Naturwissenschaften 738
in geraden Linien, von seiner Beugung, Brechung und Zurückstrahlung nach be-stimmten Winkeln unter verschiedenen Uniständen, heißt Optik. Innerhalb leh-lerer h.iben sich emeiseits die L hre von der Brechung des L chts (Abw. ichung vonseiner Richtung beim Ein-und ?luSgang in und aus durchsichtigen Mitteln »er--sch'edener Dichtigkeit), andrerseits d'e Theorie der Zurückstrah ung des Lichts vonglatten, ebenen und krumme»Flachen (ebenen und sphäristhen, auch konisch n, e, ha-benen und bohlen Spiegeln) zu b-sondern mathematisch physikalischen Wissen-schatten gestaltet, iene unter dem Namen Dioptrik, diese mit der BenennungKatoptrik.— '.'such die Wärme betrachtet die mathematische Physik nur vonihrer quantitativen Seite und in ihren meßbaren Wirkungen, indem sie die besetzeerforscht und bestimmt, nach welchen die Temperatur (Quantität der freien Wärme)unter verschiedenen Umständen wechselt und die Gesetzmäßigkeit entwickelt, welchedie Wärme in ihrer ausdehnenden Kraft offenbart, die sie aufverschiedeneKorper beiverschiedener Temperatur ausübt, und man kann sie in dieser B- schäft gung Ther-mometrie und Pvi ometrie (mathematische Wärme- und Feiie, theorie) nen-nen. Beiläufig ergibt sich aus dieser Aufstellung der physikalischen Wissenschaften,daß, streng genommen, auch die Mathematik in ihrer ganzen Verzweigung zu denNaturwissenschaften gehört. Reuie Mathematik ist abstracte (rein formale) Natur-wissenschaft, d. h. Wissenschaft der bloßen, für sich betrachteten Formen der Natur(nämlich der Zeit und des Raumes oder deren Bestimmungen, der Zahlund Gestalt),abgeseben von dem Inhalte dieser Formen; angewandte Mathematik ist daher Na-tu, Wissenschaft mit dem Übergewicht der formalen oder mathematischen Seite, umabgesehen von dem Inhalte der Form oder mit Berücksichtigung der Einheit vonForm und Inhalt. Die Astronomie gehört also, ihrem Hauptinhalte nach, eben-falls zur angewandten Mathematik, und genau erwogen ist jede Naturwissenschaft,wie aus Obigem erhellt, ihrer Seite nach, angewandte Mathematik, nur erscheinendie beiden leiten oder Richtungen, die dynamische und mathematische, nicht so ge-trennt wie bei der Pbvsik. Ebensowie die mathematische Physik, könnte sich auchdie dynamische in besondere Wissenschaften theilen, und es gäbe dann z. B. einePhotologie (Wissenschaft des Lichts), eine Thermologie (Wissenschaft der Wärme),eine Magnetit, Elektrik, Galvanik u. s. w., es sind aber diese Bezeichnungen, alsNamen besonderer dynamisch-physikalischen Wissenschaften noch nicht, wenigstensNtcht im allgemein eingeführten Gebrauch, und man behandelt diese Wisfinschaste»vor der Hand noch als Abcheilungen oder Abschnitte des Ganzen, als untergeordneteLehren der dynamischen Physik; nur allein die Meteorologie (Wissenschaft deratmosphärischen Erscheinungen und Erzeugnisse) will sich, obgleich sie noch sehr un-vollkommen ist, als eilte besondere, dahin gehörige Wissenschaft m t eigcnthümlcherBenennung behaupten. Wenn nun ferner erwogen wird, daß die physischen Ele-mente nur insofern Ganze genannt werden können, als sie in Theile oder Stoffe(Ur- und Grundstoffe) zerlegbar sind, daß die Erkenntniß eines Ganzen sehr unvoll-kommen ist ohne nähere Kenntniß seiner Theile, daß alle Naturkörper, da sie alsErzeugnisse der Elemente betrachtet werden müssen, auch nothwendig als Combi-nationen (Verbindungen, Einheiten) der U> stoffe verschiedener Elemente in verschie-dene» Verhältnissen sich darstellen: so müßte die narurwissnschafilicheBetrachtungsich auch nach dieser verborgenen Seite der Natur hinwenden, um sie hier gleichsamin ihr.r verborgensten Werkstätte zu belauschen und zu sehen, wie sie Stoffe trenntund verbindet, durch die Trennung Körper zerstört, aber zugleich durch die Verbin-dung nette hervorgehen läßt. Hier fanden die Naturforscher ein großes, unermeß-liches Feld zu neuen Forschungen, dessen Bearbeitung Gegenstand einer eignenNarurwissenschafl, der Chemie, auch Stöchiologie (Stoffwissenschaft). wurde.Die Chemie zerfällt, nach ihrem großen Gegenstände, der Gesamnuhe.k der Na-turkörper unsers Planeten, zu, achst in ebenso viel besondere chemische Wisscnfchaf-
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