738 Naturwissenschaften
deutung im Münzen erfaßt werden ohne nähere Kenntniß der Elemente, aus derenVerbindung sie hervorgegangen sind, und diese Kenntniß ist also gleichsam dieWurzel jenes großen Baums, nämlich der ganzen systematischen Mineralogie mitallen dazu gehörigen besondern Wissenschaften. Werden die Elemente (Lust, Wastser u. s. w.) als Ganze betrachtet, als welche sie anerkannt werden, insofern sie inTbeilc (Bestandtheile, Grundstoffe) zerlegbar sind, so entsteht au? dieser Betrach-tung (Untersuchung, Erforschung) der Elemente als Ganzer, aus der Erkenntnißihres AggregalzustandeS (der Starrheit z. B. der Flüssigkeit Gasigkeir), ihrer Thä-tigkeit oder eigenthümlichen Processe, aus der Einsicht in du Bedeutung der mannig-faltigen Erscheinungen, welche aus dem Allen und ihren, -'genseirigen Verhältnißhervorgehen, aus der Kenntniß ihrer mechanischen Eigenschaften u. s. w. eine Wis-senschaft, die sich Naturlehre oder P hy si k nennt (nämlich im engern Sinne; imweitesten ist dos Wort gleichbedeutend mit Natu, Wissenschaft). Die Physik hateine dynamische und mathematische Seite, was eigentlich bei allen Naturwissen-schaften der Fall ist, oder sein sollte, da alle Naturbetrack t> ng einerseits dasDvna-milche oder Wesentliche (die polaren Kräfte und Verhältn'sj ), andrerseits das For-melle oder Mathematische der Natur oder ihrer Ersehen ringen zum Gegenständehat. Denn Zeit und Raun« sind die nothwendigen Forme» der Natur und derAnschauung; Zeit- und Raumbestimmungen aber heißen Größen, Zeit- undRaumvrrhältnisse, Größenverhältnisse, mit deren Erforschung sich die Mathematikbeschäftigt. Die dynamische Phpsik hat es mit der Erkenntniß der wesent-lichen Eigenschaften der kosmischen und irdischen Elemente, der Kräfte und Processezu ibun, welche diesen Elementen eigenthümlich sind, und beschäftigt sich daher z. B.mit der Natur (dem Wesen) des Lichts, der Wärme, der Schwere, des Magne-tismus, ElektrismuS, Chemismus, GalvaniSmuS, welche zusammen das Leben (diethätige Seite) der Elemente ausmachen. Dagegen behält sich die mathema-tische Physik, auch angewandte Mathematik genannt, bloß die formale Seiteder Elemente vor, und betrachtet ihre Erscheinungen nach den E'ementen der Formder Natur, nämlich nach Maß (Raumbegrenzung), Zahl und Gewicht, mithin so-wol geometrisch als arithmetisch, geometrisch nach Lini- n, Winkeln, Flächen undkubischem Zuhält, arithmetisch, nach der Wuaniität (d,m intensiven Maß,) derKräfte, welche durch Zahlen ausgedruckt wird, wohin auch das Gewicht als Maßoder O.uontilät der Schwere gehört. Sie betrachtet z B. die Körper blos; alsMassen (abgesehen von ihrer sonstigen individuellen Eigenschaften), als beweglicheTheile des festen und schweren Erdelemenks, und indem sie die Gesetze des Gleich-gewichts entwickelt, nach welchen einander entgegenwirkende bewegende Kräfte, diein einem Körper oder aufdenselben oder dessen Theile wirken, die Bewegung hin-dern oder aufheben, sodaß der Körper in Ruhe bleibt, wobei sehr mannigsaliigearübmeiische Verhältnisse möglich sind, welche der Berechnung unterworfen werden,so zeigt sie sich in dieser Beschäftigung als Sta kik, in Bezi h> ng auf tas Wasseraber oder überhaupt auf flüssige Körper als Hydrostatik. Mechanik heißtsie (die mathematische Physik), wenn sie die Gest he der Bewegung fester Körper er-forscht und darssllt. welche durch Schwere, Druck und Stoß erzeugt wird, Hy-draulik, wenn sie sich mit den Gesetzen der Bewegung des Wassers oder des Flüs-sige» und den daraus hervorgehenden Erscheinungen beschäftigt. Die höhere Me-chanik oder diejenige, bei welcher der höhere Calcul in Anwendung kommt, heißtDynamik (in mathematischem Linne), undebenso die höhere Hydraulik Hyft o-dvnamik. Zn derAeromerrie undAerostatik werden die Gesetze des Gleich-gewichts und der Bewegung der Luft in Folge ihrer Schwere und Elasticität auf-gestellt, und die Gesetzmäßigkeit der Erscheinungen entwickelt, w.lLeaus dem Druckder Atmosphäre auf feste und flüssige Körper unter verschieden en Umständen her-vorgehen. Die mathematische Theorie des Lichis in Beziehung auf das Auge unddie Gesetze der Lehens, die Lehre von der Fortpflanzung oder Forileitung des Lichts