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Siebenter Band. M bis N.
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Natter

Natur

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Rattert Johann Lorenz), einer der berühmteste» Steinschneider semrr Zeit,geb. 1705 zu Biberach in Schwaben , war Juwelier. Als solcher ging er in dwSchweiz lind dann nach Italien , wo er, vorzüglich auf Ermunterung des großenGemmenk.mrers, Baron v. Stosch, sich auf die Nachahmung der allen geschnit-tenen Steine legte, in welcher er eine solche Übung erlangte, daß einige seiner Co-pien von den Originalen kaum zu unterscheiden sind. Bald wurde der Werth sei-ner Arbeiten so anerkannt, daß fast alle Fürsten Europas ihm Beschäftigung gaben.Nach einem mehrjährigen Aufenthalte in verschiedenen Städten Italiens (von1732 — 35 war er in Diensten des Großherzogs von Tcscana) ging er nach Lon-don (wo er die Stempel des Königs schnitt und Mitglied der Gesellschaft zur Er-klärung der Alterthümer ward), und machte dann verschiedene Reisen nach Hol-land, Dänemark, Rußland und Schweden , wo an den Höfen überall seinen Lei-stungen reicher Lohn wurde. 1762 nahm er den vortheilhaften Antrag, sich in Pe-tersburg niederzulassen, an, starb aber bald nach seiner Ankunft 1783. SeineSammlungen von geschnittenen Steinen, Abdrücken, Medaillen, Büchern undKupferstichen wurden für den Großfürsten erkauft. Er schnitt vorzüglich Bildnisse.Zu seinen Hauptwerken gehören eine Schaumünze zu Ehren des Sir Robert Wal-pole , und e. siegende Britannia auf e. Gemme mit 5 Lagen und ebenso viel Färbt».Er hat sich an den schwersten Theil seiner Kunst gewagt, indem er einmal für denLord James Eavendish zu London ein Gefäß auf einen kleinen Diamanten grub;und er würde auch Bildnisse in Diamanten geschnitten haben, wenn er dazu Auf-munterung gefunden hätte, über deren Mangel er oft klagte. Auch hat er zu meh-ren Medaillen die Stempel geschnitten und eine Zeit lang die Stelle eines Ober-metailleurS der Staaten von Holland verwaltet. Geist und Natürlichkeit bei flei-ßiger Ausführung bezeichneten seine Werke. Er kanntedie Alten genau und kann alsMietet hei steiler seiner Kunst angesehen werden. Sein „'lUtü >le la lnör!>n>l> ->u-lie Klüver o„ pierres tine-, UttiupKX e.,e<!>' In ,>><'l!>s>tl<- mcicliu l>e" (kl. Fol.mit 37 Kupferst., auch in engl. Sprache), welche er 175t zu London herausgab,ist mi engl. Originale selten, weil JA kein Exemplar unter 2 Guineen verkaufte, da-her nur wenig Absatz hatte, den Rest aber verbrannte. Der2. Th. des Werks liegtnoch zu Petersburg in der Handschrift. Lessing tadelt dasWerk sehr. A—».

Natur, in der umfassendsten Bedeutung ist gleichen Sinnes (synonvm) mitWelt, Weltganzes, Universum, sowol von materialer (leiblicher, körperlicher)als idealer (geistiger) Seite, auch mit Schöpfung, insofern man darunter den In-begriff alles Erschaffenen, den Inbegriff der Dinge (Geschöpfe) versteht. Viel be-schränkter ist der Begriff, wenn man mit dem Worte Natur bloß die Sinnenwelt,oder das Gebiet des bewußtlosen Werdens meint, ein Gegensatz der idealen oderGeisteswelt, welche in jenen umfassenden Begriff mit eingeschlossen ist. Im Ge-gensatz der Kunst ist Natur alles Dasjenige, was nicht Kunst, nicht künstlich, nachRegeln mit Bewußtsein erlernt ist und ausgeübt wird, sondern reiner Ausdruck dernatürlichen Anlage, z. B. eines Menschen, oder Folge und Äußerung des Wesenseiner Sache ohne künstl. Form ist. In diesem Sinne spricht man z. B, von einemNaturmenschen, d. h. von einem solchen, der, unbekannt mit künstl. Formen desgesi lligen Lebens (dem Conventionnellen) oder nicht darauf achtend, bloß seinemNaturell gemäß lebt, ohne Rückhalt seine Gedanken äußert, rücksichtslos seineÜberzeugungenausspricht und seinen natürlichen Neigungen folgt. Hierher gehörtauch der Begriff Naturdichter (s. d.). Ebenso ist natürliche, d. h. ohne metho-dische Anleitung erworbene, Bildung der kunstmäßigen uud wissenschaftlichen Bil-dung entgegengesetzt. (S. Naturalismus.) Ein andrer, aber ähnlicher Gegen-satz findet statt zwischen Natur und Geschichte oder Dem, was durch Geschichte be-gründet ist. So stellt man z. B. der positiven (durch besondere Thatsachen der Ge-schichte geoffenbarten) Religion eine natürliche gegenüber, nämlich eine Religion,