiß machte. Die ge-genwärtige Organisation der Ltaatsverfassungen und das mächtige VordringenteS Zeitgeistes erlaubt den Regierungen freilich nicht, bei dem Streben ihrer Völkerzur Bildung, wie wol sonst häufig geschehe», müßige Zuschauer abzugeben; abersoll ihr Einfluß wohlthätig bleiben, so mögen sie sich damit begnügen, den Gemein-ten, aus denen ihr Volk besteht, hinreichende Fonts zur Unterhaltung ihrer Bil-diingsanstalken zu lassen, über die Einstimmigkeit der Richtung Dessen, was in die-sen Anstalten geschieht, zur veredelten Menschheit zu wachen, den m ihrer Gewaltstehenden Geist der bürgerlichen Verfassung und Verwaltung fieser eines Volks al-lein würdigen Richtung immer mehr anzupassen, das vaterländische Große undGut« ins Licht zu steilen und dem selbstische» Vorherrschen einzelner Classen undStände nicht minder sorgfältig, als dem Emschleichen fremdarltger, unverträglicher