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die, ohne Hülfe einer geschichtlichen Offenbarung, sich bloß auf die natürliche An-lage des Menschen zur Relig.osität gründen könne, wie Einige wenn». Diese so-,genannte natürliche Religion aber ist nicht zu verwechseln mit den Naiurreligionenoder Mythologien der Völker, welche zum Theil auch geschichtlich begründet zusein scheine» und zusammen u. d. N. Polytheismus begriffen werten; denn tieftbeziehen sich aus den Gegenstand und bezeichnen die Verehrung der Narurgotlhei-ken. Im engsten Sinne heißt Natur der eigenthümliche Charakter der besondernNaturdingc, besonders der organischen, für welche der Name in dieser Beteuknng«m meisten üblich ist. In diesem Sinne gibt es also so viele Naturen, als eSAr-ten von Nmurwesen gibt, und die Benennung ist insofern zweckmäßig, als derCharakter eines Naturdinges, z.B. eines Thieres, einer Pflanze, doch im Grundeeme bestimmte Offenbarung der Natur (nämlich der innern schaffenden Na.ur) ist.In ganz ähnlichem Sinne ist oft die Rede von der Natur des Lichts, der Wm-me,der Elektricität, des Magnetismus u. s. w., und man versteht darunter sowol diewesentlichsten Eigenschaften dieser Naturkräfte und Processe, als auch die Formenoder Gesetze, in und nach welchen sie erscheinen, und ebenfalls ist in diesen Fällen dftArt und Weise gemeint, in welcher sich die Natur in diesen Kräften und Processenoffenbart. In Beziehung auf Menschen braucht man den Ausdruck Natur oft inder Bedeutung einer besondern Beschaffenheit der leiblichen Organisation. In die-,'ein Sinne hat z. B. der Eine eine starke (viel vertragende), der 'Andre eine schwäch-liche Natur, oder, wie manche Ärzte nach dem alten Style die Organisationen un-terscheiden, dieser eine feuchte, jener eine trockene Natur. Abgesehen von solchenbesondern Bestimmungen bezeichnet man mit dem Ausdrucke: menschliche Natur,die Gesammtanlage des Menschen von leiblicher sowol als geistiger Seite, oder dieGesammtheit menschlicher Vermögen. Auch diese Benennung ist treffend, obgleichnian häufig ihre wahre Bedeutung verkennt. Denn in dem Menschen hat steh dieNatur individualisier (iheilweise offenbart), wie in den Thieren, Pflanze» u. Minera-lien, welche nur einzelne Seiten der Natur in sich darstellen, u. auch p.rfonisicirt,d. h. in ihrer Ganzheit individualisirt, womit die Bedingung zur Freiheit, zum Selbst-bewußtsein gegeben ist, welches wesentl, Eigenschaften der Persönlichkeit sind. Aberauch derGei st (f. d.) gehört der Natur an (das Wort in der höchsten u. umfassendstenBedeutung genommen), deren thätige Seite er, im Gegensatz der Maiene. ist. Imgebildeten Menschen ist der Geist der Natur frei geworden, u. wenn seine Bildung soweit gediehen ist, daß er die Natur wissenschaftl. erkennt, d. h, nicht bloß äußerlich,nach den Formen ihrer Erscheinung, kennt (empirisch auffaßt), sondern auch nachihrem innern Wesen und gesetzmäßigen Wirken versieht, also den rechten Sinn(die wahre Bedeutung) ihrer Offenbarungen erkennt: so kann man, in Beziehungauf diese Bildungsstufe, mit Wahrheit sagen, daß die Natur in solchen Menschensich selbst erkenne, während sie sich in andern von geringerer Bildung nur unvoll-kommen, in verworrenem Bewußtsein anschaut und in verbildeten Menschen sichselbst verkennt. Um dieses ganz zu verstehen, muß man sich zuvor von der gewöhn-lichen, beschränkten Ansicht der Natur aus dem Ldtaiidplmkle des bloßen Verstan-des frei gemacht und zur höh-rn Ansicht aus dem Standpunkte der Vernunft(vgl. k.) erhoben haben. Denn dem bloßen Verstände erscheinen die Naturdingenicht bloß äußerlich verschieden und gesondert für die äußere Anschauung, sondernauch innerlich getrennt, und die Natur selbst ist dem Verstandesmenschen ein frem-des Reich, mit welchem er sich in eine zufällige äußere Beziehung gesetzt glaubt.Die Natur offenbart sich einem jeden Menschen nur nach dem Grade seiner Geistes-bildung und G,-müths''eschaff-'nhcii (ein Beweis ihrer innern Einheit und Harmo-nie mit dem M.nschen). Treffend sagt Novalis (s. d-ssen „Schriften", 2. Th.,es. 80) in dies-: B.zi.hung: „Man steht mit der Natur gerade in so verschiedenenVerhältnissen wie mit den Menschen; und wie sie sich dem Kinde kindisch zeigt